Die Seesäcke sind voll – na ja, fast.

Es ist soweit, Leute. Die Seesäcke sind gepackt, gestopft, reingedrückt und irgendwie zugegangen. Morgen kommen nur noch zwei Stück Parmesan obendrauf, weil eine Pasta in einer türkischen Bucht ohne anständigen Parmesan einfach keine Pasta ist, sondern nur warme Nudeln mit Soße. Das ist so ein bisschen wie Segeln ohne Wind – geht, macht aber keinen Spaß. Dolce Vita fängt beim Käse an, das ist keine Verhandlungssache.

Der Plan steht: Morgen früh schmeißt uns Dirks Nichte am Flughafen raus. Die Süße war ja selbst schon mal mit an Bord und hat das Land, die Leute und das Essen geliebt – nur die Welle, die hat sie leider nicht geliebt, und die Welle sie auch nicht. Manchmal passt es eben zwischen Mensch und Meer einfach nicht. Sie bringt uns jedenfalls sicher hin und winkt uns bestimmt ein kleines bisschen neidisch hinterher, zumindest bis sie an den Seegang und das flaue Gefühl im Magen denkt.

Dann geht’s über Istanbul nach Dalaman, Landung 17:30 Uhr, kurzer Abstecher in den Duty Free, weil man das als Tradition einfach macht, und dann mit DM-Transfer runter nach Marmaris in die Adaköy-Marina. Auf dem Hinflug haben wir mit Turkish Airlines 23 Kilo pro Nase, auf dem Rückflug mit SunExpress nur 20. Klingt erstmal nach Problem, ist aber keins, denn bis dahin sind Salami, Dosenwurst, Kaffee und Müsli längst vertilgt, und Duschgel, Sonnencreme und Shampoo bleiben einfach an Bord. Im September sind wir nämlich direkt wieder da, dann gleich für drei Wochen. Schon gut, wenn man an Bord sein eigenes Fach hat, in dem die Sachen auf einen warten. Einmal einräumen, nächstes Mal einfach wieder aufmachen – so geht cleveres Packen.

ZR steht zu diesem Zeitpunkt vermutlich immer noch vor seinem Seesack und hadert mit dem Universum. Hab ich alles? Fehlt was? Brauche ich das? Was ist mit dem Dings? Man kennt das, man liebt das, man war selbst schon da. Spoiler: Es fehlt immer was, und es ist nie das, woran man die ganze Zeit gedacht hat.

Am Samstag früh kommt dann Bünyamin mit seinem legendären Lieferservice und bringt alles von der Einkaufsliste direkt an den Steg. Der Mann ist Gold wert, ehrlich. Während wir hier noch überlegen, ob wir etwas vergessen haben, hat der das schon längst eingepackt. Und dann stehen wir vor ihr. Pura Vida. Unser Boot. Unser Zuhause für die nächsten Tage. Der Liegeplatz für Samstag Nachmittag ist auch schon gebucht, denn manche Traditionen rührt man nicht an: Es geht nach Ciftlik an den Steg vom Deniz Restaurant. Ankommen, festmachen, hinsetzen, schwimmen, aufs Wasser schauen und den ersten Abend genießen – besser kann ein Törn nicht starten.

Die Vorfreude ist mittlerweile an einem Punkt, an dem man eigentlich nicht mehr schlafen kann, es aber muss, weil morgen ein langer Tag wird. Also Augen zu, an türkisblaues Wasser denken und hoffen, dass der Wecker klingelt, bevor man vor lauter Aufregung sowieso von alleine aufwacht.

Marmaris, wir kommen.

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