Montag, 17.09.2018 | Karasüleyman Bükü – Selimiye | 9,36 nm

09.30 Uhr | Wir haben super geschlafen. Die Andiamo liegt mit dem Heck in Richtung des Ankers. Der Wind kam in den frühen Morgenstunden aus NE, aber ohne wirklich Power. Der Abschied aus der Bucht läutet die Rückreise ein. Dirk kommt immer noch nicht über die 8 Monate hinweg, die es dauert, bis wir wieder hier sein können.

10.30 Uhr | Wir lassen es langsam angehen, Wind haben wir erst ab Mittag. Also trinken wir genüßlich unseren Kaffee, löffeln Müsli, trinken O-Saft und gehen schwimmen. Nane schnorchelt noch mal den Anker ab. Der liegt unverändert eingegraben an der gleichen Stelle.

13.00 Uhr | Wir holen den Anker auf und wollen uns die Nachbarbucht noch anschauen. Also tuckern wir ohne Eile in unserer Sightseeing-Tour die Küste entlang. Zwei Segler, die mit Landleine in der Bucht lagen, haben die gleiche Richtung. Als sie merken, dass wir in die Kuyulu Bucht steuern, geben sie Gas, um uns zu überholen. Wir amüsieren uns, wir wollen doch nur die Bucht erkunden, aber hier steht den Skippern der Ehrgeiz, ins Gesicht geschrieben, vor uns den Ankerplatz zu erreichen.

13.30 Uhr | Wir haben uns die Bucht nebst Nachbarbucht angeschaut und wollen das nächste Mal hier vor Anker gehen. Sehr schön. Dirk macht viele Fotos. Danach setzen wir die Genua und nehmen Kurs auf Selimiye. Heute brauchen wir Geduld, denn der Wind ist eher ein laues Lüftchen.

14.00 Uhr | Wir cruisen nochmal an der Plan B vorbei, die hier immer noch vor Anker liegt. Und fallen dann Richtung Selimiye ab. Mit 2 bis 3 Knoten kommen wir yavas yavas voran. Für uns passt das, denn die Rückreise soll ja so langsam wie möglich erfolgen.

15.50 Uhr | Wir steuern den Steg des Aurora an. Vor uns braucht die Butterfly noch Zeit, um anzulegen. Wir machen daneben fest. Der weiße Qualm aus dem Auspuff gefällt uns nicht, Dirk hat den Ölstand mehrfach überprüft – daran liegt es nicht.

16.30 Uhr | Nach einem Shandy als Anleger gehen wir schwimmen und Dirk gleich darauf zum Barber. Die Vamos liegt auch hier am Steg. Grüße an Micha. Beim Barber ist wieder der Friseur am Start, den wir in den ersten Jahren hier angetroffen haben. Vor Dirk sind noch zwei Kunden in der Warteschleife. Nane verabschiedet sich und geht zurück an Bord, um ihre Bordkasse zu aktualisieren.

18.00 Uhr | Frisch rasiert und mit einem guten Haarschnitt ist Dirk zurück und wir chillen bei Husseins Musik noch an Bord. Canan hatten wir zum Essen eingeladen, aber leider hat es nicht geklappt. Vielleicht beim nächsten Mal.

19.00 Uhr | Wir gehen zum Essen und Suzan lacht, denn sie weiß genau, was wir mögen. Dirk nimmt Makrele als Vorspeise und danach Chicken Kavurma, Nane den eingelegten Schafskäse und Wolfsbarsch.

21.30 Uhr | Wir machen noch eine Runde durch den Ort und erstehen zwei Efes Hemden für Dirk. 75 Tyl für beide – ein Schnäppchen.

22.00 Uhr | Noch einen Absacker an Bord, Musik, ein paar WhatsApp und lesen – schön.

23.00 Uhr | Wir verabschieden uns in die Koje und der Sänger der Piano-Bar singt uns in den Schlaf.

 

Montag, 10.09.2018 | Selimiye – Armak Bükü | 12,52 nm

9.00 Uhr | Nane und Dirk sind wach. Dirk füllt die Wassertanks auf und Nane bereitet Menemen vor. Thomas und Alex schlafen noch tief und fest. Der Bäcker kommt mit nur einem Brot, Nane meint, sie braucht noch eins. Er erklärt wortreich „yok“. Hüsseyin lässt ihn nochmal losfahren, dass wir noch ein Fladenbrot bekommen – Danke.

