Als traditionelles Ankerfrühstück hier in Ekincik gibt es noch mal Pfannkuchen und ZR rettet sich mit Schinken und Käse auf dem Pfannkuchen über den „Süßkram“ hinweg. Da richtig Wind angesagt ist, will Nane nur mit Genua raus, damit Christopher und Rina noch ein bisschen üben können. Mit der Genua der Pura Vida kann man auch gut am Wind segeln und beide fahren sehr schöne Wenden mit fast 90° – sehr gut für unsere Segelanfänger – Kompliment.
Weil wir gegenan kreuzen, machen wir aus 18 fast 25 Seemeilen, aber das ist der Segelspaß wert. Freitagabend ist es in Ciftlik nicht besonders voll. Wir kommen als zweite Yacht an den Jetty. Hassan steht am Steg und freut sich, uns zu sehen. Wir gönnen uns einen Anleger und gehen erst mal baden – die letzte Bademöglichkeit vor Marmaris, das müssen wir ausnutzen. Katharina und Christopher finden die Insel mit zwei Bergen genauso cool wie wir. Christopher zeigt uns nochmal wie man schnell und unkompliziert ins Wasser geht, auch wenn die Temperaturen frisch sind – ein Schritt und man ist im Wasser. Wir werden schauen, ob wir in Zukunft auch “christophern” oder uns weiterhin Step by Step über die Badeleiter ins kalte Wsser wagen. Kurz vor 20 Uhr gehen wir zum Essen und bestellen wie üblich zu viele Vorspeisen und sind schon fast satt, wenn das Hauptgericht kommt. Das liegt v.a. am leckeren Fladenbrot, das hier selbst gebacken wird.
Zurück an Bord versuchen wir die Weinvorräte nochmal zu dezimieren – das gelingt uns bis zum Ende des Törns sicher nicht komplett, aber wir arbeiten daran. Es geht immer noch Wind, die Pura Vida wird gut durchlüftet. Das war ein sehr schöner Segeltag mit einem tollen Abschluss. Wir hoffen morgen noch etwas Wind zu bekommen, um auch die letzten 12 Seemeilen noch etwas segeln zu können. Kurz vor Mitternacht macht sich die Müdigkeit bei fast allen bemerkbar und wir verschwinden in den Kojen.
Die erste Nacht in Ciftlik auf der PuraVida. Tief und fest haben wir nicht geschlafen. Jedes Geräusch musste zugeordnet werden. Wir müssen erst mal ankommen. ZR meint der Kühlschrank wäre nicht so laut wie auf der Andiamo, ist doch schon mal was. Wir wachen recht früh auf und ZR kocht schon Kaffee und geht nach der ersten Tasse schwimmen. Nane steht zumindest bis zu den Oberschenkeln auf der Badeleiter, aber weiter kommt sie nicht – zu frisch und zu früh. Also starten wir die Frühstücksvorbereitungen. Wir backen Ekmek auf, es gibt Spiegeleier. Natürlich mit gesunden Addons wie Gurken und Tomaten. Das erste Stück Gurke nimmt ZR und will dass wir diesen Sachverhalt dokumentieren (für seine Mama – liebe Grüße nach VS an dieser Stelle). Nane entscheidet sich für Joghurt mit Honig und frischem Pfirsich „Energy Breakfast“ ist für jeden etwas anderes ;-)
Im Deniz Restaurant zahlen wir erst mal die Rechnung vorm Vortag, nehmen noch zwei von den genialen Fladenbroten mit, die in der Region wirklich auf Platz 1 der frisch gebackenen Brote stehen. Im Mini-Shop entdecken wir Orangensaft, der war im Migros aus, also nehmen wir hier auch noch 2 Liter mit. Wir verabschieden uns bis in 2 Wochen und legen um 9.30 Uhr ab.
Wind ist leider keiner angesagt und so werden wir heute die lange Strecke bis in den Göcek Golf den Diesel-Wind bemühen. Was soll’s. Nane schreibt noch ein WhatsApp an das Adaia Restaurant, dass wir so um 17 Uhr da sein werden. Die Reservierung wird uns bestätigt. Prima.
Der Himmel ist diesig und es klart nicht richtig auf. Das Gewitter gestern Abend hat leider nicht für klare Sicht gesorgt. Es sind kaum andere Yachten unterwegs und wir nutzen die Zeit, um mal wieder über Gott und die Welt zu sprechen. Schön. Thomas hatten wir das letzte Mal im September gesehen, als er mit Alex in Datca von Bord gegangen ist.
