Freitag, 13.09.2024 | Stuttgart – Istanbul – Bodrum – Güllük

Der Wecker klingelt um 3.45 Uhr. Heute fällt das Aufstehen leicht, denn wir kommen endlich wieder zum Segeln. Pünktlich um 4.30 Uhr steht ZR vor der Tür und fährt uns standesgemäß mit seinem schicken Mercedes zum Flughafen. Als wir kurz nach 5.00 Uhr am Checkin stehen, sind vor uns noch nicht allzu viele Passagiere in der Warteschlange. Wir geben unsere Seesäcke auf und die 23 kg sind nur knapp unterschritten – passt. Wir wundern uns, dass uns die Mitarbeiterin am Checkin den Hinweis gibt, dass wir in Istanbul rennen müssen, denn die Umsteigezeit wäre recht knapp bemessen. Der Flug soll um 6.55 Uhr starten und Nane bemerkt etwas irritiert, dass auf der ausgedruckten Bordkarte 7:20 Uhr steht – wird schon passen, denn auf allen Anzeigen steht 6:55 Uhr. Als wir nach der Passkontrolle am Gate sitzen, kommt die Info, dass der Flug Verspätung hat und erst um 7:20 Uhr startet – jetzt ist klar, dass wir in Istanbul Gas geben müssen. Als wir erst um kurz vor 8.00 Uhr starten, weil der Luftraum voll ist, wissen wir, dass das mehr als knapp wird und die Wahrscheinlichkeit den Flug zu verpassen recht hoch ist. Naja, wir werden sehen – ändern können wir aktuell sowieso nichts. Der Flug ist recht turbulent und hin und wieder sackt sie Maschine ab – die Anschnallzeichen sind dauerhaft an und der Kapitän macht regelmäßig darauf aufmerksam, dass man wegen der Turbulenzen bitte angeschnallt sitzen bleiben soll – schön ist anders.

Als wir in Istanbul landen haben wir noch kurz die Hoffnung, den Anschlussflug zu bekommen, aber wir fahren noch ca. 20 Minuten bis zum Haltepunkt und werden mit Bussen zum Flughafengebäude transportiert. Nane steigt in den Bus, Dirk quatscht noch mit einem Türken, der seinen Anschlussflug auch verpasst und mit einem Flughafenmitarbeiter diskutiert hat, als Dirk einsteigen will, gehen die Türen zu – da hilft auch Nanes Fuß nicht, den sie dazwischen klemmt, der wird gequetscht und die Tür ist zu. Am Flughafeneingang versucht Nane herauszubekommen, ob der zweite Bus auch hier halten wird – leider nur Schulterzucken, also geht Nane zum Domestic Transfer und wartet vor der Passkontrolle auf Dirk, der irgendwann angesprintet kommt. Die Passkontrolle geht zügig, aber das Gate ist schon geschlossen. Wir machen uns auf die Suche nach einem Turkish Airlines Schalter und erklären die Situation, dass wir eine Umbuchung brauchen. Thomas checkt in Hamburg wieviele Flüge noch nach Bodrum gehen und teilt uns mit, dass alle ausgebucht sind, 21.45 Uhr wäre noch Platz – keine guten Nachrichten. Irgendwie ist Freitag der 13. doch spürbar…. Als der Mann hinter dem Turkish Airlines Schalter einschläft, während wir warten, weckt Nane ihn auf und bittet nochmal nachdrüücklich darum, hier eine Lösung zu finden. 20 Minuten später haben wir unseren Anschlussflug um 13:45 Uhr geht es nach Bodrum. Zwar sitzen wir 10 Reihen auseinander, aber Hauptsache wir kommen an. Durch die Hektik des Umsteigens, haben wir keine Zeit mehr gehabt, im Duty Free einzukaufen und delegieren das per WhatsApp an Micha, der später fliegt.

