Wir werden von einem Geräusch wach, das so gar nicht in die idyllische Morgenstimmung von Serce Limani passt. Es klingt wie ein pfeifender Wasserkessel, aber da ZR noch leise vor sich hin schnarcht, kann das nicht die Ursache sein. Die Auflösung folgt prompt: Es ist Heinz vom Nachbarboot, der morgens um 7:30 Uhr seine kleine Drohne startet. ZR wacht augenblicklich knötterig auf. Das ist definitiv nicht seine bevorzugte Methode, um geweckt zu werden, vor allem, wenn der Kaffee noch nicht mal fertig ist. Ein leises “Bruddeln” ist zu vernehmen.
Nane macht sich auf den Weg, um Brot zu kaufen, aber bei Kaptan Nemo gibt es nur das Standard-Brot von gestern. Sie verzichtet dankend. Doch der Wirt, ruft kurzerhand eines der schwimmenden Shopping-Boote herbei, das uns ein frisches Brot verkauft. Das Frühstück ist gerettet!
Kurz vor 9 Uhr legt die Il Sogno ab. Hansi will bei Captain’s Table frühstücken und bei einer Reisegeschwindigkeit von 11 Knoten ist das auch in flotten 1,5 Stunden zu schaffen. Wir verabschieden uns wortreich und winken, bis sie um die Ecke verschwinden. Schön zu wissen, dass wir uns im Spätsommer wiedersehen. Nane bekommt noch die Drohnenbilder von Heinz zugeschickt – damit hat sich das nervige Weckgeräusch wenigstens gelohnt.
Kurz vor 11 Uhr legen auch wir ab. Kurs: Ciftlik. Wir hoffen auf den Wind vom Vortag und tatsächlich werden wir nicht enttäuscht. Mit 10 Knoten achterlichem Wind können wir gemütlich Richtung Ziel halsen.
Als wir kurz vor 15 Uhr am Steg des Deniz Restaurants ankommen, pfeift der Wind zwar ordentlich, aber er kommt direkt von achtern, was das Anlegen erleichtert. Nane verschwindet direkt in der Pantry, um unter dem Motto #aufessen einen Anleger-Snack zuzubereiten: Zucchini und Kartoffeln aus dem Backofen mit Joghurt und dem frischen Portulak von Sailors Paradise. Während das im Ofen brutzelt, bleibt genug Zeit für eine Runde Schwimmen. Am Steg nebenan übt eine russische Crew bei dem Wind An- und Ablegemanöver, bis die Mädels an Bord sichtlich die Lust verlieren und von Bord gehen.
Wir füllen Wasser auf, genießen den Wind, der die Hitze erträglich macht, und ZR kocht noch eine Runde Kaffee. Dirk kehrt vom Duschen mit einem Magnum-Eis für jeden zurück und Nane kündigt einen “Viertelstunden-Power-Nap” an. Dirk und ZR sind sich sicher, dass daraus mindestens zwei Viertelstunden werden.
Gegen 19:30 Uhr geht es zum Essen. Die Jungs schlagen bei Köfte und Chicken-Sis zu, Nane bleibt den Vorspeisen treu. Wir sitzen diesmal draußen, da es unter dem Dach des Restaurants zu warm ist, und genießen den Abend. Die Gewissheit, dass wir in bereits 93 Tagen wieder hier sein werden, macht den Abschied leicht.
Zurück an Bord läuft der #austrinken-Modus auf Hochtouren. ZR und Nane bekommen Weißweinschorle, Dirk eine Fanta – davon haben wir noch reichlich. Irgendwann übermannt uns die Müdigkeit und wir verziehen uns in die Kojen.
