Sonntag, 13.09.2020 | Karasüleyman Bükü – Selimiye | 10,58 nm

Für den frühen Nachmittag ist etwas Wind angesagt, den wollen wir ausnutzen. Um 13 Uhr spüren wir die erste leichte Brise und holen den Anker auf. Wir wollen nicht direkt rüber nach Selimiye sondern noch ein bisschen Spaß segeln. Vor dem Hotel liegt die Royal Romance – laut Internet eine der modernsten Mega-Yachten, die nur 214 Millionen Euro gekostet hat, dafür aber für 14 Gäste und 22 Besatzungsmitglieder  Platz hat. Nane segelt ganz nah vorbei, dass wir einen näheren Blick auf die Yacht werfen können. An Bord hält man sich mit einem Springseil in Form und schwimmt, in einem eigens abgesperrten Bereich. Die Plan B, an der wir danach vorbei segeln, wirkt dagegen klein, obwohl sie auch riesig ist. Wir haben guten Wind und er ist nicht mehr so warm, wie in der ersten Woche. Nane zieht eine Sweatshirt-Jacke an und Dirk amüsiert sich – Nane eingepackt mit Tuch um den Hals und Micha mit nacktem Oberkörper. Jeder so wie er es mag!

Gegen 15 Uhr nehmen wir Kurs auf die Bucht von Selimiye und liegen kurz nach halb vier am Jetty. Die Luken lassen wir zu und spritzen erst mal die Andiamo ab. Der restliche Sand von Palamut wird weggespült. Danach gehen wir eine Runde schwimmen und im Anschluss duschen.  Dirk und Nane chillen im Cockpit und Micha geht zum Barber. Wir wollen nach dem Essen ins Karadut und gehen deshalb schon um19 Uhr ins Voca. Dirk nimmt wieder Kavurma, das diesmal komplett anders ist als beim letzten Mal , aber trotzdem lecker. Micha und Nane nehmen Pacenga-Börek und Vorspeisen. Der Käsesalat schmeckt uns allen immer wieder phantastisch, so dass wir unbedingt wissen wollen, was das für ein Käse ist, wie er heißt und wo man ihn kaufen kann. Man verspricht uns, uns am nächsten Tag ein Stück mitzubestellen. Perfekt!
Nach dem Essen gehen wir für einen Nachtisch ins Karadut. Wir rufen Hüsseyin an, aber er muss Fußball gucken. Nane probiert die Karadut-Sangria und die Jungs nehmen Karadut-Limonade. Dazu gibt es Crumble und ein heißen Schokokuchen mit Vanille-Eis. Lecker. Wir quatschen mit Banu vom Karadut und verabschieden uns, denn am Montag lassen die Mädels den laden zu und machen mit Hüsseyin einen Bootsausflug von Sögüt aus. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und lassen Hüsseyin grüßen. Dirk freundet sich mit eine Katze an, die gleich seinen Schoß besetzt und uns nicht gehen lassen will und auf dem Rückweg verlieben wir uns alle drei in ein kleines Katzenjunges, dass wir aber nach ausgiebigen Streicheleinheiten lassen, wo es ist.
Zurück an Bord quatschen die Jungs noch bisschen und Nane geht schlafen, obwohl wir nicht viel gemacht haben, sind wir müde.

Samstag, 12.09.2020 | Karasüleyman Bükü

Der Samstag fließt in Zeitlupe an uns vorbei. Zum Frühstück gibt es Milchreis, Thomas würde das feiern und ZR würde die Krise kriegen. Immer mal wieder kommen Ausflugsboote und Gullets vorbei, die für ein oder zwei Stunden in der Bucht bleiben. Im Hisarönü-Golf liegt eine MegaYacht neben der anderen und Abends kommt es uns vor, als wäre Christkindl-Markt bei dem vielen Licht. Wir beobachten Wasskerski-Fahrer, Wakeboardfahrer, StandUp-Paddler und genießen den Tag. Mittags  macht Nane einen Wassermelonen-Salat mit Schafskäse, dann gehen wir wieder schwimmen, trinken Kaffee und Abends gibt es nochmal Pasta mit Limone und Basilikum nach Andreas Rezept – lecker. Wir schauen in die Sterne und fühlen uns privilegiert, das hier genießen zu dürfen. Micha und Nane trinken noch Martini und Raki und überlegen, wie eine perfekte Welt aussehen könnte…. Ohne Ergebnis gehen wir schlafen.

Freitag, 11.09.2020 | Sailors Paradise – Karasüleyman Bükü | 5,76 nm

Heute wollen wir uns einen Ankerplatz zum freien Schwojen suchen. Aber erst mal gehen wir frühstücken und genießen das leckere Frühstück von Sailors Paradise. Die kleinen gebackenen Puffer schmecken ganz besonders lecker. Wir besprechen die Route für die kommenden Tage – irgendwann brauchen wir Wasser und Strom. Das gibt es aktuell nur in Selimiye. In Orhaniye ist das Palmiye und die Cennet Marine geschlossen. Also planen wir am Sonntag  Selimiye ein und lassen Jürgen aus der Ferne die Reservierung im Voca für uns machen. Am Montag wollen wir noch zu Sailors, dann am Dienstag nach Bozukkale, am Mittwoch nach Ciftlik und am Donnerstag nach Marmaris, um am Freitag früh im Krankenhaus den Test zu machen. Wir zahlen die Rechnung und verabschieden uns bis Montag.  Gegen 12:30 Uhr legen wir ab, mal wieder ohne Wind. Um kurz vor 14 Uhr kommen wir in die Bucht von Karasüleyman Bükü, hier liegen schon 2 Yachten und ein Katamaran vor Anker. Wir wollen uns noch dazwischen einfädeln. Die ersten beiden Ankerversuche graben den Anker nicht richtig ein, trotz hoher Drehzahl im Rückwärtsgang, also warten wir ab, bis eine Yacht und die zwischenzeitlich eingelaufenen Ausflugsboote wieder weg sind und starten einen neuen, diesmal erfolgreichen Versuch. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Samstag noch mehr Boote auf Ankerplatzsuche sein werden ist hoch, also plädiert Nane dafür, bis Sonntagmittag hier zu bleiben. Wir genießen die Bucht, schwimmen, trinken Kaffee, quatschen. Gegen Abend macht Nane überbackenes Brot und wir schauen in die Sterne. Die AnkerApp überwacht uns und unseren Anker. Aber mit fast 50 Meter Kette auf 4 Meter und einem Anker, der „fett eingegraben“ ist, kann uns nichts passieren.