Das Taxi vom Flughafen nach Güllük kostet nur 450 Lira und wir sind happy als wir im Elegance Otel ankommen und unsere Familien-Suite beziehen können. Mit Abstand das beste und schickste Hotel, dass wir für diese 1 Nacht bevor wir ein Schiff übernehmen können, je hatten. Micha, Lenka und Sven kommen erst später, also machen wir uns gegen 16 Uhr auf den Weg in die Güllük Marina, wo die Pura Vida mit unseren Miteignern liegen soll, die heute einlaufen wollen. Google sagt, das sind 1,7 km und wir laufen los, nicht ohne uns vorab bei Migros ein Dondurma und Wasser zu gönnen. Auch wenn der Weg nicht allzu lang ist, ist es in der Hitze recht schweißtreibend und als uns auch noch Wildschweine auf der Straße inmitten eines Wohngebiets begegnen, hofft Nane, dass die nicht aggressiv reagieren, denn sie wären definitiv schneller in der Verfolgung als wir rennen könnten – aber sie ignorieren uns, also tun wir das auch. Als wir ins Marina Office kommen, ist der Skipper der Crew vor uns schon im Office und erklärt, dass er nicht Abpumpen war, das könnten wir ja am Sonntag machen, wenn wir auslaufen. Blöd ist, dass man ohne diese Papiere kein Transitlog bekommt und dass die Küstenwache wenn sie kontrolliert nur Abpump-Bestätigungen akzeptiert, die nicht älter als 14 Tage sind. Sprich wir müssen erst mal schauen, wie wir das lösen wollen. Warum der Deal, dass am Ende des Törns immer abgepumpt werden muss nicht mehr gilt, wissen wir nicht.

Die Putzfrau für den nächsten Tag ist beauftragt, die Wäsche wird morgens abgeholt und soll uns am Samstagnachmittag wieder gebracht werden. Wir müssen noch unsere Personalausweise kopieren lassen, die die Marina für die Unterlagen braucht und wir folgen Walter in die Marina, wollen aber bevor wir die besprochene Übergabe machen, noch kurz im Büro mit dem Transitlog vorbei, das leider kurz nach 17.00 Uhr schon geschlossen ist. Wir gehen zum Ponton B, wo die Pura Vida liegt, aber unsere Miteigner sind mit anderen Dingen beschäftigt und lassen uns auf dem Steg stehen, so dass wir nach 10 Minuten beschließen wieder zu gehen, weil eine Übergabe anscheinend nicht relevant ist. Als wir gehen ruft man uns nach, ob wir am Abend nochmal kommen – nein, wieso? Auf dem Rückweg hält plötzlich ein Auto mit einem älteren türkischen Pärchen, die fragen, ob sie uns mitnehmen dürfen – ja klar, gerne! Wir unterhalten uns und erklären, dass sie der Beweis sind, dass einem am Freitag, den 13. auch etwas Positives passieren kann. Wir verabschieden uns herzlich, bedanken uns und wünschen den beiden noch viel Gesundheit und Glück.

Zurück im Hotel checken wir die Flüge von Micha und stellen fest, dass auch er Verspätung hat, also können wir noch duschen und uns ein wenig ausruhen. Als endlich das Taxi vorfährt und Micha aussteigt, ist die Freude riesig. Dirk geht ihm entgegen und Nane hüpft vor Freude als sie ihn sieht – es fühlt sich an, als wäre keine Woche seit dem letzten Mal vergangen, obwohl es 4 Jahre sind mit viel Funkstille dazwischen.

Zur Begrüßung haben wir schon Ayran für Micha im Kühlschrank und machen uns nach einem kurzen „Refreshing“ von Micha auf den Weg in die Stadt, um etwas zu essen. Wir landen in einem Pide-Restaurant und gönnen uns neben Pide und Salat etliche Cay. Die Preise sind in Güllük noch nicht so hoch, wie in den üblichen Touri-Gegenden. Mit 900 Lira sind wir zu dritt recht günstig unterwegs. Im Anschluss will Dirk noch zum Berber und leider hätten wir hier vorher nach der Preisliste fragen sollen. 700 Tyl für einen Haarschnitt ohne Rasur und Massage sind für türkische Verhältnisse Abzocke. Wir handeln ihn runter auf 600 Tyl und „lessons learned“ werden nie mehr vergessen vorher zu fragen, welche Preise aufgerufen werden.

Gegen 22.00 Uhr gönnen wir uns noch ein Radler im Hotelrestaurant und warten auf Lenka und Sven, die kaum das wir bestellt haben auch ankommen. Auch sie hatten Verspätung wegen überfülltem Luftraum und haben rennen müssen, um noch die letzte Maschine nach Bodrum zu bekommen, auf die sie gebucht waren.

