Montag, 31.08.2020 | Bozukkale – Karasüleyman Bükü | 23,33 nm

In der Nacht hat es ganz schön gewindet. Dirk war draußen, um zu prüfen, ob Micha schon aus dem Cockpit geweht wurde, aber Gott sei Dank, er war noch da. Wir lassen es langsam angehen. Erst mal einen Kaffee, ganz wie ZR es uns beigebracht hat. Heute wollen wir in eine Bucht, Micha will eine Vollmondnacht in einer einsamen Bucht erleben – so der Plan. Wir frühstücken, gehen schwimmen und zahlen die Rechnung vom Vortag. Die Nachbarn rechts und links sind schon weg und kurz nach 12 Uhr legen auch wir ab.

Wir haben kräftigen Wind und setzen die Genua. Micha übernimmt das Ruder und hat schnell die 9 Knoten erreicht, wir müssen aufkreuzen und erst mal Kurs Richtung Rhodos nehmen. Um 13:30 Uhr passieren wir das Kap Karaburun. Kurz vor dem Kap Kizilburun schläft der Wind ein und wir starten den Motor. Nane schneidet die Nektarinen auf, die wir im Migros eingekauft haben. So lecker – kein Vergleich zu denen, die es bei uns zu kaufen gibt. Schon nach einer halben Stunde können wir wieder die Segel setzen und mit halbem Wind passieren wir die Untiefentonne Atabol Adasi. Wir nehmen Kurs auf Armak Bükü, die Palmenbucht. Hier wollten wir heute übernachten. Als wir uns der Bucht nähern sehen wir schon etliche Gullet-Masten. Überall an der Küste liegen die Gullets vor Anker – so viele wie noch nie. Wir vermuten, dass aufgrund der fehlenden Gäste, die Gullets die teuren Liegeplätze im Hafen verlassen und sich eine Bucht suchen, um dort vor Anker zu liegen – für die Gullets günstiger, für uns blöd, denn unsere favorisierten Ankerplätze sind so dauerhaft belegt. Plan B muss greifen, wir segeln weiter in den Hisarönü-Golf und wollen in die Bucht Karasüleyman Bükü –  Nanes Lieblingsbucht, von der sie auch ein riesiges Bild in ihrem Büro hängen hat. Um 16.45 Uhr passieren wir die Untiefentonne unter der Hotelanlage und steuern Karasüleyman Bükü an. Hier sehen wir zwar weniger Gullets aber lauter riesige Luxusachten (2 bis 3 Stockwerke hoch) liegen in unserer einsamen Bucht vor Anker. Frei schwojend hat es keinen Platz mehr, also ankern wir mit Landleine auf 3,5 Meter Tiefe – perfekt. Dirk setzt den Ankerball, und befestigt die Ankerkralle. Wir schwimmen, trinken Kaffee, quatschen, essen einen Coban Salata zum Abendbrot und schauen dem Mond beim Aufgehen zu (ganz voll ist er noch nicht) und freuen, uns den großen Wagen als Sternbild über uns zu haben. Die Beleuchtung der großen Yachten stört die Idylle ein wenig, aber die Grillen machen es wieder wett. Bevor wir schlafen gehen, aktiviert Nane die Anker-App und mit Blick in den Sternenhimmel schlafen wir ein. Gute Nacht.

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