Heute wollen wir uns einen Ankerplatz zum freien Schwojen suchen. Aber erst mal gehen wir frühstücken und genießen das leckere Frühstück von Sailors Paradise. Die kleinen gebackenen Puffer schmecken ganz besonders lecker. Wir besprechen die Route für die kommenden Tage – irgendwann brauchen wir Wasser und Strom. Das gibt es aktuell nur in Selimiye. In Orhaniye ist das Palmiye und die Cennet Marine geschlossen. Also planen wir am Sonntag Selimiye ein und lassen Jürgen aus der Ferne die Reservierung im Voca für uns machen. Am Montag wollen wir noch zu Sailors, dann am Dienstag nach Bozukkale, am Mittwoch nach Ciftlik und am Donnerstag nach Marmaris, um am Freitag früh im Krankenhaus den Test zu machen. Wir zahlen die Rechnung und verabschieden uns bis Montag. Gegen 12:30 Uhr legen wir ab, mal wieder ohne Wind. Um kurz vor 14 Uhr kommen wir in die Bucht von Karasüleyman Bükü, hier liegen schon 2 Yachten und ein Katamaran vor Anker. Wir wollen uns noch dazwischen einfädeln. Die ersten beiden Ankerversuche graben den Anker nicht richtig ein, trotz hoher Drehzahl im Rückwärtsgang, also warten wir ab, bis eine Yacht und die zwischenzeitlich eingelaufenen Ausflugsboote wieder weg sind und starten einen neuen, diesmal erfolgreichen Versuch. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Samstag noch mehr Boote auf Ankerplatzsuche sein werden ist hoch, also plädiert Nane dafür, bis Sonntagmittag hier zu bleiben. Wir genießen die Bucht, schwimmen, trinken Kaffee, quatschen. Gegen Abend macht Nane überbackenes Brot und wir schauen in die Sterne. Die AnkerApp überwacht uns und unseren Anker. Aber mit fast 50 Meter Kette auf 4 Meter und einem Anker, der „fett eingegraben“ ist, kann uns nichts passieren.
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Freitag, 04.09.2020 | Karasüleyman Bükü – Palamut | 43,2 nm
In der Nacht kam noch eine Motoryacht, die mit lauter Partymusik uns ein wenig den Schlaf geraubt hat. Der Kaffee am frühen Morgen schmeckt trotzdem gut. Wind kommt auf und Nane will los, weil 25 Knoten angesagt sind, die gegenan anstrengend werden können. Im Hisarönü-Golf ist der erwartete Wind erst mal nicht da, Dirk macht Witze über Nanes Wettervorhersagen. Aber auf der Höhe von Kurucabükü ist er da. Wir setzen die Segel und nehmen Kurs auf die Spitze von Symi. Nach den nächsten beiden Wenden steht der Wind optimal und wir können auf den Leuchtturm nehmen, der die Spitze der Datca-Bucht kennzeichnet. Wir haben teilweise über 10 Knoten Fahrt durchs Wasser und fliegen nur mit der Genua hart am Wind Richtung Palamut. Um 14.30 Uhr macht der Wind erst mal Pause – wir sind in einem Windloch gelandet und Micha nutzt die Zeit für Käsehäppchen, Oliven, Pepperoni und Brot. Nach dem kurzen Snack kommt der Wind erst mal von der falschen Seite, nicht mehr aus West, sondern von Süden. Aber nur kurz – dann kommt er wieder mit volle Wucht aus West und wir kreuzen gegenan. Die See wird kappeliger . Auf der Höhe von Hayit Bükü wenden wir das letzte Mal und segeln parallel zur Küste. Als wir zu stark abfallen müssten, um weiter aufzukreuzen, beschließen wir für die letzte halbe Stunde zu motoren. Die Genua einzuholen ist wirklich Arbeit, Dirk und Micha haben richtig zu tun. Der Wind nimmt weiter zu, über 30 Knoten, weiße Schaumkronen stehen auch in der Bucht von Palamutbükü. Vor dem Hafen liegen schon zwei Segler vor Anker. Nane hofft, dass Gürcan einen Platz für sie reserviert hat. Als wir in den Hafen reinkommen, ruft schon jemand Gürcan Arcadas – Gott sei Dank, das hat geklappt. Dirk legt in einer engen Lücke zwischen zwei Seglern an und wir sind froh da zu sein. Kurze Zeit später kommt Gürcan, wir quatschen ein wenig und tauschen Neuigkeiten aus. Er hat noch einen Termin und wir verabreden uns zum Abendessen ins Almond.
Der Wind pfeift, aber in Palamut liegen wir sicher, also gehen wir erst mal an den Strand um eine Runde zu schwimmen. Das Wasser hier ist wie immer deutlich kälter als andernorts. Aber nach dem langen windigen Tag, kommt uns das gerade recht. Zurück an Bord kocht Micha einen „schnellen“ Kaffee und wir spazieren gemütlich einmal durch den lang gezogenen Ort. Fast alle tragen hier auch auf der Straße Masken. Die Gendarmerie überprüft das regelmäßig. Ein paar Restaurants sind dazu gekommen, ein paar weggefallen. Laut Gürcan hatte Palamut eine gute Saison. Im Sommer sind viele Türken in Griechenland, um Urlaub zu machen, das war dieses Jahr nicht möglich, also waren die heimischen Strände gut besucht. Wir essen im Almond, Gürcan leistet uns Gesellschaft und erzählt, dass er Jagdhunde gekauft hat und von einem Wildschein angegriffen wurde – er hatte Glück.
Der Wind hat noch zugenommen und pfeift heftig. Wir müssen aufpassen, dass unser Salat nicht vom Tisch geblasen wird. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein Dondurma und genießen den Wind im Cockpit. Dirk und Nane nehmen noch einen Raki mit Kirschsaft als Absacker und wir gehen ins Bett. Der Wind hat kein bisschen nachgelassen.
Donnerstag, 03.09.2020 | Selimiye – Karasüleyman Bükü | 5,24 nm
Auch heute ist kein Wind angesagt, also wollen wir ein wenig Obst und Gemüse shoppen gehen und uns eine schöne Bucht suchen, in der wir am Nachmittag und über Nacht bleiben wollen. Wir gehen noch mal ins Karadut und veabschieden Jürgen und Yuppa mit der Sundowner. Sie wollen Richtung Göcek und Fethiye. Mit dem bisschen Wind, cruisen wir Richtung Big Foot Bay und finden einen herrlichen Platz, an dem wir mit Landleine festmachen können. Das Wasser ist türkisfarben und klar – wir liegen perfekt. Wir schwimmen, gönnen uns Melone-Feta-Salat als Mittags-Snack, schwimmen, dösen, trinken Kaffee und irgendwann gehen die Jungs auf Erkundungstour an Land. Sie bringen schöne Fotos von der Andiamo in der Bucht mit und so verbummeln wir herrlich gechillt den Tag. Am Abend gibt es Backofengemüse, dass sehr sehr lange braucht in dem Backofen, das nächste mal müssen wir viel früher starten. So essen wir spät und bei fast vollem Mond an Deck und genießen die Sterne. Für morgen ist viel Wind angesagt. Wir wollen nach Palamut, weil wir am Samstag mit Esin und Familie verabredet sind.


































