Wir quatschen noch ein bisschen, verabreden uns auf 8:30 Uhr zum Frühstück und kontaktieren Esin, die uns mit Salih besuchen wird und schon Akmina für uns organisiert hat. Kaum auf dem Zimmer fallen wir aufs Bett und schlafen sofort ein.

Elegance Otel Güllük

Elegance Otel Güllük

Elegance Otel Güllük

Elegance Otel Güllük

Neubau?

Elegance Otel Güllük

Elegance Otel Güllük

Elegance Otel Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Ankunft in Güllük

Der Countdown läuft….

Freitag, der 13. – so fängt der ein oder andere Horror-Thriller an… Wir sind definitiv nicht abergläubisch, denn für uns startet am Freitag unser lang ersehnter Spätsommer-Törn, auf den wir uns schon eine gefühlte Ewigkeit freuen.

Aktuell ist die PuraVida mit unseren Miteignern unterwegs um die Bodrum-Halbinsel herum nach Güllük. In der Marina geht die Crew am Samstagmorgen von Bord und wir übernehmen. Putz- und Wäsche-Service sind organisiert, so dass die Übergabe genauso komfortabel abläuft wie in der Adaköy-Marina. Dirk hat die Infos zum Transitlog an den von der Marina empfohlenen Agenten geschickt und aktuell können wir nichts mehr tun, nur hoffen, dass alles so klappt, wie geplant, laut WhatsApp Nachricht wäre alles o.K.

Der Törn-Start steht unter dem Motto “glückliches Wiedersehen”, denn unser verschollener Micha ist mit dabei, was sich anfühlt wie ein Wunder und die Vorfreude noch weiter wachsen lässt. Dann sehen wir in Güllük Esin und Salih wieder, die früher das Adamik in Palamut hatten und wenn alles klappt wird Esin mit uns “shoppen” gehen, um die besonders leckeren Lebensmittel zu kaufen. In Sachen Olivenöl, Joghurt und Käse gibt es große Unterschiede, hier eine Expertin mit dabei zu haben, die weiß, was wo zu bekommen ist, wird uns sicher zu dem ein oder anderen kulinarischen Highlight verhelfen. Als Dankeschön bringt Micha Joghurette für Esin und weiße Schokolade mit Nüssen für Salih mit, was in der Türkei nicht zu bekommen ist und von den beiden heiß geliebt wird.

Neu mit dabei sind Sven und Lenka, die immer mal wieder mit dem Sundowner und eigener Crew unterwegs waren und mit uns in der ersten Woche den Gökova-Golf erkunden wollen, um neue Buchten auszutesten. In der zweiten Woche besuchen wir Gürcan in Palamut, hier hat Micha Duplo im Gepäck, denn auch Gürcan hat Kindheitserinnerungen an Süßigkeiten aus Deutschland, die wir gerne auffrischen.

In Orhaniye verlassen uns Lenka und Sven, dafür ist unser “Großer” aus Hamburg in der letzten Woche mit am Start, was unser Motto “glückliches Wiedersehen” noch größer macht.

Der erste Seesack ist schon gepackt und hat 23 kg der Rest muss in den zweiten Seesack und wiegt hoffentlich nicht mehr, sonst müssen wir manches wieder auspacken….. Nur noch 1 Tag und knapp 18 Stunden…. die Zeit wird auch vergehen. Für uns zu langsam, für die Crew, die gerade noch unterwegs ist zu schnell….

Freitag, 14.06.2024 | Turunc – Adaköy Marina Marmaris | 4,64 nm

Nach der heißen und etwas unruhigen Nacht lassen wir es gemütlich angehen. Erst mal schwimmen, um richtig wach zu werden. Das letzte gemeinsame Frühstück an Bord muss celebriert werden, die Etagere von Thomas kommt zum letzten Mal zum Einsatz bevor sie in der Privatbox im Vorschiff von Nane und Dirk verschwindet. Die Bucht erwacht auch langsam zum Leben und die ersten Ausflugsboote und Wassertaxis ziehen an uns vorbei. Jetskis kommen zum Einsatz und kreischende Menschen werden von Speedbooten auf Ringen durchs Wasser gezogen – für uns Grund genug auch langsam aufzubrechen. Am Nachmittag soll es stärkeren Wind aus West geben, nicht optimal zum Anlegen. Nane schreibt die Adaköy Marina an, ob wir die Pura Vida bis Norbert kommt im Innenbereich der Marina „parken“ können. Weniger Schwell und weniger Geplätscher für unsere letzte und Norberts erste Nacht, wenn er am Montagabend kommt. Der Rückruf kommt keine 15 Minuten später – ja das geht klar. Prima – die Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Adaköy Marina klappt bis jetzt sehr gut.