Nach dem Kap Kurloglu Burun, geht es in den Golf von Fethiye und wir haben bisschen achterlichen Wind. Der Versuch mit der Genua voran zu kommen, wird nach 5 Minuten wieder aufgegeben. Zumindest hatten wir sie einmal draußen und wissen, dass sie einsatzbereit ist.
Um 15.25 Uhr nehmen wir die Durchfahrt zwischen Festland und der Insel Domuz Adasi. Im Göcek Golf ist mehr los und wir haben plötzlich thermischen Wind. Für die letzten 30 Minuten holen wir die Segel aber nicht mehr raus. Eine größere Motoryacht nimmt Nane gnadenlos die Vorfahrt – das Recht des Stärkeren und doch nicht die feine Art. Um 16 Uhr steuern wir den Steg des Adaia Restaurant an. Wir werden nach innen geholt und wundern uns, dass nicht viel los ist. Aber kaum, dass wir festgemacht haben, kommt eine Yacht nach der anderen rein. Wir gönnen uns Weißwein zum Anleger und gehen erst mal schwimmen. Sogar Thomas kommt ins Wasser, mit einem Hechtsprung und beschwert sich bei ZR und Nane, dass er ja fast einen Herzinfarkt bekommen hat, weil es so kalt ist. Dirk kommt auch ins Wasser und hechelt ein wenig an der Badeleiter, um mit der Temperatur klar zu kommen. Also alles so wie immer…
Die schöne Anlage des Adaia bietet wie im letzten Herbst auch leider nur kaltes Wasser zum Duschen an, nicht so schlimm, wir waren ja auch schwimmen. Da wir längsseits am Steg liegen, sehen wir, dass die Steuerbord-Seite der Pura Vida einige Schrammen hat. Hier hat das Dinghi ganze Arbeit geleistet. Ein Teil des Gelcoats haftet noch am harten Heck des Dinghis, wo der Außenborder fixiert wird. Wir wissen, warum wir ungern Dinghi fahren ;-) Der Himmel zieht sich zu, es sieht nach Regen aus, also entschließen wir uns zum Essen zu gehen. Diesmal gibt es alles, was auf der Speisekarte steht, das war im Herbst nicht so. Die Preise haben aber noch mal deutlich angezogen. Wir blenden das aus und bestellen uns gegrillten Ziegenkäse, gefüllte Champignons, Pide und Humus mit Bacon als Vorspeise. Thomas gönnt sich einen Caipirinha. Zum Hauptgang gibt es Lammkottelets, Bonfilet und Cökertme Kebab mit Kalbfleisch. Das Essen ist richtig lecker – alle sind begeistert und satt. Nach dem Essen bestellen wir uns noch Cay und Café Latte und verlangen die Rechnung, weil es Richtung Fethiye schon heftig donnert und blitzt. Zumindest der Regen wird uns laut Regenradar hier erwischen. So viele Blitze kurz hintereinander und das über 2 Stunden hinweg haben wir noch nicht gesehen. Ein beeindruckendes Schauspiel. Wegen des Regens verziehen wir uns in den Salon und gehen nach einem Absacker recht früh in die Kojen.
Das Greenpark Apartment-Hotel in Marmaris das wir für die eine Nacht (27€ für 3Personen) gebucht haben, liegt mitten im Tourismus-Bezirk der englischen Gäste. Die Musik aus den Bars war entsprechend laut, aber um Mitternacht war Gott sei Dank Schluss, so dass wir etwas schlafen konnten. Wir wachen früh auf und beschließen direkt nach dem Duschen in die Marina zu fahren, erst mal zu frühstücken und dann um 9.00 Uhr wie verabredet an Bord der Pura Vida zu sein, um Norbert zu treffen und die Übernahme zu organisieren.
Das Pineapple-Restaurant, das wir eigentlich für’s Frühstück eingeplant hatten, ist leider um diese Uhrzeit noch geschlossen, so dass wir nebenan in’s Roberts gehen, das uns Katrin und Norbert empfohlen haben. Kaum kommen wir in den ersten Stock, sehen wir Katrin mit der Crew schon am Frühstückstisch sitzen. Wir setzen uns dazu und tauschen uns über die Erlebnisse der letzten 2 Wochen auf See aus. Zwischendrin muss es viel Wind gegeben haben und wir sind froh, dass die Pura Vida samt Crew wieder heil in Marmaris gelandet ist. Es gab ein paar Blessuren, aber die sind heilbar. In Hayit Bükü hat das Heck die Mole touchiert, weil der Anker ausgebrochen ist. Der Ankergrund vor der Mole ist tükisch, hier läuft eine Kette quer, damit hatten wir im Sommer 2020 auch schon zu tun.
