Samstag, 19.05.2018 | Adaköy Marina – Ciftlik | 16,74 nm

8.00 Uhr | Es ist leicht bewölkt, aber angenehm warm. 25 °C zeigt das Thermometer im Salon. Wir haben ganz gut geschlafen, in der Nacht sind wir nur kurz aufgewacht, als Jürgen mit seiner Crew auf die Sundowner kam – irgendwann zwischen 3.30 und 4.00 Uhr.

8.30 Uhr | Jürgen fährt mit dem Taxi in die Stadt Besorgungen zu machen – von uns will keiner mit. Canan hat uns Simit und Ekmek mitgebracht, wir kochen erst mal Kaffee. Yavas Yavas – wir lassen den Tag langsam angehen. Der Skipper hat schon die Checkliste geholt und überprüft, ob alles an Bord ist, was an Bord sein sollte – passt. Simit und Nutella mit einer starken Tasse Kaffee, unser erstes Frühstück. Der Skipper meditiert vor seinem  Teller „ess ich, ess ich nicht“ und Thomas schnackt ihm einen Teil seines Simit ab. Nach dem Frühstück füllt Dirk die Wassertanks auf, macht Fotos, schnackt.

10.30 Uhr | Die Online-Bestellung von Migros trifft ein. Leider wurden die Bestellungen von Jürgen und uns gemeinsam verpackt, so dass wir mit den Kassenzetteln und unseren Bestellungen da sitzen und alles auseinander sortieren. Dirk kämpft mit den türkischen Begriffen, was ist was. Der Google Übersetzer ist nur bedingt hilfreich, denn als er Nane fragt, „Warum hast du japanische Korbwaren bestellt?“ und sie ihn nur völlig irritiert anschaut, stellen wir fest, dass es sich dabei um ganz normale Zahnstocher handelt.

11.45 Uhr | Michaaaaa kommt! Wow – wir haben uns zwei Jahre nicht gesehen und es fühlt sich an, als hätten wir gestern erst Tschüss gesagt – faszinierend. Wir lassen ihm gerade mal Zeit, an Bord zu kommen und checken ab,  ob er auch Lust hat gleich rauszufahren – klar was für eine Frage.

12.30 Uhr | Die Andiamo ist startklar, wir haben uns von Canan verabschiedet und legen ab. Das Wasser ist spiegelglatt und so langsam werden die Wolken weniger und die Sonne erobert den Himmel. Was für ein Gefühl , kaum zu beschreiben, endlich – wir sind unterwegs.

13.15 Uhr | Leichter Wind kommt auf – Grund genug, die Segel zu setzen. Nane will in den Wind und stellt fest, dass wir keinen Verklicker haben. Wir informieren Canan, sie will heute Abend mit „Melek Elektrik“ (dem Elektrik Engel) und Tarkan nach Ciftlik kommen  und einen Verklicker mitbringen. Das  Groß hat einen kleinen Riss, auch die Info geben wir weiter. Herrlich Motor aus uns segeln – nur der Wind und das Plätschern des Wassers – darauf haben wir seit Monaten gewartet. Der Windmesser tut auch nicht, er zeigt 0 Knoten Wind an und angeblich kommt der Wind unabhängig vom Kurs immer von 60° steuerbord.  Die Andiamo gleitet durchs Wasser – keine Welle, die stört und wir bekommen 6 Knoten Fahrt.

15.30 Uhr | Die Jungs fragen Nane, ob sie nach Rhodos will. Kurs 180° – würde passen. Nein, natürlich nicht, aber die Andiamo läuft gerade so schön. Nane will nur eine Wende fahren und direkt nach Ciftlik rein. Das müsste jetzt passen. Also kommt das Kommando „Klar zur Wende?“ Logisch sind die Jungs am Start und wir cruisen Richtung Ciftlik.

17.00 Uhr | Das Groß haben wir schon eingeholt (es läuft sehr sehr schwer rein und raus, da stimmt was nicht, das müssen wir nachher checken) und gleiten nur mit der Genua und noch 3 bis 4 Knoten Fahrt in die Bucht von Ciftlik. An der kleinen Insel mit zwei Bergen vorbei kommen wir in die Bucht und holen die Genua ein. Jürgen liegt mit der Sundowner schon längsseits am Steg, wir gehen heute auch mal längsseits direkt hinter ihn. Er will wissen, wo wir so lange waren, wir sind doch über eine Stunde vor ihm los. Aber so ist das, wenn man den ersten Tag nach langer Zeit segeln kann, man möchte nicht aufhören.

