Sonntag, 08.09.2019 | Kocabahce Koyu / Sailors Paradise

Wir wachen erst kurz nach 9 Uhr auf – meine Güte der Schlaf hat gut getan. Nane macht Spiegeleier zum Frühstück und wir freuen uns auf einen ganzen Tag Nichtstun, Cay trinken, schwimmen, Musik hören, sich unterhalten und gut. Nach dem Frühstück gehen wir erst mal schwimmen und danach einen Cay trinken und treffen Sezai Süzen am Familientisch. Ein Obst- und Gemüsehändler vom Stuttgarter Großmarkt – so klein ist die Welt. Vor ca. einem Jahr haben wir uns auch hier bei Sailors Paradise getroffen und unterhalten. Er ist wieder mit seiner Familie auf einem Katamaran unterwegs, der deutsche Schwiegersohn in spe skippert und er amüsiert sich über die deutschen Regeln an Bord. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt und über Tomaten, die hier in der Türkei schmecken und in Deutschland nicht – wir sollen in Deizisau beim türkischen Markt einkaufen gehen, die haben Ware von ihm. Das werden wir sobald wir zu Hause sind berücksichtigen. Sie sind gerade erst in Orhaniye gestartet und haben die 2 Wochen noch vor sich – diesmal wollen sie nach Bodrum. Wir empfehlen ihnen Palamut. Neben uns liegt eine blaue Beneteau mit Namen Balamut, wir glauben sie schon ein paar Mal in Palamut gesehen zu haben und fragen das türkische Ehepaar, die mit der Yacht unterwegs sind. Sie freuen sich, dass wir ihr Schiff und Palamut kennen. Wir wollen wissen, wann sie wieder nach Palamut fahren. „Morgen früh“ ist die Antwort und so geben wir Ihnen eine Packung Duplo für Gürcan mit, mit der Bitte ihn anzurufen und sie ihm zu von uns zu geben. Gürcan wird parallel über WhatsApp informiert und wie wir am nächsten Tag erfahren, hat die Übergabe geklappt – schön. Wenn wir dieses Mal schon nicht nach Palamut kommen, dann schaffen es wenigstens die Duplo für Gürcan.

Wir genießen den Tag, schwimmen, lesen, hören Musik. Nane füttert Egge zum Mittag mit Reis und Kartoffeln und wir bekommen Hunter Börek als Mittagssnack.  Am Nachmittag trinken wir Tee mit der Familie und genießen diesen Ort und diese Menschen. Ein Fischer hat heute früh einen Bonito gebracht, den Zerrin für uns reserviert hat – so muss Dirk sich schon keine Gedanken machen, was er zu Abend isst. Der Fisch hat hervorragend geschmeckt und wir bedanken uns herzlich – morgens gefangen und abends auf dem Teller – so frisch bekommt man es selten.

Viel zu schnell geht dieser wunderbar gechillte Tag zu Ende und wir nehmen noch einen Drink im Cockpit, bewundern den Sternenhimmel und gehen schlafen.

