Was für eine idyllische Bucht Nane ist immer noch begeistert. Wir haben phantastisch geschlafen und können uns heute Morgen etwas Zeit lassen. Der Platz bei Sailors Paradise ist reserviert und wir hoffen auf etwas Wind, wenn wir erst um 12.00 Uhr ablegen. Lenka macht Menemen und wir frühstücken erst mal gemütlich um noch die ein oder andere Runde zu baden. Kurz vor 12 Uhr schwimmt Micha los um die Landleinen zu lösen, Nane holt den Anker auf und wir tuckern aus der Bucht. Die Lieblingsbucht von Sven bekommt das Prädikat „sehr schön“ und Nane hofft, dass ihm auch ihre Lieblingsbucht gut gefallen wird.
Wir haben leichten achterlichen Wind und setzen die Genua. Mit 3,5 Knoten Fahrt cruisen wir gechillt Richtung Kocabahce Koyu. Gegen 14 Uhr gibt es Köfte Ekmek, wobei wir die Köfte vorher mit Käse überbacken haben – sehr lecker. Für Micha gab es die vegetarische Variante mit gebackenem Schafskäse und Tomaten. Als wir nach dem Essen nur noch 2,5 Knoten Fahrt haben, starten wir den Motor, denn wir würden gerne in Kocabahce noch schwimmen bevor es dunkel wird. Der Autopilot fährt uns auf direktem Kurs in den Hisarönü-Golf. Kurz vor 16 Uhr steuern wir die Einfahrt von Kocabahce Koyu an. Am Steg liegen bereits 5 Schiffe. Tarek freut sich uns zu sehen und nimmt die Achterleinen. Nane hat mit Zerrin geschrieben, die mit den Kindern immer nur am Wochenende kommen kann, also versprechen wir am Samstag mit Thomas nochmal vorbeizuschauen und reservieren schon mal einen Platz am Steg.
Nach einem kurzen Anleger gehen Nane und Dirk auf einen Cay zu Berrin und Mehmet, der Rest der Crew geht ins Wasser – das hier herrlich warm ist. 26°C zeigt das Bordthermometer an, also werden es 23C sein. Dirk begießt sein Fischerhemd mit Cay, so dass wir uns auch aufmachen, um ins Wasser zu gehen und anschließend in der Dusche den Cay aus dem Hemd zu waschen. Wir gönnen uns noch das ein oder andere leckere Getränk und Dirk lässt noch die Drohne fliegen, bevor wir uns um 19.15 Uhr auf den Weg zum Abendessen machen. Karides, Calamares, Hunter-Börek, Zucchini-Puffer werden bestellt – alles super lecker. Etwas Neues probieren wir auch „Cheese-Salad“ – super lecker mit Basilikum, Walnüssen und Käse – wir sind alle begeistert. Im Dunkeln kommt noch eine kleine Segelyacht rein, Dirk und Tarek bringen sie sicher an den Jetty und so haben wir doch noch Nachbarn bekommen.
Wir genießen den Abend im Cockpit, Nane lässt sich die Faschingsaktivitäten von Sven und Lenka erklären und per Video zeigen – spannend. Zum Abschluss gibt es noch einen Raki und dann verschwinden wir nach und nach in den Kojen.
Die Nacht war für alle kurz, besonders für Micha, der im Cockpit noch viel mehr von dem Trubel mitbekommen hat als wir anderen in den Kojen. Trotzdem sind wir kurz nach 8 Uhr am Start und trinken erst mal einen Kaffee um einigermaßen fit zu werden. Unsere italienischen Nachbarn mit der Sailing Rhapsody wollen einfach ohne zu zahlen abhauen. Wir empfehlen ihnen, das nicht zu tun, denn der Hafenmeister hat sich alle Schiffe notiert – sie meinen, wenn keiner kommt, um Geld zu verlangen, ist das das Problem des Hafenbüros. Da sie auch noch Strom und Wasser getankt haben ohne zu bezahlen, finden wir das etwas kritisch. Wir möchten auf jeden Fall mal wieder nach Datca und warten deshalb bis das kleine Hafenbüro besetzt ist. Nane zahlt 1050 Tyl, im Juni waren es 1500 Tyl – komisch, aber für unsere Bordkasse nicht unangenehm. Wir fragen, wo wir Gas bekommen, das ist in Datca nicht so einfach, denn der Händler ist 2,5 km weit weg, wie uns der Hafenmeister erklärt. Wir werden also in Sögüt nachkaufen. Nane macht sich auf den Weg, um Simit zu besorgen, Richtung Stadt gibt es eine kleine Bäckerei Simit Ev. Die Simit sind noch im Ofen und Nane wird eingeladen erst mal einen Cay zu trinken und sich hinzusetzen, um zu warten. Als die Simit aus der Backstube kommen, riechen sie köstlich und nach Nane haben sich noch mehr Menschen in die Schlange gestellt, um sich dieses köstliche Frühstücksgebäck zu holen. Zurück an Bord gönnen wir uns erst mal ein ausgiebiges Frühstück und beobachten das Hafenkino. Die Italiener laufen vor dem Hafenbüro im „Teekanne“-Modus (Arme in die Hüften gestemmt) auf und ab, als endlich der Hafenmeister um kurz nach 9.00 Uhr auftaucht und sie ihre Liegegebühr zahlen können. Da sie ohne Transitlog aus Griechenland gekommen sind, ist das immer noch ein günstiges Anlegen gewesen. Kaum sind die ersten Yachten raus, kommen die Ankerlieger rein, um Wasser zu bunkern oder einzukaufen. Wir haben es heute nicht weit, wollen aber unserem Nachbarn nicht zu viel Zeit stehlen und legen deshalb kurz nach 10 Uhr ab und tuckern ohne Wind und mit wenig Umdrehungen gemächlich Richtung Armutlu Koyu, der Lieblingsbucht von Sven.