18.00 Uhr | Wir waren schwimmen – noch nie war das Wasser an Pfingsten so angenehm – kalt ist es nicht. Sogar unser Skipper kommt ins Wasser ohne an der Badeleiter lange mit sich zu hadern ;-) Herrlich ist kein Ausdruck. Thomas will nicht mit ins Wasser, dafür teilt er unseren ersten Badeausflug über WhatsApp mit den „Daheimgebliebenen“ – er geht lieber heiß duschen. Canan und ihr Team kommen an, als wir wieder aus dem Wasser sind und „Melek Elektrik“ wird mit neuem Verklicker in den Baum gezogen. Ein Teil fällt ins Wasser, Tarkan springt keine zwei Sekunden später hinterher, holt  es vom Grund und gibt es nach oben. Kaum 20 Minuten später sehen wir wieder aus welcher Richtung der Wind kommt. Der Windmesser konnte so schnell nicht repariert werden, den nimmt das Phoenix-Team mit und checkt, was damit nicht stimmt.

19.20 Uhr | Wir gehen essen und gönnen uns ein paar Vorspeisen, Salat, Tavuk Kavurma, Tavus Sis und Calamares. Das Fladenbrot kommt heiß aus dem Backofen und wir können es gar nicht fassen, dass wir so ein herrlich gechilltes Gefühl haben, wo wir doch erst einen halben Tag unterwegs sind.

21.00 Uhr | Nane bittet Ibo noch um Eiswürfel  und wir nehmen an Bord noch einen Absacker mit Erdbeerlimes. Wir schnacken über Gott und die Welt – ein schöner erster Tag geht zu Ende.

Freitag, 18.05.2018 | Stuttgart – Dalaman – Marmaris

8.00 Uhr | Unser Shuttleservice steht vor der Tür und wir laden unsere Seesäcke in einen 206 PS Corsa. DANKE MULFI! Los geht’s….

8.30 Uhr | Am Flughafen ist richtig viel los – Freitag vor Pfingsten sind trotz Schulpflicht sehr viele Kinder hier, Nane runzelt die Stirn. Im Terminal 1 bei Turkish Airlines ist die Schlange für den 11.00 Uhr Flug nach Istanbul noch nicht so lang. Durch unsere Miles&More Karten bekommen wir die Plätze am Notausgang – perfekt für Dirks lange Beine.

11.00 Uhr | Wir starten pünktlich und der Flug ist unspektakulär. Nane schaut einen Film mit Tom Hanks und Emma Watson „The Circle“ – spannend und wirklich zu empfehlen. Dirk liest.

14.55 Uhr | Wir landen pünktlich und laufen zügig zur Passkontrolle, aber hier ist überraschenderweise wenig los, so dass wir schnell durch sind. Wir müssen vom International Bereich in den Domestic Bereich des Flughafens und sind eine Weile unterwegs. Noch eine Sicherheitskontrolle und wir sind an Gate 402. Von Thomas noch keine Spur. Unser Flug nach Dalaman soll 16.55 Uhr starten.

16.15 Uhr | Boarding – wir fliegen mit einem Airbus 330, viele Menschen müssen abgefertigt werden. Von Thomas weit und breit nichts zu sehen. Auch hier wurden wir von der netten Dame beim Check-In in Stuttgart an den Notausgang gesetzt – Beinfreiheit pur. Wir sitzen in Reihe 27, Thomas müsste irgendwo in Reihe 8 sein (hoffentlich). Plötzlich steht er da, der Große und erklärt der Stewardess „I’m looking for friends“ – sieht uns aber nicht, weil er nur Augen für die Frau mit den faszinierenden Augen hat. Wir machen uns bemerkbar und die Wiedersehensfreude ist groß!

17.15 Uhr | Wir starten mit 20 Minuten Verspätung, bekommen unterwegs ein warmes Sandwich und landen statt um 18.30 Uhr statt um 18.15 Uhr.

18.30 Uhr | Wir müssen für unsere Gepäckabfertigung wieder in den International Bereich und sehen einen unserer heißgeliebten Seesäcke mit einem großen Riss über das Gepäckband rollen. Das müssen wir reklamieren, hoffentlich ist an der Stelle nichts rausgefallen. Nane kauft noch Raki, Martini und einen Gin für Canan. Thomas und Dirk suchen schon jemanden, der den Schaden aufnehmen kann. Der ideelle Wert dieses Vintage Seesacks mit unserem Branding ist immens – mal sehen, was dabei rauskommt. Die Schadensabwicklung erledigen wir dann von Deutschland aus.

