Dienstag, 15.09.2020 Kohcabahce Koyu – Bozukkale | 15,02 nm

Wir brauchen heute kein Frühstück – wir sind immer noch satt vom leckeren Abendessen. Wir gehen das letzte Mal für dieses Jahr bei Sailors schwimmen – blödes Gefühl. Wir trinken die letzten Cay bei Sailors – auch komisch. Wir nehmen noch ein Brot mit und Berrin schenkt uns Kräuter und Cocktailtomaten zum Abschied. Nane hat ihr Telefon noch zum Laden an der Steckdose.

Wir verabschieden uns, sind traurig und legen gegen 12 Uhr ab. Unter Motor fahren wir bis zum Kap Atabol Burun und setzen die Segel. Wir kommen gemächlich voran, aber das passt zur Stimmung, das Ende des Törns kommt näher. Bis zum nächsten Jahr sind es noch 8 Monate, die Andiamo ist verkauft und geht nach Fethiye und was mit Covid sein wird, weiß kein Mensch. Wir hoffen, wiederzukommen.

Um 14:30 Uhr passieren wir das Kap Karaburun und haben guten Wind. Bei achterlichem Wind cruisen wir nach Bozukkale, holen vorher das Groß ein, damit wir bei Wind und Welle besser steuern können. Um 15:30 Uhr kommen wir an den Jetty, eine Yacht hat gerade angelegt, eine andere fährt an, bricht ab, kommt wieder raus und meint, Nane solle zuerst anlegen. Dann fährt sie uns doch voraus und legt ein spannendes Anlegemanöver hin, kommt quer und macht der Crew am Jetty allerhand Arbeit. Nane hat weit draußen gedreht und fährt gemütlich ohne jegliches Galama rückwärts an den Jetty – passt. Micha macht die Muring, Dirk die Achterleinen, wir liegen sehr gut. Als Anleger gibt es den leckeren Käse aus Selimiye mit den Cocktailtomaten aus Kohcabahce Koyu und ein paar Gurken und Oliven – cok lezettli. Wir gehen schwimmen. Die Nachbarn sprechen von heftigem Wind am Wochenende und Nane will das Wetter checken, als ihr auffällt, dass ihr Handy noch bei Sailors am Strom hängt. AHHHHHHHHHHHH!! Wir rufen Zerrin an, das Handy ist noch da, aber wie bekommen wir es wieder? Mehmet will morgen nach Marmaris und soll es bei Canan hinterlegen. Später erzählen wir die Geschichte Mustafa, der lacht und schüttelt den Kopf. Dirk meint Nane wird alt. Aber er muss morgen auch nach Marmaris und will sich mit Mehmet treffen und das Handy mitbringen – er verspricht spätestens um 13:30 Uhr wieder da zu sein, dass wir auslaufen können.  Hoffentlich klappt das. Der Wind bläst die Nacht durch und wir schauen in die Sterne. Gegen 23 Uhr gehen wir schlafen und überlassen das Sterne gucken dem Micha.

Montag, 14.09.2020 | Selimiye – Kocabahce Koyu | 14,71 nm

Die Tradition, dass morgens jede Yacht ein frisches Fladenbrot bekommt, wurde beibehalten. Das Brot ist noch warm, als es an Bord gebracht wird. Wir beschließen vor dem Frühstück einkaufen zu  gehen, bevor es zu heiß wird. Viel brauchen wir nicht zwei 5-Liter-Kanister Wasser, 4 Liter Milch, Fanta, Obst, ein paar Tomaten und Gurken, das war’s. Was uns aber besonders wichtig ist, beim Bäcker, die kleinen Apfeltaschen zu kaufen, die Zerrin so sehr mag. Wir nehmen gleich 30 Stück mit, denn die schmecken allen gut.

Zurück an Bord frühstücken wir erst mal. Die Jungs bekommen Spiegeleier und Nane Joghurt mit Honig. Gegen 11 Uhr kommt der Käse, den wir im Voca bestellt haben. 80 Tyl, für ca. 400g, aber er schmeckt uns so gut, dass wir das Angebot gestern nicht ausschlagen konnten.