Gegen 12.45 Uhr sind wir vor der Marina und funken auf Kanal 73, dass wir auf die Marineos warten. Ca.  15 Minuten später kommt ein Dinghi und meint „follow us“ – wir werden auf Platz A35 im Innenbereich gelegt. Dirk fährt ein perfektes Anlegemanöver. Nane meint, das hätte sie niemals nie so hinbekommen, rückwärts durch die enge Gasse ohne beim Drehen die Murings der anderen Boote zu fangen oder mit dem Bugkorb vorn andere Bugkörbe zu fangen – die ganze Crew ist beeindruckt. Beim letzten Anlegeschluck stoßen wir extra nochmal auf Dirk an.

Wir verstauen unsere privaten Dinge, die an Bord bleiben sollen vorne in das Fach unter dem Bett und packen unsere Seesäcke so weit wie möglich, danach gehen wir duschen. Nane und Dirk müssen in die Stadt um Hüsniye zu besuchen, die uns Ersatz für unser Abtropf-Sieb besorgt hat, das kaputt gegangen ist, außerdem muss Dirk dringend zum Barber – er sieht mittlerweile sehr verwegen aus. Elmar und Petra wollen nicht in die Stadt, es ist einfach zu warm und darum möchten Sie auch nur einen Snack zum Abendessen an Bord nehmen. ZR, Nane und Dirk fahren mit dem Taxi für 500 Tyl in die Stadt – der Taxifahrer lässt coole Musik (Burak Yeter & Cecilia Krull – My Life Is Going On) laufen und ist zügig unterwegs, das gefällt uns so gut, dass wir gleich die Nummer aufschreiben, um ihn für die Rückfahrt zu buchen. Als erstens spendieren wir Hüsniye und Ihrer Mama ein Dondurma. Dirk geht zum Barber und Nane und ZR quatschen mit Hüsniye über den Törn, der leider schon vorbei ist. Nane kauft für Petra zwei blaue Glaslichter, damit sie die „blaue Stunde“ zu Hause beibehalten können. Dann noch ein paar Schals und schon ist Dirk frisch rasiert und mit Kurzhaarschnitt wieder bei uns – kaum wiederzuerkennen! Wir quatschen noch eine Weile und Hüsniye bekommt von Nane den Auftrag Preise für 12 Handtuchsets zu erfragen jeweils ein Duschtuch und ein kleineres Handtuch in dunkelgrau. Sie wird sich nach Bayram darum kümmern. Wir denken, dass wir die Pura Vida mit eigener Bettwäsche und eigenen Handtüchern ausstatten sollten, damit wir zwischendurch mal die „Laundry“ die Marina nutzen können.

Im Anschluss schlendern wir zum Golden Plate um uns ein frühes Abendessen zu gönnen. Das Steak zum Abschluss und die Garlic-Mushrooms sind einfach Tradition, da sind sich ZR und Nane einig. Um 18 Uhr fahren wir zurück in die Marina und gönnen uns noch den ein oder anderen Drink im Cockpit. Das war ein schöner Törn, der leider viel zu schnell vorbei ging. Elmar und Petra werden morgen gegen 11 Uhr abgeholt, wir schon um 2 Uhr in der Früh, also gehen wir früher ins Bett, um noch ein wenig Schlaf zu bekommen.

im Heimathafen

im Heimathafen

im Heimathafen

im Heimathafen

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Adaköy Marina

Sonnenuntergang

ordentlich bis zum Schluss

Adaköy Marina

ein letztes Mal...

Sonnenuntergang

ein letztes Mal...

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Golden Plate

Pflanzen ;-)

Turunc

Turunc

Turunc