Sailors Paradies

Samstag, 7.9.2019 | Selimiye – Kocabahce Koyu | 14,25 nm

Heute hat unser Micha Geburtstag, das werden wir im Karadut No.12 mit einer Limonade und einem Capuccino feiern. Aber erst mal ist Arbeit angesagt, sobald unsere Crew um 10.00 Uhr von Bord ist, werden wir innen und außen eine Putzaktion starten, damit wir für unsere Urlaubswoche eine blitzblanke Andiamo haben. Nane zieht schon unsere Betten ab, in der zweiten Woche gibt es frische Leintücher. Wir kochen Kaffee für das letzte gemeinsame Frühstück an Bord, aber dafür müssen erstmal die Gläser von gestern und der Abwasch gemacht werden. Unsere Crew kommt recht müde daher – kein Wunder es war eine kurze Nacht – und ist mit packen beschäftigt. Kurz nach 9 Uhr wird das frische Fladenbrot geliefert und wir können frühstücken. Kai liest den Bericht des gestrigen Tages vor und wir versprechen die fehlenden Abfahrts- und Ankunftszeiten zu ergänzen und die Berichte zu scannen und per Mail zu schicken. Auch heute hat unsere Crew nicht mehr vor, sich an den notwendigen Arbeiten an Bord zu beteiligen, das Frühstück war wichtig, so wie gestern der Buchtensnack, aber der Abwasch wird großzügig ignoriert. Wir haben mit Hüsseyin vereinbart, dass sie das Gepäck bei ihm unterstellen dürfen, denn Irem hat den Transfer von 10 Uhr auf 14 Uhr verschoben, um noch ein wenig Selimiye zu genießen. Kurz nach 10 Uhr ist alles eingepackt und im Aurora untergestellt. Nane und Dirk spritzen die Andiamo ab, seit Datca hat sich doch wieder eine ordentliche Salzschicht gebildet und füllen die Tanks mit Frischwasser. Als die Luken wieder offen sind, putzen wir innen, Bäder, Tisch, Küchenzeile und wischen den Boden, in einer Woche sammelt sich ganz schön Schmutz an. Danach gehen wir auf Shopping-Tour, um unsere Vorräte für die nächste Woche aufzufüllen. Bis auf Obst lassen wir alles liefern, das kaufen wir auf dem Rückweg und gehen auch noch beim Bäcker vorbei, um für Zerrin die kleinen leckeren Apfel-Taschen mit zu nehmen. Zurück im Aurora verstauen wir alles an Bord und gehen duschen. Jetzt ist Zeit, um Michas Geburtstag zu zelebrieren, auch wenn er nicht mit an Bord ist. Im Karadut No.12 freuen wir uns die 3 Mädels zu sehen, trinken eine Karadut-Limonade mit Minze und einen Cappuccino. Wir sprechen über Suzan und was für eine tolle Frau sie war. Alle sind traurig und vermissen sie sehr. Jetzt sind schon 2 wunderbare Frauen aus Selimiye nicht mehr unter uns, Nese vom Café Cerie und Suzan. Der kleine weiße Hund Latte bringt uns auf andere Gedanken, er ist das zweite Findelkind, dass hier groß gezogen wird, aber die kleine schwarze Katze Karadut ist recht eifersüchtig und möchte ihr Zuhause nur ungern teilen. Eine kleine Hexe ist sie geworden, wird uns berichtet. So langsam müssen wir aufbrechen und wollen zahlen, aber wir sind eingeladen. Ein türkisches Sprichwort sagt, dass eine spendierte Tasse Kaffee 40 Jahre in Erinnerung bleibt. Wir verabschieden und, drücken alle drei herzlich – wir hoffen uns nächstes Jahr wieder zu sehen. Zurück im Aurora treffen wir auf unsere Crew und verabschieden uns jetzt nochmal frisch geduscht von Ihnen, sie haben noch 1 Nacht im Hotel in Marmaris und Jan und Irem noch 1 Woche in der Türkei – Gute Reise.

Der Abschied von Hüsseyin fällt schwerer, wir hoffen, dass er das Aurora weiter führt, im Sinne von Suzan und für Ihr Andenken. Dafür wünschen wir ihm alle Kraft. Um 13:30 Uhr laufen wir aus Richtung Kocabahce Koyu.  Wir kommen ohne Wenden aus der Bucht von Selimiye und kreuzen gegen den Wind, um zu Sailors zu kommen. Dort wollen wir 2 Tage bleiben, denn es ist stärkerer Wind angesagt und wir freuen uns auf ein wenig Erholung. Um 16:30 Uhr laufen wir in die Bucht von Sailors Paradise ein und kommen pünktlich zum Tee. Wir genießen die Cookies und Cay mit der Familie unter der Palme und unterhalten uns. Gegen Abend wollen wir noch eine Runde schwimmen, gehen duschen und nehmen noch einen Drink an Bord, bevor wir zum Essen gehen. Der Jetty ist voll und auch jede Boje ist belegt. Also schauen wir, dass wir vor dem Ansturm zum Essen kommen. Der Wind fischt auf, so dass nicht nur wir innen sitzen wollen. Schon während des Essens stellen wir fest, dass wir todmüde sind und gleich im Anschluss schlafen müssen – die letzten Nächte waren auch für uns kurz. Gegen 21:30 Uhr verschwinden wir in der Koje und fallen in einen tiefen Schlaf – gute Nacht.

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

Lothar & Sennur

Lothar & Sennur

Lothar & Sennur

Lothar & Sennur

Lothar & Sennur

Lothar & Sennur

entspannt unterwegs...

entspannt unterwegs...

Selimiye

Donnerstag, 05.09.2019 | Kocabahce Koyu (Sailors Paradiese) – Armak Bükü | 13,74 nm

Unsere Crew hatte heute Nacht noch einen Rettungseinsatz, von dem wir nichts mitbekommen haben. Auf einer Nachbaryacht hat ein recht angetrunkener Mann vorne versucht von Bord zu pinkeln und ist kopfüber ins Wasser gefallen. Alle standen nur herum und haben geschaut, Kai und Jan haben den Herrn dann mit Taschenlampe aus dem Wasser an die Badeleiter geleitet und über den Steg an Bord seiner Yacht gebracht. Kompliment – das ist Seemannschaft pur – gut gemacht.

Mehmet hat uns am Vorabend zum Frühstück eingeladen und so können wir heute ganz entspannt ein ausgiebiges türkisches Frühstück mit Omelett genießen.  Lecker! Wir genießen Omelette, Käse, Marmeladen, Honig, Gurken, Tomaten und Oliven und das leckere Brot aus dem Holzofen – besser kann der Tag nicht starten. Nach dem letzten Cay kommt der Skipper der Bossa Nova und bedankt sich mit 2 Flaschen Angora (Weißwein) bei unseren Rettern. Der richtige Begleitwein für das Abendessen heute in der Bucht.

