Dienstag, 1. Oktober 2024 | Kocabahce Koyu (Sailors Paradise)

Wir schlafen mit Unterbrechungen bis 8 Uhr und sind sofort auf den Beinen, als die Black Swan ablegen will. Die beiden müssen heute zurück nach Orhaniye in die Marti Marina. Sie haben noch ein Dinghi dabei und fahren mit ziemlich viel Gas raus aus der Lücke, um nicht vom Wind in eine andere Muring-Leine gedrückt zu werden. Die Achterleinen sind beide im Wasser und wegen des Dinghis kommen sie quer, aber so weit weg, dass es kein Problem gibt. Mit viel Rückwärts-Gas bringen sie sich wieder in Fahrtrichtung und bekommen die Achterleinen an Bord – das hätte schief gehen können, aber Glück ist ein wichtiges Crew-Mitglied, das man immer dabei haben sollte.

Jetzt brauchen wir erst mal einen Kaffee zum Wachwerden und danach macht sich Nane an den Pfannkuchenteig. Heute sind wir nur zu viert beim Frühstück und trotzdem gibt es wieder keine Restpfannkuchen – woran das wohl liegen mag – Thomas? Micha verabschiedet sich nach dem Frühstück, er will wandern gehen, am liebsten nach Bozburun. Das ist Dirk irgendwie mit seinem Knie zu weit, also bleibt er noch mal da, er will Fotos machen. Die Finnen haben sich für heute wieder angesagt. Tarek findet das nicht gut, denn das große Stahlschiff sicher an den Jetty zu bringen, wird nicht einfach. Kaum ausgesprochen, kommen sie in die Bucht. Das Schiff hat eine neue Crew, die nicht weiß, was sie mit der Muring machen soll. Der Skipper rennt nach vorne, hat aber noch den Rückwärtsgang drin und rammt den Jetty, dass sich die Stützbalken biegen. Berrin schimpft wie ein Rohrspatz, dass die besser wieder gehen sollen. Am Ende sind sie mit 4 Murings und Tareks und Serkans Hilfe am Jetty. Die beiden Damen an Bord hatten das Panik-P deutlich im Gesicht und Nane gibt Mehmet den Rat, für die Jetty-Reparatur Geld zu verlangen.

Nachdem Dirk das Drama fotografisch festgehalten hat, zieht er auch los, um Fotos zu schießen. Ob Micha den Wanderweg gefunden hat wissen wir nicht. Es ist uns nur aufgefallen, dass wir nicht mal wüssten, wo wir nach ihm suchen sollen, wenn er nicht mehr zurückkommt. Am frühen Nachmittag haben wir fliegende Gischt in der Bucht, Das Wasser klatscht über den Steg und ganze Nebelwolken von Gischt hüllen das Restaurant ein – lustig ist anders.

Thomas und Nane bewachen die Pura Vida und wundern sich in welcher Intensität und zunehmender Stärke der Wind in die Bucht bläst. 34,2 Knoten sind das Maximum, das Nane fotografisch einfangen kann. Zwischendurch hatten wir 36 Knoten.

Nane macht einen Nachmittags-Snack und Dirk und Micha (er war tatsächlich nach Bozburun gelaufen) kommen, als wenn sie es gespürt hätten, pünktlich wieder zurück an Bord. Micha ist der Meinung, dass wir einen Raki trinken sollten, was wir auch tun. Auf einem Bein tanzt es sich schlecht, also trinken wir einen zweiten und einen dritten. Beim vierten streikt Dirk und Nane lässt sich noch zu einem kleinen weiteren überreden – Thomas ist mit Weißwein dabei, denn er mag Raki so gar nicht. Eingemummt mit Hoodies und Schal sitzen wir im Cockpit und hoffen, dass die Vorhersage stimmt und der Wind irgendwann morgen früh nachlässt.

Wir gehen Duschen – so eine heiße Dusche tut wirklich gut, auch wenn es nicht richtig kalt ist, der Wind lässt einen trotzdem frösteln. Micha beschließt heute Abend im Restaurant die Zeche zu übernehmen und lädt uns alle ein – Danke Micha! Wegen des besonderen Abends gibt es gebackenes Eis in Grieß zum Nachtisch – super lecker. Das Essen bei Sailors ist köstlich und auch wenn es teuer ist, passt das Preis-Leistungsverhältnis.

Zurück an Bord nehmen wir nur noch einen kleinen Absacker – wir hatten heute irgendwie schon genug und verschwinden nach und nach in den Kojen.

Die Finnen kommen

Die Finnen kommen

Die Finnen kommen

Die Finnen kommen

Die Finnen kommen

Die Finnen kommen

Die Finnen kommen

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

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Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

Anlegemanöver...