Dirk und Micha quatschen noch mit dem Eigner der Il Sogno – seine neue Motoryacht – früher hatte er die Pulcinella und wir haben ihn schon öfters getroffen.

Um 12 Uhr legen wir ab und beschließen den Wind auszunutzen und noch ein bisschen durch den Hisarönü zu kreuzen. Erst um 15:30 Uhr steuern wir die Bucht von Sailors Paradise an und liegen pünktlich zum Family Cay am Steg. Nach uns kommt die Brista rein, will aber nur Wasser bunkern – unmöglich aus unserer Sicht, in einer Bucht, Wasser zu verlangen. Dann wollen sie an eine Boje. Das An- und Ablegemanöver gleicht einem Disaster man kommt jedes Mal quer und weiß nicht wirklich, was man tut. Aber das ist nicht unsere Baustelle. Wir trinken gemütlich Tee mit der Familie, essen Apfeltaschen und den selbst gebackenen Kuchen von Zerrin mit Pfirsich, Rosinen und Walnüssen – lecker. Danach gehen wir mit Berrin auf die Suche nach Dirk. Die Ziegen sind hinter dem Haus, erschrecken sich aber, als Tarek den Generator anschmeißt. Wir verfolgen sie bis hinter den Campingplatz und bis zu den Felsen, aber leider kommen wir Dirk nicht näher.

Zum Abendessen bekommen wir von Zerrin zusätzlich zu unserer Bestellung lauter leckere Sachen geschickt inkl. Baklava und eine Art gebackener Milchreis mit Nüssen und Zimt zum Abschluss. Wir sind sooo satt und trinken an Bord noch einen Raki bevor wir ins Bett gehen.

Freitag, 11.09.2020 | Sailors Paradise – Karasüleyman Bükü | 5,76 nm

Heute wollen wir uns einen Ankerplatz zum freien Schwojen suchen. Aber erst mal gehen wir frühstücken und genießen das leckere Frühstück von Sailors Paradise. Die kleinen gebackenen Puffer schmecken ganz besonders lecker. Wir besprechen die Route für die kommenden Tage – irgendwann brauchen wir Wasser und Strom. Das gibt es aktuell nur in Selimiye. In Orhaniye ist das Palmiye und die Cennet Marine geschlossen. Also planen wir am Sonntag  Selimiye ein und lassen Jürgen aus der Ferne die Reservierung im Voca für uns machen. Am Montag wollen wir noch zu Sailors, dann am Dienstag nach Bozukkale, am Mittwoch nach Ciftlik und am Donnerstag nach Marmaris, um am Freitag früh im Krankenhaus den Test zu machen. Wir zahlen die Rechnung und verabschieden uns bis Montag.  Gegen 12:30 Uhr legen wir ab, mal wieder ohne Wind. Um kurz vor 14 Uhr kommen wir in die Bucht von Karasüleyman Bükü, hier liegen schon 2 Yachten und ein Katamaran vor Anker. Wir wollen uns noch dazwischen einfädeln. Die ersten beiden Ankerversuche graben den Anker nicht richtig ein, trotz hoher Drehzahl im Rückwärtsgang, also warten wir ab, bis eine Yacht und die zwischenzeitlich eingelaufenen Ausflugsboote wieder weg sind und starten einen neuen, diesmal erfolgreichen Versuch. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Samstag noch mehr Boote auf Ankerplatzsuche sein werden ist hoch, also plädiert Nane dafür, bis Sonntagmittag hier zu bleiben. Wir genießen die Bucht, schwimmen, trinken Kaffee, quatschen. Gegen Abend macht Nane überbackenes Brot und wir schauen in die Sterne. Die AnkerApp überwacht uns und unseren Anker. Aber mit fast 50 Meter Kette auf 4 Meter und einem Anker, der „fett eingegraben“ ist, kann uns nichts passieren.