Freitag, 2. September 2022 | Kargi Koyu – Palamut | 15,49 nm

Das Schaukeln in der Nacht hielt sich durch die Landleine in Grenzen, so dass wir gut geschlafen haben und mit einem gemütlichen Frühstück in den Tag starten. Wir gehen schwimmen und freuen uns heute schon auf Palamut. Nane hatte unser Kommen bei Gürcan angekündigt und ihn gebeten beim Hafenmeister einen Platz für uns zu reservieren. Gegen 11 Uhr machen wir alles klar zum Ablegen. Ein türkisches Pärchen, dem wir beim Schwimmen „hallo“ gesagt haben, liegt am Strand und macht uns freundlicherweise die Landleine los, so können wir gleich den Anker aufholen – perfekt. Wir tuckern unter Motor die Küste entlang und können erst nach dem Kap Ince Burun die Segel setzen. Boris übernimmt das Ruder und kreuzt perfekt Richtung Palamut – Naturtalent! Um 14 Uhr kommen wir auf den Hafen von Palamut zu und holen die Segel ein. Die vielen Masten im Hafen irritieren uns schon, scheint voll zu sein. Wir laufen ein und der Hafenmeister ruft uns zu „full“– das kann doch gar nicht sein, wir haben doch über Gürcan reserviert. Nane ruft ihm zu, dass wir reserviert haben, aber er will davon nichts wissen. Wir fahren wieder raus und der Plan B draußen zu ankern, ist nicht sehr verlockend. Nane versucht Gürcan anzurufen, erreicht ihn aber nicht, also schreibt sie ihm ein WhatsApp. Wir fahren draußen Kreise während wir beratschlagen, was wir nun tun – der Skipper „is not amused“. Gürcan ruft an und meint, wir sollen schnell reinkommen, gerade hat eine Yacht abgelegt. Also sputen wir uns und fahren in den Hafen, um den letzten freien Platz zu bekommen. Wir sind froh und erleichtert, als wir endlich liegen und freuen uns, unseren „Palamut-Melek“ wieder zu sehen. Gürcan ruft seine Freundin an und so sitzen wir erst mal eine Stunde im Cockpit und tauschen Neuigkeiten aus. Wie geht es den Eltern? Wie war der Winter? Was haben die Waldbrände alles zerstört? Wie entwickelt sich Palamut? Es fühlt sich gut an, Gürcan wieder zu sehen. Er freut sich sehr über die Duplo, die wir ihm mitgebracht haben, „I dreamed of it“. Für Esin deponieren wir Joghurette und für Salih weiße Schokolade – Gürcan verspricht, sie aufzubewahren, wenn er „selfcontrol“ halten kann. Wir verabreden uns für heute Abend um 20.00 Uhr um Burger essen zu gehen. Davor wollen wir aber noch die Pura Vida abspritzen, die Tanks auffüllen und Boris und Dirk wollen zum Barber. Als die Jungs frisch rasiert zurück sind, Boris hat sich auch nochmal die Haare schneiden lassen, erzählt Dirk geschockt von einem Mann, den sie beim Barber gesehen haben, der komplett verbrannte Arme und Beine hatte. Spontan hat er ihm den Barber spendiert. Als wir Gürcan später fragen, was passiert ist, meinte er, es ist ein Freund von ihm, der bei der Gemeinde arbeitet und mit 3 anderen beauftragt war, in Mesudiye ältere Leute abzuholen, um sie vor dem Feuer zu evakuieren. Leider hat das Feuer das Auto auf der Straße eingekesselt und alle 4 haben schwere Brandverletzungen davongetragen. Das Schicksal kann einen schneller einholen, als es einem lieb ist. Darum sollte man jeden Tag genießen, den man hat. Wir genießen den Nachmittag am Strand und das Wasser in Palamut ist herrlich klar und ausnahmsweise erfrischend, sprich kühl – ein Genuss. Um 20 Uhr treffen wir uns bei dem kleinen Burger-Laden direkt neben dem „alten Adamik“ und wir haben nicht zu viel versprochen, die Burger sind phänomenal lecker. Selbst gebackene Buns, selbst gemachte Pattys, karamellisierte Zwiebeln, geschmolzener Käse – ein Gedicht. Wir beschließen im Anschluss gemeinsam in die Strandbar mit Live-Musik zu gehen und schlendern an den kleinen Straßenständen vorbei, an denen Schmuck, Tücher etc. verkauft wird. Turcu hilft beim Aussuchen und so landet noch ein Souvenir im Seesack. Die Live-Music in der Bar ist klasse aber macht die Unterhaltung schwer. Wir genießen den Abend und die Stimmung. Gegen Mitternacht verabschieden wir uns. Gürcan will morgen um 11 Uhr auf jeden Fall noch vorbeischauen, um sich zu verabschieden.