10.00 Uhr | Wir frühstücken und Thomas empfindet es als warm. Das frische Fladenbrot und Menemen – lecker. Als Nachtisch noch ein Brot mit Nutella. Nane will noch Salat einkaufen und versuchen Basilikum zu kriegen, Thomas und Alex wollen noch mal in eines der schnuckeligen Lädchen. Also ziehen wir los.

11.00 Uhr | Nane und Dirk gehen noch mal ins Karadut, um sich für diese Saison zu verabschieden und trinken noch einen letzten Cappuccino und streicheln die kleine Katze. Wir verabschieden uns von Hüsseyin und er schenkt Nane noch 4 Flaschen Soda, da im ganzen Ort außer kleinen Flaschen nichts zu bekommen ist.

12.30 Uhr | Wind kommt auf und wir laufen aus. Wir wollen heute in die Palmenbucht (Armak Bükü). In der Bucht von Selimiye setzen wir das Groß und die Genua und Thomas kreuzt uns aus der Bucht.

13.00 Uhr | Alex übernimmt das Ruder und Nane erklärt anluven, abfallen, Kurs halten etc. Er macht das gut und darf auch gleich seine erste Wende fahren. Er kommt gleich nah ans Optimum und schafft die 90 Grad. Der Wind frischt auf und wir machen das Groß etwas auf, um die Schräglage etwas zu reduzieren.

14.20 Uhr | Thomas übernimmt wieder und Alex meint, dass es wirklich Spaß macht, aber mehr Konzentration und Anstrengung benötigt, als er gedacht hat, Kurs zu halten und am Steuer zu stehen. Der Wind nimmt noch etwas zu – wir haben 20 Knoten und steuern auf die Bucht von Armak Bükü. Thomas muss am Ruder richtig arbeiten.

14.50 Uhr | Wir wollen die Segel einholen und Thomas geht in den Wind. Die Genua haben wir schnell eingeholt. Nane macht alles fertig, um das Groß einzuholen. Einen Moment nicht aufgepasst und der Unterliekstrecker des Groß rauscht durch die Hand. Die Brandblase am Zeigefinger kann sich sehen lassen. Aber vor dem Jammern, muss das Groß rein. Danach schnell die Hand ins Eisfach gedrückt. Wir steuern in die Bucht. Dort liegen schon zwei Gullets. In der Mitte der Bucht lassen wir den Anker auf 17 Meter Wassertiefe fallen und kommen rückwärts. Nane macht sich bereit, die Landleine zu schwimmen, da kommt das Beiboot der Gullet und nimmt uns das freundlicher Weise ab. Wir bedanken uns herzlich.

15.15 Uhr | In der Bucht haben wir leichten Seitenwind aus westlicher Richtung mit ein paar kräftigen Böen zwischendurch. Aber wir liegen sicher. Nane und Dirk schwimmen den Anker ab. Wir haben die Komplette Kette draußen. Bei der 20 Meter Markierung hört die Sicht nach unten auf. Alex findet das Wasser super und so kommt auch Thomas ins Wasser. Alex meint, dass seine Oma immer Butter auf Brandblasen gepackt hat. Wir probieren das aus. Die Kombination aus Eisfach und Butter hat dazu geführt, dass die Blase nicht dick wird. Das merken wir uns. Nach der Badepause macht Nane einen Coban Salat. Mit dem frischen Fladenbrot schmeckt das sehr gut. Alex meint

17.00 Uhr | Wir chillen an Deck und quatschen, hören Musik und Dirk geht auf Expeditionstour. Er kommt erst nach einer Stunde zurück, bringt aber tolle Bilder mit, die er von einer Anhöhe geschossen hat auf die er mit Badeschuhen gekraxelt ist. Ts, ts, ts…

19.00 Uhr | Nane fängt an das Abendessen vorzubereiten, es gibt Limonen Pasta mit Basilikum und Parmesan (auf speziellen Wunsch unseres Nordlichts). Zwischendruch gönnen wir uns pünktlich zum Sonnenuntergang einen Sundowner-Drink – einfach herrlich.

