Montag, 28.09.2026 | Kuruca Bükü – Sögüt | 13,92 nm

Der Wetterbericht für heute ist eindeutig: bis zu 27 Knoten Wind. Für uns heißt das: früh raus! Nach einem schnellen Frühstück lichten wir schon um 9:30 Uhr den Anker. Wir fahren aus der Bucht, der Wind kommt von achtern, also setzen wir nur die Genua. Eine gute Entscheidung. Mit 5 bis 6 Knoten Fahrt schießen wir durchs Wasser und schaffen die gesamte Strecke nach Sögüt mit nur drei Halsen. Der Wind legt wie vorhergesagt stetig zu und bläst auf den letzten Metern mit über 20 Knoten.

Um 12:20 Uhr nähern wir uns dem Steg von Captain’s Table. Bei dem starken Seitenwind übernimmt Dirk das Steuer – das ist jetzt Chefsache. Unser Freund Hansi liegt mit seiner „Il Sogno“ schon da. Er berichtet, dass er trotz starker Bugstrahlruder-Unterstützung drei Anläufe für sein Manöver gebraucht hat. Die Messlatte liegt also hoch. Sabit steht vorsorglich mit dem Dinghi bereit, falls uns der Wind abtreibt. Aber Dirk macht das souverän: Im ersten Anlauf liegen wir perfekt am Steg! Ein kleiner Triumph und eine große Freude, die Familie Apak zum letzten Mal in diesem Jahr zu besuchen.

Nach dem Anlegen wollen Dirk und Thomas zum Barbier. Doch Sabits Anruf im Dorf ergibt: Stromausfall. Die Jungs müssen sich gedulden. Die Zwangspause wird sinnvoll genutzt: mit den Resten der Spaghetti Carbonara von gestern und einem kleinen Nickerchen.

Gegen 15:15 Uhr, kaum hat Nane frischen Kaffee eingeschenkt, winkt Sabit vom Steg: Der Barbier hat wieder Strom und jetzt Zeit! „Hade, hade!“ (Los, los!), schnell, schnell, die Jungs machen sich auf den Weg. Nane bleibt an Bord und genießt das Hafenkino am Nachbarsteg, wo selbst die großen Ausflugsboote bei dem Wind zu kämpfen haben. Plötzlich fragt Hansi, wo denn Dirk und Thomas sind. Als er hört, dass sie beim Friseur sitzen, will er auch – und wird von Sabit prompt hinterhergefahren.

Was dann folgt, ist pures Gold, das Thomas per Foto an Nanes Handy schickt. Eine Bilderserie aus dem Herrensalon: Dirk, bis über die Ohren mit Rasierschaum bedeckt. Dirk, dem mit kleinen Fackeln die Ohrenhaare abgeflämmt werden. Und Hansi, dem mit Wachs die Nasen- und Ohrenhaare entfernt werden. Die drei Herren und ihr Friseur haben sichtlich Spaß – ein unbezahlbar amüsanter Anblick!

Gegen 19 Uhr sind sie zurück: frisch geschniegelt, rasiert und mit neuem Haarschnitt. Als Friedensangebot für die lange Wartezeit hat Dirk Eis mitgebracht, und so gibt es erstmal eine Runde Magnum für alle. Danach geht es direkt zum Abendessen. Wir folgen Hansis Empfehlung und bestellen Hähnchen-Schnitzel – extrem lecker, aber eine riesige Portion. Die Hälfte nehmen wir für den nächsten Tag mit. Gülümser verwöhnt uns zum Nachtisch mit einer Art warmem Milchpudding aus dem Ofen, der einfach himmlisch schmeckt. Als kleines Dankeschön für die tolle Zeit bittet Nane Hansis Crew, eine 5-Sterne-Bewertung auf Google zu hinterlassen, was Hansi sofort in die Tat umsetzt.

Zurück an Bord gibt es noch einen letzten Raki, dann fallen wir alle müde, aber glücklich in die Kojen. Was für ein Tag

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