In der Bucht liegen schon einige Boote. 2 Segler im Päckchen auf der rechten Seite, so dass ihre Ankerketten in die Mitte der Bucht laufen. Die recht junge Crew ist gerade schwimmend und mit dem Dinghi unterwegs. Sie erklären uns, dass sie in einer halben Stunde ablegen und so ziehen wir noch ein paar Kreise. Wir wollen uns mittig in die Bucht legen mit Landleine und peilen den Platz zwischen einer Motoryacht und einem kleinen Segler an. Mit 42 Meter Kette und 5,4 Meter Tiefe schwimmt Micha die Landleine und kann an zwei massiven Felsbrocken festmachen – auch ein Vorteil der Bucht, denn man kommt nicht in die Not, Bäume zu nutzen, was verboten ist. Das Wasser ist kristallklar aber sehr frisch 24,3 Grad zeigt die Temperaturanzeige der Pura Vida an, die leider viel zu hoch ist und locker 3 Grad zu viel anzeigt. Trotzdem wollen wir an diesem herrlichen Spot alle ins Wasser und überwinden uns. Dirk und Micha schwimmen gegen später an Land und machen eine Wanderung, bringen GoPro-Bilder mit, treffen Wanderer, die von der Kargi-Bucht aus unterwegs sind und bis hierher 40 Minuten gebraucht haben. Ziegen sind auch zu sehen – Idylle pur. Die Ausflugsboote kommen und gehen. Auf einem der letzten Boote mit Herz-Luftballons sind wir life dabei, als ein Mann auf die Knie geht, eine Ringschachtel öffnet und um die Hand seiner Freundin anhält – Gott sei Dank sagt sie ja und alle Crews in der Bucht jubeln.
Wir gehen noch mal schwimmen, Dirk lässt die Drohne fliegen und so bekommen wir tolle Bilder. Lenka und Nane bereiten das Abendessen vor. Köfte, Salat, Rosmarinkartoffeln, Tsatziki, „Schwabendip“ und Schafskäsepäckchen für Micha. Wir schlemmen an Deck und genießen den Abend. Neben uns, weiter hinten in der Bucht, macht noch ein Fischerboot fest. Am Abend wird es recht frisch, Nane und Lenka gönnen sich die Jogginghose und den Hoodie im Cockpit. Wir nehmen noch einen Absacker quatschen und freuen uns auf eine ruhige Nacht ohne Lärm und Stress.
Wir wollen um 9 Uhr auslaufen, weil der Hafenmeister in Datca zwar keine Reservierungen annimmt, aber Empfehlungen ausspricht, wann man am besten kommen sollte. Wir haben die Ansage per WhatsApp bekommen 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr da zu sein. Da in Datca ein- und auch ausklariert werden kann, ist es immer recht voll. Also frühstücken wir heute etwas früher als gewohnt und kommen tatsächlich pünktlich raus – Tschüss Palamut, bis zum nächsten Jahr. Nane reserviert im Café Inn auf „Nane like Maydonuz“ auf 19:30 Uhr im Innenbereich des Restaurants – denn durch die guten Bewertungen auf TripAdvisor hat man ohne Reservierung kaum eine Chance auf einen Platz. Leider haben wir keinen Wind auf unserer Strecke und so müssen wir motoren. Kurz vor dem Kap Ince Burun sehen wir eine Delfinflosse aus dem Wasser. Nane nimmt das Gas weg und wir schauen, ob wir den Delfin nochmal sehen, aber leider taucht nur noch einmal die Flosse hinter uns auf und dann verlieren wir ihn aus den Augen.