Thomas kommt ins Roberts und frühstückt mit uns, danach machen sich Dirk und Norbert auf, die Übergabe zu machen. Wir wollen Geld holen, einkaufen gehen und die Internetkarte aufladen. Norbert möchte mit, weil er auch Geld braucht und gleich sehen möchte, wo der Internetladen ist, in dem wir unsere Karte für unseren Router aufladen. Das Aufladen ist etwas problematisch, weil die tollen Angebote aus dem Mai im Juni nicht mehr zur Verfügung stehen, aber am Ende haben wir es hinbekommen. Nane hat die WhatsApp-Nummer des Ladenbesitzers, sollten uns die 15 GB nicht reichen, die sie bekommen hat, kann sie Bescheid geben und er lädt nach. „Money no problem“ – sprich wir können zahlen, wenn wir wieder da sind.
Danach geht es zur Post, weil wir an den Bankomaten Geld abheben wollen. Die einzigen Bankomaten, die keine extra Gebühr verlangen. Leider klappt das nicht. Keine unserer Kreditkarten hat Erfolg und es kommt die Meldung, dass maximal 400 Tyl abgehoben werden können, das sind gerade mal 25 Euro – keine Chance für einen 2 Wochen-Segeltörn. Also geben wir auf, kratzen unser Bares zusammen und gehen in ein „Change-Office“, da die Post selbst zu hat. Wir tauschen alles, was wir haben und nehmen uns vor, so viel wie möglich mit Kreditkarte zu bezahlen. Nach der vergeblichen Aktion des Geldabhebens verabschiedet sich Norbert und geht zurück in die Marina, während wir uns auf den Weg in den Migros machen. Die erste Frage, die Nane klärt ist der Yacht-Service – „var“ sprich gibt es. Perfekt! Also kaufen wir ein. 4 Einkaufswagen beladen wir mit Getränken und Lebensmitteln. An der Kasse müssen wir drei Mal zahlen, weil das Limit bei 2000 Tyl pro Kartenzahlung liegt. Es wird alles in eine große Transportbox verladen, die auf einen kleinen LKW geladen wird. Nane darf mit den Jungs vom Migros in den LKW steigen und Thoas und ZR nehmen sich ein Taxi zurück. In der Marina staunen unsere Nachbarn nicht schlecht, dass wir im Fullservice-Mode unsere Einkäufe auf die Pura Vida bekommen. Wir müssen aber noch warten, noch ist das Putz-Team an Bord und es müssen auch einige Reparaturen durchgeführt werden. Die Backbord-Toilette hat ein Problem, die Bilge ist nicht automatisch angesprungen, der Wasserhahn in der Steuerbord-Toilette muss getauscht werden, das Gelcoat am Heck wird provisorisch ausgebessert und die Heckdusche wird repariert. Um 14 Uhr will Dirk raus und die restlichen Arbeiten sollen durchgeführt werden, wenn die Pura Vida 14 Tage in der Marina liegt, ohne dass jemand von uns unterwegs ist. Dirk hat mit dem Miknatis-Office alles geregelt und wir ziehen ein. Um 15 Uhr sind wir klar, um auszulaufen. Da wir die Yacht noch nicht kennen, bitten wir um Unterstützung und das Miknatis Team stellt jemanden ab, der mit an Bord ist und einen „Marinero“, der uns beim Auslaufen und drehen in der engen Gasse unterstützt. Dirk ist nicht ganz begeistert, wie wir raus gekommen sind, weil zu viele Menschen zu viele Dinge unterschiedlich gehhandhabt haben und er nicht koordinieren konnte, aber es hat geklappt. Es gibt keinen Wind, als fahren wir unter Motor Richtung Ciftlik, kurz vor 17 Uhr legen wir am Jetty an. Nach dem ersten Anleger und dem ersten Mal im Wasser fühlt es sich langsam nach Urlaub an – alles vorher war doch anstrengend.
Wir gönnen uns ein leckeres Abendessen im Deniz Restaurant und ckecken mehrfach das Wetter, denn ein heftiges Gewitter zieht auf. Der Regenradar von Wetter.com ist hier ziemlich aktuell. Anfänglich sollte uns das Gewitter voll erwischen, aber Gott sei Dank am Ende waren wir genau zwischen zwei Gewitter-Zellen und sind mit ein bisschen Regen davon gekommen. Wir gönnen uns noch einen Absacker und verschwinden recht früh in den Kojen.
Diese Website benutzt nur technisch notwendige Cookies. Es gibt weder Marketing- noch statistische Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.