Dienstag, 02. Juni 2026 | Kuruca Bükü

Die Zeit scheint heute ein anderes Tempo anzuschlagen. Nane und Dirk werden erst um halb neun wach, während ZR, die personifizierte Morgen-Energie, sein Schwimmtraining und die erste Kanne Kaffee natürlich längst hinter sich hat. Aber genau so fängt der Tag doch gut an. Nane schnappt sich eine Tasse, setzt sich ins Cockpit und genießt diese besondere Morgenstimmung, wenn die Bucht noch einem selbst gehört.

Zum Frühstück gibt es den gehobenen Bord-Standard: Wir backen Fladenbrot auf und die Jungs bekommen ihre obligatorischen Spiegeleier, heute flankiert von schwäbischer Lyoner und Leberwurst mit Gurken und Tomaten. Die Gesichter strahlen. Nane hält mit Joghurt, Banane und Obstsalat die Gesundheits-Flagge hoch. So sind alle glücklich.

ZR, unser offizieller Wassertemperatur-Beauftragter, bestätigt nach seinem zweiten Bad des Tages: 23°C! Was will man mehr? Ein Blick in die Wind-App sagt heute leider: Nichts. Gar nichts. Null Wind. Durch die Gegend zu motoren, ist keine Option, also rufen wir offiziell den “Nationalen Chill-Tag” aus und bleiben wo wir sind. Fast alle anderen Yachten verlassen am Vormittag die Bucht. Wir sind gespannt, wer am Nachmittag die Lücken füllt.

Plötzlich sichtet Dirk eine rote Boje. Komisch, die war gestern definitiv nicht da. ZR sinniert mit einem Grinsen: “Vielleicht leben wir doch in der Matrix.” Ein paar Minuten später löst sich das Rätsel: Die Boje hat sich losgerissen und treibt nun, einer stillen Prozession gleich, langsam ans Ufer hinter uns. Ein Glitch in der Realität, der sich selbst korrigiert.

Der Tag plätschert dahin. Dirk lauscht einem Hörbuch, während Nane und ZR bei entspannter Lounge-Musik quatschen. Es ist die perfekte Definition eines Tages am Meer. Zum Mittag gibt es die Reste der gestrigen Schinkennudeln. Für den Abend plant Nane eine Premiere: Dinnete, die schwäbische Antwort auf Pizza und Flammkuchen. Der Teig wird schon mittags angesetzt, damit er sein volles Volumen entfalten kann.

Der Nachmittag lässt sich in einer Endlosschleife zusammenfassen: Schwimmen, Musik hören, Kaffee trinken, Schwimmen, Musik hören, Weißweinschorle. Herrlich! Dirk verkrümelt sich, um sein Hörbuch zu beenden – wir vermuten ja eher, er hält ein strategisches Nickerchen. Nach dem Stress im Büro sei es ihm von Herzen gegönnt. Im Wasser entdecken wir zwei Calamari, die uns mit ihren großen Augen neugierig mustern.

Eine türkische Yacht gesellt sich zu uns. Dann taucht die Küstenwache auf, macht eine Runde bei den Motorbooten auf der anderen Seite, legt eine Kaffeepause an der Strandbar ein und verlässt die Bucht mit Blaulicht und Sirene. ZRs trockener Kommentar: “Männer eben, immer viel Tamm Tamm.”

Der Sonnenuntergang ist wieder ein Spektakel. Aus der kleinen Bar am Strand dringt leise Musik herüber, die wir als unseren Abend-Soundtrack übernehmen. Nanes Dinnete-Premiere mit Crème fraîche, Schinken, Zwiebeln und Emmentaler ist ein voller Erfolg!

Wenn Nane kocht, haben die Jungs Spüldienst – das ungeschriebene Gesetz der Pura Vida. Und wieder stellen sie fest, wie sehr Christopher fehlt, der Meister des blitzblanken Geschirrs. Nane schickt ein Beweisfoto der Spül-Crew nach Hessen und bekommt prompt die Antwort, dass Christopher mitsamt Familie sofort kommen und den Job übernehmen würde. Ein Mann, ein Wort!

Der Sternenhimmel ist atemberaubend. Nach der Hitze des Tages fühlt sich die aufziehende Kühle und die Feuchtigkeit der Nacht wunderbar frisch an. Wir lassen den Abend ausklingen und ziehen uns in die Kojen zurück. Was für ein chilliger Tag

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