...stürmisch

...stürmisch

Sailors Paradise

Sailors Paradise

Krabbe

Leichte Brise

Montag, 30.09.2024 | Karasüleyman Bükü – Kocabahce Koyu (Sailors Paradise) | 7,27 nm

Wir hatten eine absolut ruhige Nacht vor Anker – mehr oder minder windstill. Wir wachen kurz nach 8 Uhr auf und Nane macht auf Wunsch eines einzelnen Crew-Mitglieds erst mal Milchreis und Obstsalat zum Frühstück. Als wir gemütlich im Cockpit frühstücken, sehen wir auch wieder 3 Wildpferde auf dem Weg oberhalb der Bucht – schön! Wir dachten schon, dass sie verschwunden sind. Ab 9.30 Uhr soll der Wind stärker werden, also schauen wir, dass wir los kommen. Motiviert unter Genua die 7 Seemeilen Richtung Sailors aufzukreuzen, setzen wir die Genua, aber der Wind will nicht kommen – komisch. Wir versuchen unser Bestes, etwas Fahrt aus dem bisschen zu holen, aber es macht keinen Sinn, so dass wir den Motor starten. Plötzlich auf Höhe des D-Marin Hotels ist er da der Wind. Wir versuchen es erneut mit der Genua, aber mit dem Wind steht in den Hisarönü eine ungewöhnlich hohe Welle rein, so dass das Aufkreuzen mühsam ist und die Böen es zudem schwer machen, mit der Welle auf Kurs zu bleiben. 2 Seemeilen vor der Einfahrt Richtung Kocabahce Koyu holen wir die Genua ein und Nane fährt mit knapp 1800 Umdrehungen gegenan. Als wir gegen 11.30 Uhr in die Bucht kommen, stehen Schaumkronen in der Bucht und die Böen machen es unmöglich schnell mit Muring an den Steg zu kommen. Tarek kommt mit dem stark motorisierten Dinghi raus und meint, wie sollen zuerst an die Boje. Das klappt recht gut. Boje mit Muring vorn und Muringleinen hinten. Dann bekommen wir eine zweite Muring vom Steg und geben doppelte Länge Achterleinen über, so dass wir mit der Bojen-Muring und der Muring vom Steg an den Steg gezogen und per Dinghi gedrückt werden. Wir liegen mit Abstand zum Jetty – die Passerella reicht nicht aus, aber wir sind erst mal save mit zwei Murings, Achterleinen und Spring. Der Wind nimmt weiter zu, wir haben fliegende Gischt in der Bucht und die Erleichterung, hier so ein gutes Team vorzufinden, das einen sicher an den Steg bringt, ist riesig. Vielen lieben Dank Tarek – Du bist genial.

Der Sturm soll erst um 18 Uhr seinen Höhepunkt erreichen und wir sind fasziniert von den Naturgewalten – kann man ja sein, wenn man sicher liegt. Nane braucht erst mal ein Schorle auf das Abenteuer und macht zum Mittag Ofengemüse mit Schafskäse für die Crew – das hat sie sich verdient.

Der Wind nimmt weiter zu und wir sind froh sicher zu liegen. Nane schreibt mit Sabit, dass wir morgen nicht nach Sögüt kommen können, denn für Dienstag ist genauso starker Wind angesagt. Er sieht das genauso und sagt, dass es in Sögüt aktuell fast unmöglich ist, an den Steg zu kommen. Vielleicht klappt es ja am Mittwoch. Dirk legt sich eine Runde hin – unter Deck ist es kuschelig warm, die Windgeräusche hört man nur gedämpft und das Wasser gluckert ein wenig unter dem Schiff – das war’s. Mit 2 Murings kann er gut schlafen, hat er sich nach dem Anlegemanöver auch verdient.

Unsere Passerella reicht mit dem Sicherheitsabstand nicht bis an den Steg, aber das Team von Sailors Paradise hat extra lange Bretter. Wir teilen uns das Brett mit der Nachbar-Crew von der Black Swan. Zwei sympathische Türken, die hier seit gestern Abwettern.

Das Abendessen ist wie immer köstlich. Nane ist von den Seafood-Börek begeistert. Thomas bestellt 1,5 Portionen Köfte, Dirk die einfache Menge und Micha schlemmt Salat mit Chips. Als Vorspeisen gibt es noch Cheese-Salat, Börek, Zucchini-Puffer und eine Zucchini-Creme mit Walnüssen. Mehmet besteht an diesem stürmischen Abend darauf, dass er uns einen Raki spendieren darf und diesmal nehmen wir an. Der Anis-Schnaps tut tatsächlich sehr gut, er wärmt zumindest von innen und gegen 22 Uhr machen wir uns zurück auf den Weg zur Pura Vida. Im Dunkeln fühlt sich der stürmische Wind noch wesentlich heftiger an, als bei Sonnenschein am Tag. Ein Phänomen, dass wir immer noch nicht so recht verstehen. Sturm bei blauem Himmel – auf jeden Fall besser als bewölkt. Micha will trotz des Sturms draußen im Cockpit schlafen, er mein er bindet die Windgeräusche in seine Träume ein.

