Dienstag, 10.06.2025 | Datca – Sögüt | 21 nm

Der Dienstagmorgen beschert uns Hafenkino vom Feinsten, aber zuvor gibt es ein leckeres Frühstück mit Simit, die Nane frisch gebacken geholt hat. Neben uns liegt eine russische Crew, die mit ihrem Anker, die Kette des Nachbarn gefangen hat. Die Crew ist völlig überfordert, Anker rauf, Anker runter, nichts wird besser, sie fahren mit viel Gas hin und her und reißen das Schiff einer australischen Crew mit sich, die ihre Achterleinen schon los haben, weil sie heute nach Marmaris wollen, jetzt kommen sie plötzlich in unsere Richtung, aber wir haben die Fender parat und lassen sie erst mal an unserer Seite liegen. Der Hafenmeister persönlich ist mit Dinghi draußen und dirigiert das Drama – nach einer gefühlten Ewigkeit ist die russische Crew frei, nachdem sie noch fast unsere Muring im Ruder und Propeller gehabt hätte. Die Australier nutzen die Gelegenheit und legen nun endlich ab – Aufregung am frühen Morgen. Nane geht die Hafengebühr bezahlen 2.360 Tyl ohne Strom und ohne Wasser. Ganz schön aufgeschlagen, das sind aktuell knapp 60 Euro.

Wir wollten eigentlich erst um 11.30 Uhr los, aber irgendwie sind wir am Ablegen und früher unterwegs als geplant. Dirk über Manöverkritik, keine Badfenster zu, keine Türen zu, etc. Eye, Eye Captain wir werden es uns merken. Wir setzen die Segeln und Thomas übt sich mal wieder im Entschleunigungssegeln – Geduld ist nicht seine Kernkompetenz, aber er bekommt ein Fleißkärtchen.

Im Yesliova verlässt uns wieder der Wind, so dass wir die restliche Strecke motoren müssen, aber zumindest sind wir gesegelt!

Als wir an den Jetty von Captains Table kommen, liegt dort nur der Dauerlieger Serenity, ansonsten ist der Steg leer. Sabit springt über, macht die Muring und wir liegen. Die Saison ist sehr schlecht gestartet, kaum Pensionsgäste, kaum Segler. Hansi ist mit seiner Il Sogno regelmäßig da, ansonsten kommen nur wenige Boote. Öykü und Deniz kommen an Bord, um Hallo zu sagen. Öykü lernt gerade deutsch in der Schule und testet an Nane die ersten Vokabeln.

Wir gehen baden – das Wasser ist warm, fast zu warm 28°C – kaum zu glauben. Alex ist mit der Luftmatratze unterwegs, Nane mit einer Schwimmnudel – Erfrischung geht anders.

Gegen 19 Uhr gehen wir zum Essen. Alex hat Lust auf einen Burger und bekommt ihn ausnahmsweise am Abend, die gibt’s sonst nur zum Mittag. Dirk nimt Zackenbarsch, Nane Oktopus, Thomas Chickenschnitzel aber als Vorspeise noch Karides (Königsgarnelen) und Octopus – wir lassen es uns gut gehen. Nane will Brot im Market vorbestellen, aber das geht leider nicht, weil die beiden fischen sind – egal dann gibt es morgen früh halt Pfannkuchen. Wir quatschen noch ein wenig mit Sabit und machen dann noch einen Spaziergang entlang des Hafens. Der Mond geht gerade auf, groß, blutrot….. schön. Ein letzter Drink an Deck und dann gute Nacht.

Sögut

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Montag, 09.06.2025 | Savaya Yachtclub – Datca | 16 nm

Heute wollen wir nach Datca. Nane hat den Hafenmeister angeschrieben, er meint, wir solle „early“ kommen – okay. Trotzdem nutzen wir nach dem Frühstück noch die tollen Duschen des Savaya Yachtclub bevor wir die Pura Vida klar zum Ablegen machen.

Kurz nach 11 Uhr kommt noch eine andere Yacht an die Boje und wir nutzen die Gelegenheit, um abzulegen. Die vielen verhedderten Leinen an den Klampen am Steg, machen es unmöglich, die Achterleinen auf Slip einfach rauszuziehen, darum lassen wir uns helfen.

Auch nach Datca setzen wir die Segel – man soll die Hoffnung ja nie aufgeben – und cruisen mit 3 Knoten gemächlich vor uns hin. Als gar nichts mehr geht, übernimmt der Motor. Als wir in den Hafen kommen, will uns der Marinero erst mit Anker an die eine Seite des Hafens legen, wir hätten aber gerne eine Muring. Der Wind vertreibt uns so, dass er uns dann doch einen Muring-Liegeplatz gibt, was sich am nächsten Morgen als großen Vorteil herausstellen wird. Dirk springt los als wir liegen und holt erst mal Dondurma für alle. Danach geht er und reserviert einen Tisch im Café Inn, leider haben wir telefonisch niemanden erreicht, aber anscheinend gibt es gerade Probleme mit dem Festnetz. Wir bekommen nur noch ein Zeitfenster zwischen 18.00 und 19.30 Uhr – es ist Bayram natürlich nehmen wir das an.  Bis zum Abendessen ist noch etwas Zeit, also ziehen Dirk und Nane los, um Kokosmakronen zu kaufen. Als sie bis zum Metzger gekommen sind, stellen sie fest, dass die Bäckerei viel früher auf der linken Seite gewesen sein muss, also noch mal zurück – keine Bäckerei. Nan fragt am Taxistand nach, der Taxifahrer erklärt, das die Bäckerei abgerissen wurde und ja, jetzt wo wir genauer hinschauen, sehen wir auf dem Grundstück alte Backöfen stehen – Mist. Als Trostpreis kauft Nane beim Simit Ev Apfeltaschen, damit die Enttäuschung für die Crew nicht zu groß wird.