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Palamut

Frühstück

Kargi Koyu

Palamut

Palamut

Palamut

Kargi Koyu

Palamut

Palamut

Palamut

Donnerstag, 01. September 2022 | Sailors Paradise – Kargi Koyu | 22,76 nm

Kurz nach 8 Uhr wachen wir auf. Boris macht schon Frühsport am Strand und wir dabei sehr aufmerksam von ein paar Ziegen beobachtet. Dirk und Fabian starten die Frühstücksvorbereitungen. Nane schreibt am Blog und die Jungs entscheiden sich für ein Frühstück an Deck. Dirk holt frisch gebackenes Brot von Berrin und wir werden so langsam wach. Heute wollen wir in eine Bucht, um zu ankern. Nach dem Frühstück kauft Nane noch ein paar Eier und Zucchini. Wir haben uns entschieden, in der nächsten Woche noch mal vorbeizuschauen und reservieren für nächsten Mittwoch. Dann unterhalten wir uns noch mit einer türkischen Familie und tauschen uns über schöne Spots in der Region aus. Noch ist kein Wind, wir müssen uns nicht allzu sehr beeilen. Gegen 12 Uhr verabschieden wir uns endgültig und legen ab. Draußen setzen wir die Segel und Nane übergibt Fabian das Ruder. Eigentlich wollten wir nur gegenüber in die Bucht Kurucabükü, aber der Wind passt, Fabian steuert gut und so entscheiden wir uns gleich die Bucht von Datca zu queren und Kargi Koyu anzulaufen, eine Bucht 2 Seemeilen unterhalb von Datca. Um 15 Uhr verlässt uns der Wind ein wenig und so fahren wir die letzte Stunde unter Motor. In der Bucht liegen auf der südlichen Seite einige Segler, wir fahren eine Runde aber auf 20 Meter wollen wir nicht ankern. An der nördlichen Seite liegen 4 Ausflugsboote, die aber in Kürze ablegen werden, also warten wir ein wenig und nehmen den ertsen Platz der frei wird. Wir liegen frei schwojend auf 9 Meter und gönnen uns erst mal eine Abkühlung im Wasser. Hier ist es tatsächlich eine Abkühlung, weil zwischendurch kalte Strömungen zu spüren sind, die den Kreislauf in Schwung bringen.

Nane bereitet Zucchini im Backofen als Vorspeise vor und danach Spaghetti Alio Oglio. Leider kommt Schwell in die Bucht, der nach dem Essen so zunimmt, dass wir keine Lust haben, so heftig in den Schlaf geschaukelt zu werden. Wir entscheiden uns nochmal neu zu positionieren und uns mit Landleine ein wenig weniger Geschaukel zu verschaffen. Wir holen den Anker auf und versetzen uns Richtung Ufer, wo wir Felsen gesehen haben, die sich sehr gut für unsere Landleine eignen. Boris schwimmt die Landleine und sucht den perfekten Stein. Nane schwimmt hinterher, um zu unterstützen. Die Unterstützung hätte Boris nicht gebraucht, als sie ankommt, ist alles perfekt, aber die Abkühlung hat trotzdem nochmal gut getan. Zurück an Bord wird es schlagartig dunkel. Das haben wir wirklich zum richtigen Zeitpunkt entschieden. Wir gönnen uns noch ein Gläschen Wein. Boris und Fabian verabschieden sich zum Schlafen – war für beide ein anstrengender Tag – und Nane und Dirk bleiben noch etwas an Deck, um sicher zu gehen, dass alles passt. Kurz vor Mitternacht setzen wir den Ankeralarm und gehen auch unter Deck um zu schlafen – Gute Nacht.

Kargi Koyu

Kargi Koyu

Kargi Koyu

Kargi Koyu

Kargi Koyu

Kargi Koyu

Sailors Paradise

Sailors Paradise

Sailors Paradise

die Renatale

Kargi Koyu

Kargi Koyu

unterwegs

unterwegs

ankern...

ankern...

ankern...