20.00 Uhr | Nane freut sich, die Pasta schmeckt allen richtig gut und wir schaffen fast den ganzen Topf Pasta aufzuessen. Thomas, Dirk und Alex spülen und Nane bereitet die Windlichter vor. Es kommen immer noch kräftige Böen rein, aber spätestens um Mitternacht soll das vorbei sein. Thomas macht den DJ und wir genießen den Abend mit leckeren Drinks.

23.30 Uhr | Der Sternenhimmel ist phantastisch. Wir haben sogar Sternschnuppen gesehen. Der Wind lässt langsam nach, die Böen werden seltener und weniger kräftigt. So langsam verkrümeln wir uns in die Koje.

Donnerstag, 06.08.2018 | Selimiye – Karasüleyman Bükü | 5,95 nm

9.00 Uhr | Wir werden wach. Dirk hat gut geschlafen, weiß aber noch nicht, wie es ihm geht. Nane steht auf und räumt ein bisschen rum, schreibt Blog und kocht Kaffee. Dirk geht erst mal schwimmen, um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Wir bekommen unser Brot und Nane richtet das Frühstück.

09.30 Uhr | Die Sundowner Crew verabschiedet sich. Wir helfen beim Ablegen und winken am Steg. Jan und Irem haben versprochen noch einen kleinen Törnbericht über den Ausflug bei uns an Bord zu liefern – wir freuen uns darauf.

10.00 Uhr | Wir gehen noch etwas Obst kaufen und holen beim Bäcker die kleinen Apfeltaschen für Zerrin. Die Sennur will heute nach Kocabahce Koyu und wir lassen diesen kleinen Gruß an Sailors Paradise überbringen. Dirk geht es so lala – die Wettervorhersage sagt für 18 Uhr 20 Knoten Wind aus NW an. Nane will es trotzdem mit der Bucht versuchen. Als Backup können wir imme noch zurück nach Selimiye – Hussein ist nicht ausgebucht.

11.30 Uhr | Wir machen die Luken dicht, verabschieden uns bis Sonntag (Nane hat reserviert, denn Selimiye steht auf Thomas Wunschliste) und tuckern im ersten Gang aus der Bucht von Selimiye.

12.15 Uhr | Wir setzen die Genua und kreuzen Richtung Karasüleyman Bükü.

13.15 Uhr | Die große Bucht ist leer, so wie wir uns das gewünscht haben und wir lassen den Anker Richtung  WNW fallen. Dirk gibt 50 Meter Kette bei einer Tiefe von 5 Metern, das müsste auch bei 20 Knoten passen.

15.00 Uhr | Der Wind hat wie angekündigt aufgefrischt, Nane schnorchelt den Anker ab – passt. Jetzt kommen Ausflusgboote in die Bucht, 15 Minuten dürfen die Gäste baden und dann wieder weiter. 5 Buchten auf einem Trip.

16.00 Uhr | Dirk schaut sich auch noch mal den Anker an – passt. Die Instrumente zeigen Böen von 16 Knoten – alles gut.

18 Uhr | Wie vorhergesagt, kommen die Böen jetzt mit 20 Knoten, manche mit 22, 23 Knoten, wir pendeln an der Kette, aber bleiben auf unserer Position. Nanes Anker App bestätigt das.

19.00 Uhr | Wir sehen eine Yacht in Rückwärtsfahrt vom Golf Richtung Bucht fahren und wundern uns. Als die Ycht näher kommt, sehen wir, dass sie den Anker vor sich her zieht. Sie stoppt vor der Bucht, fährt vorwärts, rückwärts, versucht den Anker einzuholen, nix geht. Der Skipper telefoniert. Sie sind aber zu weit weg, als dass wir hätten fragen können, wo das Problem liegt. Nane geht in die Küche, um einen Salat zu machen, auf mehr haben wir heute keine Lust.

20.00 Uhr | Ein Schlauchboot unter Motor kommt der Yacht zur Hilfe, Sie fahren mit der Yacht bei viel Gas noch mehrmals hin und her und bekommen den Anker dann eingeholt. Was genau das Problem war, ist für uns nicht ersichtlich.

21.00 Uhr | Der Sternenhimmel ohne Lichtsmog ist phantastisch. Wir hören Musik und liegen an Deck – einfach herrlich.

24.00 Uhr | Der Wind hat nachgelassen und wir gehen ins Bett.