Die Apfeltaschen sind noch warm und werden genüßlich vertilgt. Nane und Dirk wollen noch an den Stand, der wegen Bayram einfach überfüllt ist, aber was soll’s eine Runde Schwimmen ist wichtig. Zurück an Bord duschen wir uns ab und machen uns fertig für das Abendessen im Café Inn. Auf dem Weg in Café Inn spürt Dirk plötzlich seinen umgeknickten Fuß – er war heute am Nachmittag an Bord über die Rollen der Genua-Schot gestolpert und umgeknickt – tut auf einmal richtig weh. Das Sitzen im Café Inn hilft ein bisschen, aber nach dem Essen geht’s direkt zurück an Bord für ihn. Nane holt Eiswürfel, um den Knöchel zu kühlen und Thomas und Alex schlendern noch durch Datca.

Als die beiden zurück an Bord kommen, nehmen wir noch einen gemeinsamen Absacker, während Dirk mit Ibuprofen und gekühltem Knöchel schon schläft. Hoffentlich wird es morgen besser.

Datca

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Sonntag, 08.06.2025 | Sailors Paradise – Savaya Yachtclub | 7 nm

Zum Frühstück gibt es Fladenbrot, Spiegeleier, Gurken, Tomaten, Käse, Obst und Joghurt und die Reste der leckeren Kalbsleberwurscht aus dem Fränkischen. Wind ist leider keiner angesagt, aber wir haben es nicht weit, nur einmal um’s Eck. Nach dem Frühstück gehen wir erst mal baden, um danach noch einen Cay zu trinken und die Rechnung zu bezahlen. Wir verabschieden uns von der Familie bis Ende September und wünschen Ihnen eine gute Saison. Nane kauft noch Salat, Ekmek und Oliven und danach legen wir ab.

Auch heute haben wir nicht viel Wind, versuchen es aber trotzdem unter Segel – Entschleunigung ist angesagt. Als wir gegen 14 Uhr den Steg des Savaya Yachtclubs anlaufen, kommen zwei Mitarbeiter an den Steg, die uns erklären, dass wir rechts des Stegs mit Muring anlegen sollen, wir bekämen auch zwei Murings. Die Wassertiefe ist mit 3,5 Meter ausreichend, also legen wir an. Die Jungs am Steg sind super nett, aber nicht sehr versiert, was das Anlegen und die Leinenführung bei Segelyachten angeht. Aber die Bedingungen sind gut, also kriegen wir es hin. Die Anlage des Savaya Yachtclubs ist wunderschön gemacht. Eine leise Lounge-Musik weht zu uns herüber – chillig. Mehrmals kommen Mitarbeiter an den Steg und fragen nach, ob sie etwas für uns tun können. Wir lassen uns die Menükarten bringen und erklären, was es gibt, bzw. was alles aus ist. Thomas will heute Abend die Rechnung übernehmen, weil wir wegen ihm hierher gekommen sind. Die Preise sind heftig, v.a. auch noch mal 10% Service-Fee on top kommen. Nane und Dirk gönnen sich am Nachmittag noch ein Frappé und gegen 19 Uhr gehen wir zum Essen. Außer uns hat noch ein türkisches Pärchen mit seiner Segelyacht am Steg angelegt – sonst sind keine Gäste da. Wir fragen, wie lange man von Bozburun mit dem Auto hierher braucht, die Antwort ist, dass das zu gefährlich wäre, aber mit dem Geländewagen 1 Stunde. Alle Gäste kommen per Boot.

Leider ist der Steg nur für windstille und optimale Bedingungen geeignet, bei Schwell oder stärkerem Wind, würden wir es nicht für ausreichend sicher halten. Es sind noch einige Bojen ausgelegt, an denen man festmachen könnte, aber ob das ausreicht, diese Anlage am Leben zu erhalten, ist für uns fragwürdig. Wir haben einige Vorspeisen, eine Flasche Weißwein und kommen zu viert auf über 300 Euro – heftig. Das Essen ist ausgesprochen lecker und die Location ist klasse, aber ob bei dem Preisniveau ausreichend Gäste kommen ist für uns fraglich. Wir genießen den Abend und die tolle Aussicht über die Bucht und lassen ihn gegen später an Bord ausklingen.

Speisekarte

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das liest sich doch top und gerne ;-)

Berrin´s Garten

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SAVAYA Yacht Club

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