Im Vorbeifahren schauen wir uns mit dem Fernrohr die Lieblingsbucht von Sven an. Sie schaut recht voll aus, wir sind gespannt, ob wir dort morgen wie geplant einen Platz bekommen. Pünktlich um 11:38 Uhr laufen wir in den Hafen von Datca ein. Der Hafenmeister steht schon am Kai und weist uns ein. Wir dürfen nicht mehr als 20 Meter Kette schmeißen, weil eine Muringkette durch die Bucht läuft, ohne dass es schon Muringleinen in Datca gibt. Wir fädeln uns zwischen zwei Schiffe ein. Nane macht den Anker und wir kommen perfekt an den Kai. Lenkarammt sich ihr frisch genähtes Knie an den Türrahmen der Kabine und muss erst mal das Bein hochlegen. Wir trinken ein Apfelsaftschorle als Anleger, organisieren den Wäscheservice über den Hafenmeister – 2 Maschinen 500 Tyl – und machen uns auf den Weg zum Bäcker wegen der Kokosmakronen, Sven geht in die Apotheke. Zurück an Bord gönnen wir uns erst mal süßes Gebäck. Neben uns liegt ein älteres türkisches Ehepaar mit ihrer Luna, die einen festen Liegeplatz in Palamut hat. Der ältere Herr will plötzlich morgen um 7.00 Uhr auslaufen, was wir aber bezweifeln. Er möchte aber, dass wir vor ihm gehen, weil unsere Kette über seiner liegt. Wir werden sehen. Wegen der eventuell frühen Uhrzeit teilen wir uns mit den Einkäufen auf Sven und Lenka gehen zum Metzger und Micha, Dirk und Nane zum MigrosJet über dem Hafen. Das Gemüse und Obst im Migros ist unterirdisch von der Qualität – eine Fruchtfliegen-Armada beherrscht die Bananen und die Nektarinen. Ähnlich schlimm sieht es bei den Kartoffeln, Paprika und Zwiebeln aus, der Salat ist verwelkt und gammelig – bäh! 5-Liter-Wasserkanister sind aus. 1-Liter-Flaschen gesprudeltes Wasser sind aus usw. Die Mitarbeiter im Market sind das komplette Gegenteil von den Migros-Kollegen in Güllück oder Marmaris, sie fühlen sich durch uns als Kundschaft belästigt. Als Nane noch nach Delivery-Service fragt, weil vor dem Markt ein kleiner Migros-Roller mit Ladepritsche steht, wird sie einfach ignoriert. Die Mischung aus Ignoranz und Arroganz triggert uns ganz schön und wir sind wirklich sauer – schade dass man sich nirgendwo beschweren kann. Nane ist kurz davor eine Google-Rezension zu schreiben. Wir bringen die Einkäufe zurück an Bord, verstauen alles und warten auf Lenka und Sven. Die beiden haben beim Metzger nur positive Erfahrungen gemacht und sind nicht so frustriert wie wir. Beide wollen nochmal los, um die fehlenden Dinge woanders zu suchen.
Als die beiden wieder zurück sind, gehen wir an den Strand, um eine Runde zu baden. Das Wasser ist recht frisch und Dirk kann sich nicht überwinden ganz reinzugehen. So dient die Badepause eher der Erfrischung und bleibt ein kurzes Vergnügen. Zurück an Bord entdecken wir, dass in der Säule vor uns noch „Wasser-Guthaben“ ist und wir duschen uns kurz ab, füllen den Tank noch al auf, obwohl nicht viel draußen ist, aber was wir haben, haben wir.
Gegen 17.00 Uhr fragt Sven nochmal nach der Wäsche, die gleich kommen soll und gegen 18 Uhr dann auch da ist. Wir wollten nur waschen lassen und die Sachen selbst aufhängen, bekommen sie aber getrocknet und gebügelt wieder zurück – auch gut. Der vereinbarte Preis bleibt bei 500 Tyl ohne Nachverhandlung.
Der Wind bläst achterlich ins Boot und wir entscheiden uns für das Hoodie-Outfit, als wir los wollen. Weil wir mit deutscher Flagge unterwegs sind, werden wir von einer deutschen Crew gebeten, ein Gruppenfoto zu machen. Die Crew kommt aus Franken und so kommen Sven und Lenka schnell ins Gespräch. Sie haben keinen Platz mehr im Hafen bekommen, wollen aber morgen früh noch Wasser tanken und fragen nach ein paar Revier-Tipps.
Das Essen im Café Inn ist wie immer super lecker. Bruschette, Hühnchenfleisch mit Walnüssen gibt es als Vorspeise, Pizza und Linguini als Hauptgang – phantastisch und im Gegensatz zu gestern gleich nochmal so gut.
Nach dem Essen gehen wir noch in unsere Cay-Stube am anderen Ende der Bucht. Lenka und Sven gönnen sich noch ein Eis und wir schlendern zurück zur Pura Vida. Auf dem Rückweg treffen wir nochmal die Franken, die vom Kekik-Restaurant gar nicht begeistert waren. Im Hafen ist eine kleine Vernissage einer Fotoausstellung im Gange. Die Musik ist gechillt und stört uns nicht. Erst als kurz nach Mitternacht betrunkene Menschen anfangen über Mikro Lieder falsch aber dafür laut mitzusingen, finden wir es unspannend. Armer Michel, der schläft auch noch draußen, aber vielleicht kann er das Spektakel ja in seine Träume einbauen.
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