Sonntag, 20.09.2026 | Orhaniye

Wir schlafen tief und fest, während ein leichter Westwind für eine herrliche Brise in der Kabine sorgt. Die Nacht nach der großen Hochzeit war erholsam. Nane ist wie immer die Erste, die wach ist, knipst ein Foto vom Sonnenaufgang und legt sich dann aber direkt wieder hin. Gegen halb neun wird Dirk sanft aus dem Schlaf motiviert. Der Plan: ein Morgenspaziergang zu dem kleinen Bäcker hinter dem Marktplatz, um frische Simit (türkische Sesamringe) für das Frühstück zu holen. Wir sind zutiefst beeindruckt, wie schnell und effizient der riesige Festplatz vom Vorabend aufgeräumt wird. Kaum zu glauben, dass hier vor wenigen Stunden noch 3.000 Menschen gefeiert haben.

Zurück an Bord gibt es ein Festmahl: frische Simit, Tomaten, Gurken, Frischkäse, Spiegeleier, Orangensaft, Joghurt und Honig. Wer von uns was isst, kann man sich an dieser Stelle wohl denken – der eine magenschonend, der andere herzhaft.

Nach dem Frühstück geht es an die Arbeit. Es gibt noch ein paar kleine Reparaturen zu erledigen, und Nane will die Cockpit-Polster schrubben. Die Luft ist windstill und drückend schwül, aber die Aussicht auf eine Abkühlung im Pool des Restaurants ist Motivation genug. Außerdem müssen wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und den Abwassertank leeren lassen, um ein neues Zertifikat für die nächsten 14 Tage zu bekommen. Was erledigt ist, ist erledigt.

Am Nachmittag kommt unser Freund Hansi mit seiner „Il Sogno“ in die Bucht und macht am Steg gegenüber bei Ersoy fest. Wir nutzen die Gelegenheit für eine ausgiebige Pause am Pool und eine lange Dusche. Danach geht es rüber zu Hansi, wo wir bei einem Drink an Bord den neuesten Tratsch austauschen und anschließend gemeinsam essen gehen. Der Abend vergeht wie im Flug.

Zurück auf der Pura Vida beginnt der spannendste Teil des Tages: das große Warten. Unser Freund und ehemaliger Segellehrer Thomas soll um 0:55 Uhr in Dalaman landen. Birkan, der auch gestern das Brautpaar gefahren hat, wird ihn vom Flughafen abholen. Dirk hat den Flugtracker der SunExpress-Maschine fest im Blick und verkündet die frohe Botschaft: Der Flieger ist schon um 23:30 Uhr gelandet – perfekt! Zwanzig Minuten später die nächste Info: Thomas sitzt im Transferbus. Die Anspannung steigt.

Kurz vor 2 Uhr morgens ist es dann so weit. Er ist da! Wir begrüßen ihn herzlich am Eingang des Palmiye Restaurants, drücken Birkan die vereinbarten 100 Euro für den Transfer in die Hand und bedanken uns für den sicheren Transport.

Endlich an Bord! Die Wiedersehensfreude ist riesig. Bei ein, zwei (oder vielleicht auch drei) Begrüßungs-Schorlen wird geredet, gelacht und auf die kommenden Wochen angestoßen. Wir quatschen bis 4 Uhr morgens, bis uns allen die Augen zufallen. Die Müdigkeit siegt, aber das ist egal.

Unser „Klassentreffen auf See“ hat offiziell begonnen. Der Käpt’n ist an Bord.

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