Turgutreis – Palamut

Wir haben immer noch einiges auf der CEMO zu richten. Die Leinenführung für das Reff muss komplett neu aufgebaut werden. Langsam kommt eine Art Galgenhumor auf. Unsere befreundete Crew der Garcia Ripple lebt schon “Holidays” in der Marina von Turgutreis und wir kommen uns vor wie im Arbeitslager. Als wir um 11 h auslaufen, hat sich unsere Stimmung schon deutlich gebessert. Mit nur 2 Bft aus S oder SSO laufen wir unter Maschine um KOS. In der Navigation habe ich die Ideal-Linie geplant – wir überlegen, wie weit wir ausweichen müssen, um die Hoheitsrechte Griechenlands nicht zu verletzen. Um 14 h versuchen wir die Segel zu setzen, aber viel ist nicht drin, also wieder Motor an. Um 17.30 Uhr laufen wir in Palamut ein. Wir liegen an der NW-Seite mit Murings – das ist für uns neu. Im Jahr zuvor konnte man nur an der NO- und der SW-Seite mit Anker anlegen. Dann pünktlich zum Sundowner das Hafenkino. Eine österreichische Yacht mit einer 2-Mann-Besatzung kommt ziemlich zügig in den Hafen gerauscht. Der Skipper hört nicht auf die Rufe der Fischer “Achtung Ankerketten” und hängt mit seinem Kiel in der Kette. (die Farben für Manövrierunfähigkeit waren doch rot-weiß-rot – wie die österreichische Flagge). Ein Taucher muss her. Nachdem das Schiff befreit ist, wieder mit Vollgas im Hafen unterwegs. Zack hängt er in unseren Murings. Wieder kann das Schiff nur durch fremde Hilfe befreit werden. Der Skipper ist dabei nicht sehr hilfreich, weil er durch seine Manöver die Situation immer noch verschlimmert. Die Crews unserer beiden Schiffe sind im Einsatz, um eventuelle Schäden bei uns zu verhindern. Oh je. Als Entschuldigung bekommen wir 3 Flaschen Wein geschenkt. Im Adamik (direkt am Hafen von Palamut) genießen wir ein üppiges Abendessen. Als Nachtisch testen wir gebackene Halva und Souflée aus – lecker (cok lezetli). Die Rechnung kommt wie üblich in einem Taschenbuch in unserer Sprache. Viele Crews lassen ausgelesene Bordlektüre hier und so werden die Taschenbücher immer weiter gegeben.

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut Deko...

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut Adamik Pfeffersteak...

Turgutreis

Garcia Ripple in Turgutreis

Turgutreis

Turgutreis

Turgutreis

CEMO unterwegs

Yalikavak – Turgutreis D-Marin

Der nächste Morgen in Yalikavak ist alles andere als begeisternd. Im Hellen sieht man alles. Die Yacht war in einem sehr schlechten Zustand. Wir hatten den Eindruck, dass wir sie dirket aus dem Winterlager bekommen haben, ohne dass jemand den Zustand gecheckt hat. Das Geschirr war verklebt und schmutzig, im Herd waren die Essensreste der Vorsaison zu finden, es war schlecht bis gar nicht gereinigt, die Ausrüstung war in einem generell schlechten Zustand, Rost hatten wir reichlich, die Cemo hatte kein Ankerlicht, bei der Ankerwinsch fehlten an der Nuss Zacken, bei der Bug-Toilette war die Pumpe undicht, so dass immer alles unter Wasser stand, die Kabinenschränke, konnte man nicht schließen, die Türen waren aus den Scharnieren gerissen, die Reling war an mehreren Stellen kaputt, die Segel hatten kleine Löcher/Risse, so dass wir nur gerefft segeln konnten, es fehlten Fender, es fehlten Winschen, es fehlten Decken etc., die dann noch organisiert wurden. Die Übergabe machte auch nicht der Vercharterer Cano Yachting (angeblich war man krank) sondern jemand von Beneteau, dem das alles sehr peinlich war.  Das Transit-Log wollte man doppelt kassieren (wir hatten schon überwiesen) und das hin und her per Handy kostete fast 100 Euro Roaming-Gebühren. Der Wassertank im Heck ließ sich zunächst nicht öffnen, er musste aufgebohrt werden, an den Wanten fehlten die Sicherunsgssplinte, wenn welche vorhanden waren, dann überdimensioniert mit Verletzungsgefahr. Die Segel waren nicht richtig aufgeriggt (ohne Reffleinen etc) und in marodem Zustand. Die Leinen waren marode. Unser Skipper war not amused und ist erst mal verschwunden, um die Fassung wieder zu gewinnen. Das Vertrauen in den technischen Zustand war nicht da, so dass Teile der Crew bei der Übernahme am liebsten abgereist wären. Ein Ersatz-Schiff stand nicht zur Verfügung. Zur Beruhigung gab es erst mal “Heidelbeer-Vanille-Tee” – der seitdem bei unserer Crew für das Allheilmittel in kritischen Situationen gilt. Wir haben sogar Werbe-Slogans entwickelt: “Wenn der Skipper stresst – Heidelbeer-Vanille-Tee und der Tag ist gerettet. Nach dem ganzen Theater sind wir erst um 14.00 h ausgelaufen. Ursprünglich wollten wir in einer Bucht übernachten und Ankern, aber wir sind auf Nummer sicher gegangen und erst mal in die nächste Marina Richtung Turgutreis – wer weiß, welche Probleme sonst noch auftauchen. Mit 3 bis 4 Bft aus NNW ist uns gleich nach dem Auslaufen ist die Steuerbordschot der Genua ausgerauscht. Um 16.29 h legen wir in der D-Marin in Turgutreis an und machen erst mal Klarschiff.

 

Turgutreis

Turgutreis

Turgutreis D-Marin

Turgutreis D-Marin

Turgutreis D-Marin

Turgutreis D-Marin

Turgutreis D-Marin

unsere Flagge

CEMO Kartentisch

Turgutreis D-Marin