19.20 Uhr | Schnell noch Geld abgehoben mit unseren neuen Santander VisaCards – weltweit kostenlos. Der Fahrer unseres DM-Transfers wartet schon und wir dürfen in einem nagelneuen Mercedes VITO Richtung Marmaris fahren. Lieber ZR, Du wärst mehr als zufrieden gewesen!

20.35 Uhr | Wir sind da. Die holprige Strecke von Marmaris in die Adaköy Marina hat sich hingezogen. Wir packen unser Gepäck auf die Andiamo und gehen ins Sail Restaurant zum Essen.  Trotz englischer Karte und Fingerzeig auf das, was wir möchten, kommen statt Sigara Börek, gegrillte Haloumi-Streifen, statt Salat mit Thunfisch kommt Salat mit Käse, nur Lahmacun und Pide Tavuk – sind richtig. EGAL – wir wollen hier einfach ankommen und das, was kommt ist auch okay. Nane verlangt bei der Rechnung noch Phoenix Indirim (Nachlass) und bekommt 10%.

00.30 Uhr | Wir haben ausgepackt, unsere Sachen verstaut und sitzen noch bei einem Glas Wein an Deck und freuen uns, dass wir hier sind. Morgen kommt Micha und dann kann es losgehen. Gute Nacht.

Lange, sehr lange ist es her…

…dass wir einen Beitrag geschrieben haben, aber im Moment läuft privat so einiges daneben und die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) macht auch uns extrem zu schaffen! Selbst wir, die hier ja eigentlich ohne Gewinnabsicht nur unsere privaten Törns und Informationen posten, sind davor nicht gefeit. So muss man ein Impressum haben und eine ellenlange Datenschutzerklärung die ja eigentlich (?) eh keiner liest – oder doch? Wir dürfen keine Youtube-Videos mehr verlinken (auch keine eigenen) ohne extra vorher darauf hinzuweisen, dass man nun ein Youtube Video schaut etc…da werden sich die Abmahnanwälte wieder die Finger reiben. Wir hoffen mal, das wir soweit alles umgesetzt haben oder bis zum Stichtag (25.5.2018) umgesetzt haben werden, um hier “einigermaßen” sicher zu sein…aber wer was finden will…prima.

Hier sind wir froh, Frank von Cordmedia auf unserer Seite zu haben, der sich damit doch recht gut auskennt, viele Kurse besucht hat und uns nun mit Rat und Tat zur Seite steht! Diese kleine Werbung müsst Ihr uns einfach zugestehen!

Danke Frank!!!

Wer unseren “Countdown Zähler” im Auge hat, sieht es – wir haben Urlaub und fliegen wieder in die Türkei, um wieder mit der Andiamo 2 Wochen zu segeln.
Wir, das sind T aus Hamburg und M aus Waging am See…also wieder mal der “harte Kern” der letzten Crew und ein Gast ;-) T ist ja eigentlich mit seiner eigenen Crew unterwegs, diesmal hat es sich aber ergeben, dass wir uns einfach das Schiff zu viert teilen!

Das wird auf jeden Fall ein Spaß – und wir haben uns das wohl alle (ausnahmslos!) verdient.

T startet schon Donnerstag und erwartet uns in Istanbul, wo wir dann gemeinsam am Freitag zusammen nach Dalaman fliegen, um dann in die Adaköy Marina in Marmaris zu fahren – dort erwartet uns die Andiamo, die wir freundlicherweise schon am Freitag beziehen dürfen.

M landet erst am Samstag, lustiger weise fliegen Jürgens Eltern (der Eigner der Andiamo) auch in der gleichen Maschine ab München, so können auch die 3 sich einen Transfer teilen – perfekt, welch Zufall. So profitieren doch alle davon.

Die üblichen Vorbereitungen sind natürlich im vollen Gange, die Seesäcke liegen hier rum, die Technik ist auf dem Wohnzimmerboden verteilt, der Laptop hat noch “gschwind” dutzende Updates gefahren und alle Programme wurden auf Funktion geprüft. Der Fotoapparat ist geladen, die Gopro eingepackt, Ladekabel für alles mögliche müssen mit…es wird irgendwie immer mehr…? ;-) Aber TK sei Dank, wir haben 30 kg!

Wir werden sofern möglich und Netz vorhanden ist, natürlich wie gewohnt von unterwegs berichten, viele Bilder und Informationen aus dem schönen Revier mitbringen, die wir dann wie immer im Nachgang hier online stellen.