..unterwegs

..unterwegs

Mittwoch, 31.August 2022 | Karasüleyman Bükü – Sailors Paradise | 14,7 nm

Heute schlafen wir alle länger. Nane wacht erst kurz vor 8 Uhr auf. Boris macht schon Frühsport und trainiert seine kaputte Schulter. Traditionell gibt es Pfannkuchen zum Frühstück in der Bucht, dazu einen leckeren Obstsalat. Fabian schläft wie ein Murmeltier bis fast 9 Uhr und wir genießen ein herrliches Frühstück an Deck mit perfekter Aussicht. So darf ein Tag beginnen. Wir genießen den Vormittag, hören Musik, baden, lesen und lassen es uns gut gehen. Wir haben es heute nicht weit und müssen uns nicht beeilen – wir können auf den Wind warten. Gegen 13.00 Uhr kommt so langsam Wind auf und wir machen die Pura Vida startklar. Wir lichten den Anker und setzen die Segel. Nane übergibt Boris das Ruder und erklärt, wie einen „Am-Wind-Kurs“ am besten steuert. So cruisen wir mit 5,5 Knoten Fahrt erst mal auf die andere Seite des Hisarönü-Golfs. Nane erklärt, wie eine Wende zu fahren ist, welche Befehle zu geben sind und wie man steuert. Fabian und Dirk sind an den Genua-Schoten und so kommt „Klar zur Wende“. Die erste Wende klappt sofort und so kreuzt Boris den Hisarönu-Golf hoch. Der Wind nimmt zu, die Welle auch, Boris steuert souverän und wir machen über 7 Knoten Fahrt – herrlich. So macht das Spaß. Auf der Höhe von Armak Bükü fahren wir die letzte Wende und steuern Kocabahce Koyu an – Sailors Paradise. Boris hat aus 6,5 Seemeilen 14,7 gemacht – wunderbares Segeln. Nane hat reserviert und als wir um 15.30 Uhr in die Bucht kommen und unsere Segel einholen, sind noch zwei Plätze am Jetty frei, einer davon gehört uns. Dirk übernimmt das Steuer, der Rest der Crew bringt die Fender aus und macht die Achterleinen klar. Nane übernimmt die Muring. Mit einem perfekten Anlegemanöver liegen wir am Jetty. Neben uns eine deutsche Crew, die nicht mal hallo sagt. So haben wir das nicht gelernt. Eigentlich sollte man die Muring überreichen und wenn ein Schiff neben einen kommt vorsichtshalbe, falls was verrutscht an der Reling stehen. Die Hilfe brauchen wir zwar heute nicht, aber gute Seemannschaft sieht anders aus.

Dirk entdeckt am Steg die Renatale und begrüßt das Eignerpärchen. Nane und Dirk begrüßen Mehmet und suchen Zerrin, um auch sie in den Arm zu nehmen – wir haben uns ein Jahr nicht gesehen. Von Berrin werden wir gleich zum Cay eingeladen. Boris und Fabian kommen dazu und wir bekommen einen Schokoladenkuchen und Tee. Egge ist groß geworden, er kommt nächstes Jahr schon in die Schule und als die kleine Deniz aus dem Mittagsschlaf aufwacht, schmelzen wir dahin, sie ist zuckersüß. Eine wunderbare kleine Familie.

Boris und Fabian finden den Platz genauso schön wie wir, der kleine Gemüsegarten, die Ziegen, die Palmen, das Wasser…. Wir gehen baden und freuen uns über die anschließende Dusche. Der Nachmittag vergeht wie im Flug und um 19 Uhr gehen wir zum Essen. Der Steg ist voll und wir wollen nicht im größten Ansturm auf die Küche dabei sein. Es gibt Hunterbörek, Seegras, Joghurt mit scharfen Pepperoni und Zucchini-Puffer als Meze. Boris entscheidet sich für Bonfilet, Fabian für Lamm-Spieße, Nane für Kingprawns und Dirk für Köfte. Alles schmeckt super lecker und als wir pappsatt sind, kommt noch ein Nachtisch aus süßem Kürbis, Kaymak-Eis und Pistazien. Das Eignerpärchen von der Renatale gesellt sich zu uns und wir quatschen über Gott und die Wlet, die Region, die anstehenden Veränderungen. Berrin spendiert noch eine Runde Wassermelone – jetzt sind wir wirklich satt. Wir nehmen noch ein paar Eiswürfel mit, um an Bord noch einen Raki zu trinken und verabschieden uns kurz nach 23 Uhr in die Kojen – Seeluft macht müde.

Hisarönü Golf

Hisarönü Golf

Hisarönü Golf

Hisarönü Golf

Hisarönü Golf

Sailors Paradise

unterwegs

unterwegs

unterwegs

unterwegs

unterwegs

Flodders ;-)

Anker - hält!

Schraube / Welle

Karasüleyman Bükü

Karasüleyman Bükü

Karasüleyman Bükü