Trotz der Geräusche der Wellen, der knarrenden Muring-Leinen und des Windes können wir irgendwann einschlafen. In der Nacht legt der Wind nochmal eine Schippe drauf. Wir wachen mehrfach auf, checken die Lage – alles im grünen Bereich – und schlafen wieder ein.

Morgen gehen wir kein Risiko ein und bleiben da, denn es soll so ohne Pause weiter blasen bis Mittwoch früh. Michel will einen Wandertag daraus machen und Thomas wünscht sich Pfannkuchen zum Frühstück.

Sailors Paradies

Sailors Paradies

Sailors Paradies

Sailors Paradies

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Sailors Paradies

Karasüleyman Bükü

Karasüleyman Bükü

Karasüleyman Bükü

Karasüleyman Bükü

sicher am Jetty

leichte Brise

Sailors Paradise

Im Hisarönü Golf

Im Hisarönü Golf

Sonntag, 29.09.2024 | Kocabahce Koyu – Kurucabükü – Karasüleyman Bükü | 18,99 nm

Das erste Frühstück für Thomas an Bord wird gebührend mit Etagere präsentiert. In der unteren Etage gibt es Käse, Schinken und Salami, in der Mitte Gurken, Tomaten und Oliven und oben Obst. Im Präsentationsmodus bekommt man Vitamine auch in die Crew-Mitglieder, die in ihren Essgewohnheiten, das Wort „gesund“ nicht ganz so sehr priorisieren. Dazu gibt es Spiegeleier und frisches Brot von Berrin. Hier wird noch selbst gebacken, dafür steht sie morgens um 4 Uhr auf, um den Teig anzusetzen. Nane erinnert sich an das letzte Jahr, als sie ab 5 Uhr morgens live dabei war, um zu sehen, wie das Brot hier entsteht – mühsame Arbeit v.a. in der Menge.

Heute wollen wir noch mal in eine Bucht bevor die zwei stürmischen Tage kommen. Dirk und Nane haben sich die Kurucabükü ausgesucht, in der sie im Juni mit Petra, Elmar und ZR waren. Um 11.30 Uhr legen wir ab und verabschieden uns bis Montag – wir wollen so gegen 11:30 Uhr bevor der Sturm losgeht wieder da sein.

Wir setzen die Segel, weil nicht so viel Wind angesagt ist inkl. Groß und cruisen gemütlich durch den Hisarönü. Micha und Thomas wechseln sich am Ruder ab und Thomas kommt auf über 8 Knoten Fahrt – speed with Target diesmal – es entwickelt sich. Kurz nach 13 Uhr steuern wir die Bucht an, um uns einen guten Ankerplatz zu sichern. Was wir tatsächlich nicht erwartet haben ist, dass die Bucht schon recht voll ist mit frei schwojenden Yachten. Auf 17 Meter wolllen wir nicht ankern, zum einen, weil wir den Anker nicht abtauchen können, um zu sehen, dass er richtig eingegraben ist und nicht nur im Seegras hängt und zum anderen, weil der Wind morgen früh zunehmen soll. Das ist uns zu heiß. Die Plätze auf 10 Meter sind schon dicht, also brauchen wir einen Plan B, der „Nanes Lieblingsbucht“ heißt. Micha freut sich. Als wir aus der Bucht auslaufen kommt Sahil Güvenlik in die Bucht und steuert eine Gullet an, die mit Landleine am anderen Ufer festgemacht hat. Ob sie nur die BlueCard sehen wollen oder Strafe verhängen, weil die Landleinen an Bäumen fest sind, können wir aus der Ferne nicht sehen. Kaum ist die Gullet kontrolliert, steuern sie auf eine Motoryacht zu, die ebenfalls mit Landleine festgemacht hat.

Wir setzen die Genua mit achterlichem Wind und cruisen gemütlich Richtung Karasüleyman Bükü. Kurz nach 16 Uhr kommen wir in die Bucht und werfen den Anker auf 5 Meter Tiefe. Laut Google Maps sind wir 50 Meter vom Land entfernt, das ist uns zu wenig, also holen wir den Anker wieder auf und werfen den Anker gegen den Wind aus NW etwas weiter draußen. Jetzt haben wir 80 Meter zum Land, das passt. Der Tiefenwarner ist auf 3,50 Meter eingestellt. Nane hat zwei Anker-Überwachungs-Apps am Start und wir tauchen den Anker ab, der bei 2000 Umdrehungen rückwärts so gut eingegraben ist, dass man ihn gar nicht mehr sieht.

Zum Abendessen gibt es Rokka-Salat mit Croutons und Parmesansplitter und danach Pasta à Limon nach Andreas Rezept – sehr lecker. Der Wind hat sich mit der untergehenden Sonne gelegt und wir können uns auf eine letzte ruhige Nacht einstellen. Thomas macht den DJ und so genießen wir den Abend und quatschen, bis wir müde sind.

...unterwegs

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Karasüleyman Bükü

Karasüleyman Bükü

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