Samstag, 12.09.2026 | Adaköy Marina – Ciftlik | 10,41 nm

Es gibt kaum eine schönere Art, aufzuwachen: Die Nacht an Deck war einfach herrlich, und der Duft von frischem Kaffee, der uns sanft aus dem Schlaf lockt, macht den Morgen perfekt. Regina hat uns ein kleines Frühstück gezaubert – ein riesiges Dankeschön dafür! Der Plan für den Tag ist straff, aber machbar: Um 8 Uhr werden die beiden abgeholt, um 9 Uhr soll unser repariertes Segel kommen, und um 10 Uhr die große Lebensmittelbestellung.

Während wir auf die Segelmacher warten, herrscht geschäftiges Treiben. Wir packen unsere Seesäcke aus und verwandeln die Pura Vida wieder in unser Zuhause. Die Segelmacher sind nicht nur pünktlich, sie haben auch echte Magie gewirkt! Der UV-Schutz der Genua und die zugehörigen Taschen sind perfekt genäht – und das in der Rekordzeit von einer Nacht. Ein Hoch auf die türkische Handwerkskunst! Auch unsere Lebensmittel-Bestellung trifft pünktlich ein. Während Nane beginnt, Tetris für Fortgeschrittene im Kühlschrank und den Stauräumen zu spielen, widmet sich Dirk der Ankerwinsch, die zerlegt, gesäubert und frisch gefettet wird.

Die Freude über die pünktliche Lieferung wird allerdings durch den Zustand des Obstes getrübt. Birnen, Pfirsiche und Nektarinen haben die Reise offenbar nicht gut überstanden – sie sind angeditscht, zermatscht und, um es mit Nanes Worten zu sagen, „sabbernd“. Dazu fehlen ein paar Dinge, die aber berechnet wurden. Ein kurzes, ärgerliches Intermezzo mit dem Lieferdienst und die Vereinbarung, dass wir die zu viel bezahlten 40 Euro am Ende des Törns zurückbekommen. Es ist zwar ein kleines Ärgernis, aber immer noch unendlich viel besser und schneller, als selbst für den Großeinkauf nach Marmaris zu pendeln.

Nachdem bei uns alles an Bord ist, spielt Dirk den Lieferservice für die Nachbaryacht „Il Sogno“. Doch Hansis Wunsch, ihm ein paar kalte Getränke in den Kühlschrank zu stellen, scheitert kläglich. Ein Kurzschluss hat die Yacht lahmgelegt, der Kühlschrank ist ohne Strom und hat bereits ein Eigenleben entwickelt. Improvisation ist alles: Dirk deponiert die Getränke kurzerhand im Kühlschrank im Marina-Office und gibt Hansi Bescheid. Wenigstens ist der bestellte Putztrupp unterwegs!

Gegen 13:30 Uhr ist es dann so weit: Leinen los! Ein herrliches Gefühl. Wir cruisen ganz gemütlich unter Motor Richtung Ciftlik. Um 15:30 Uhr machen wir am Steg fest, und nach dem obligatorischen Anleger-Radler gibt es nur noch ein Ziel: das Wasser! Der erste Sprung ins kühle Nass – unbezahlbar. Viele Grüße an dieser Stelle an ZR, du würdest es lieben!

So richtig angekommen fühlen wir uns aber noch nicht. Die Müdigkeit der letzten beiden kurzen Nächte steckt uns tief in den Knochen. Wir verbringen den Nachmittag entspannt an Deck, dösen vor uns hin und genießen einfach nur den Moment.

Zum Abendessen belohnen wir uns mit einem fantastischen Chicken Kavurma, Sigara Börek und einem unglaublich leckeren Zucchini-Knoblauch-Joghurt-Dip. Wieder an Bord, chillen wir noch eine Runde, bis uns fast die Augen zufallen. Da hören wir neben uns noch ein Anlegemanöver. Eine andere deutsche Charter-Crew, die – absolut nachvollziehbar – auch keine Lust hatte, die erste Nacht im Trubel von Marmaris zu verbringen. Wir sagen kurz hallo, die Crew geht zum essen und wir wieder in die Horizontale im Cockpit.

Lange halten wir aber nicht mehr durch. Die Müdigkeit siegt. Gute Nacht aus dem Paradies.

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