Wir gehen noch eine Runde Schwimmen und Schnorcheln, die riesigen Fischschwärme unter den Booten sind faszinierend. Herrlich hier – das findet unsere Crew Gott sei Dank auch. Wir nehmen noch 3 Ekmek und ein paar Tomaten mit an Bord – Irem wird heute kochen – wir sind gespannt.

12.00 Uhr so langsam kommt Wind auf. Wir verabschieden uns bei Zerrin, Tarek und Mustafa bis zur nächsten Woche und machen die Andiamo klar zum Auslaufen. Alles muss segelsicher verstaut werden, alle Luken dicht, alle Seeventile zu. 12.35 Uhr laufen wir aus. Zwischen den Inseln sichtet Jan eine Meeresschildkröte und Nane dreht bei, damit wir alle einen besseren Blick auf das tolle Tier haben. Irem kann noch ein Foto schießen, bevor sie abtaucht. Wir wollen heute in die Armak-Bucht gegenüber, die ist nur 4 Seemeilen entfernt, aber unsere Crew will Segelmanöver üben, also wenden wir, halsen wir und wenden wir…. Immer in Sichtweite unseres Ziels, um den Moment abzupassen, wenn die Gullets unsere Bucht verlassen und wir uns den besten Platz ergattern können. Irem will unbedingt die Landleine schwimmen und hat schon Tage vorher den Palstek geübt. Jan und Kai haben heute das Ruder in der Hand – beide lieben den Am-Wind-Kurs, denn nur hier kann man Speed aufbauen. Was aber ehrlich zu sagen ist, sie können alle super Kurs halten, fahren gute 90°-Wenden und haben die Kommandos drauf – das hätten wir so nicht gedacht und sind echt beeindruckt. Aus 4 Seemeilen Wegstrecke machen wir so knapp 14 und gegen 15:30 Uhr steuern wir die Bucht an. Wir gehen in den Wind, holen die Genua und das Groß  Motor ein und fahren unter Motor in die Bucht. Irem und Jan machen sich klar zum Landleine schwimmen, denn wir werden zwei Leinen brauchen, die mit Palstek verbunden verlängert werden müssen – das ist besser zu zweit. Wir lassen die beiden raus und sie schwimmen Richtung Land – vorher haben wir ihnen noch die Schwimmschuhe von Nane und Dirk gegeben, denn Seeigel braucht niemand im Fuß. Während wir in sicherem Abstand warten, macht eine Güllet los und ein Motorboot. Irem und Jan kämpfen mit dem Leinensalat, aber von Weitem sieht es so aus, dass es bald klappen könnte. Also fahren wir unser Ankermanöver, Nane lässt 50 Meter Kette raus und stoppt, damit sich der Anker richtig eingräbt. Wir warten auf Irem und Jan, die mittlerweile wieder im Wasser sind, aber mit den Leinen kämpfen, man könnte es auch als Liebesspiel mit Leinen interpretieren, beide Lachen aber irgendwie kommen sie nicht voran. Gott sei Dank kommt der Wind von vorn, so dass wir nicht allzu stark pendeln und das Boot mit Rückwärtsgang gut in der Spur halten können. Dirk macht weitere Leinen klar, um einen Plan B zu entwickeln. Irem und Jan sind noch nicht weiter, während Dirk und Kai vier Leinen miteinander verbunden haben. Dirk springt ins Wasser, schwimmt an Land und befestigt seine Landleine an einem Seil um einen Baum, das wahrscheinlich von einer Gullet hier gelassen wurde. Als wir die Landleine stramm ziehen und über die Winsch legen, reißt die Leine um den Baum mit  – Murphys Law. Also verlängern wir mit einer weiteren Leine und Dirk macht einen Palstek um einen Baum – fertig. Er lässt es sich nehmen, „Erster“ zu schreien. Irem und Jan machen Ihren Leinensalat wieder los und kommen zurück an Bord. Die Nachbarn auf der Gullet haben es sich bequem gemacht, um unser Ankermanöver in vollen Zügen zu genießen – es werden sogar Fotos gemacht. Naja, so werden wir wenigstens berühmt, wenn nicht reich.

Nachdem aufregenden Ankermanöver müssen erst mal alle ins Wasser, um sich abzukühlen und erst danach gönnen wir uns ein Efes als Anleger. Es gibt nur Chips und Nüsse zum Bier, schließlich sollen alle das Abendessen genießen! Irem kocht uns eine leckeres türkisches Nudelgericht mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch. Dazu gibt es den leckeren Weißwein, den unsere Crew für das Rettungsmanöver bei Sailors Paradise bekommen hat – lecker, wir trinken auf die Retter.

Bei chilliger Musik und ein paar Drinks genießen wir den Sternenhimmel. Nane und Dirk verkrümeln sich in die Kojen und überlassen die Buchtenromantik den frisch Verliebten.

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy

Hurmalı Koy