Donnerstag, 16.09.2021 | Ekincik – Böynuz Bükü | 35,14 nm

In der Nacht haben uns die Fallwinde doch geärgert und wir mussten aktiv werden. Der Anker hat sich zwar fest eingegraben, aber die Pendelei und der Wind haben den richtigen Tiefschlaf verhindert. Um 7.00 Uhr sind wir am Start, ZR hat den Kaffee fertig und wir wollen noch kurz schwimmen, bevor wir ablegen. Dirk verzichtet auf den morgendlichen „Swim“ er findet der Wind ist zu kalt, wenn man wieder raus kommt. Das Argument, denke an den nächsten Donnerstag, wenn Du im Homeoffice nicht mehr schwimmen kannst, zählt nicht.

Um 8.00 Uhr laufen wir aus, eine russische Yacht verfolgt uns und meint, wir dürften nicht raus. Wir gehen aber noch davon aus, dass Richtung Fethiye eine Durchfahrt möglich ist, Richtung Marmaris eher nicht. Auf der Höhe von Delik Adasi werden wir von der Küstenwache gestoppt, wir holen die Genua ein und wir bekommen die Info: „Dangerous Area“ und „Military Training“ bis 17 Uhr, wir werden zurück geschickt. Der Wind kommt aus Nord und wir fahren unter Motor gegen 24 Knoten zurück in die Ekincik Bucht. Nane entscheidet, die My Marina anzulaufen, die Wahrscheinlichkeit dort eine Info zu bekommen, die uns verbindlich weiter hilft ist größer als allein vor Anker. Alle Yachten haben das gleiche Problem, jeder muss entweder nach Göcek, Fethiye oder Marmaris. Zwischendurch bekommen wir die Info, dass die Übungen bis 18 Uhr gehen. Um diese Uhrzeit die Strecke von 35 Seemeilen zurückzulegen, passt gar nicht, weil nachts wollen wir im Dunkeln nicht unterwegs sein. Wir schreiben Inci von EGG an und Mahmut von Derya Yachting, sie wollen sich erkundigen. Nane macht erst mal Omelett für die Jungs – Nervennahrung, danach gehen ZR und Nane noch mal schwimmen. Dirk ist nervös, wir müssen morgen Nachmittag in der Ece Saray Marina sein – er will nix wissen und tauscht sich mit allen Skippern aus.

Um 10.45 Uhr bekommen wir die Info, dass die Küstenwache eine  Passage entlang der Küste aufgemacht hat und wir hier durch können. Wir machen alles klar zum Ablegen und starten – besser als morgen früh um 4.00 Uhr zu versuchen durchzukommen, denn die Gerüchte sagen, das die Übungen 24 Stunden und länger dauern werden. Wir bekommen ein Video, auf dem uns die erlaubte Route mit dem Finger auf der Landkarte gezeigt wird. Eine Yacht nach der anderen fahren wir wie eine Karawane die Küste entlang.

Video vom Kommandanten des Militärs

Um 13 Uhr sind wir am Kap Disibilmez Burun und nehmen Kurs auf Kurtoglu Burun. Dirk informiert Inci, dass wir durch sind und ob wir unsere gecancelte Verabredung in Böynuz Bükü doch noch hinbekommen. Inci reserviert einen Platz am Jetty und wir bekommen bei achterlichem/halben Wind aus Nord 6 bis 7 Knoten Fahrt – passt.

Um 15:30 Uhr passieren wir das Kap uns sind zumindest schon mal im Fethiye Golf. Hier schläft der Wind total ein und wir starten den Motor. Um 16:30 Uhr fahren wir durch die beiden Inseln Tersane und Domuz. Im Göcek Golf haben wir wieder heftigen Wind gegenan, aber jetzt noch aufzukreuzen, ist für keinen von uns eine Option – wir wollen ankommen. Die letzte Stunde motoren wir Richtung Boynuz Bükü mit über 20 Knoten Wind gegenan. Jeder noch so kleine Ankerplatz ist im Golf von Göcek belegt. Die Motorboote sehen aus, wie Reihenhaussiedlungen entlang der Küste – uns ist das alles zu voll. In der Einfahrt von Boynuz Bükü fährt uns ein großes Migros-Schiff fast über den Haufen – Vorfahrtsregeln scheinen Migros unbekannt zu sein.

Um 17.30 Uhr liegen wir innen am Eck des Jettys – Nane findet den Platz furchtbar. Die Muring passt auch nicht und muss erst „freigetaucht“ werden. Um an den Steg zu kommen, müssen wir über’s Nachbarboot – aber Dirk ist happy, dass wir liegen und einen Platz haben – egal wie. Inci ist kaum 10 Minuten später auch da, wir quatschen und gönnen uns das ein oder andere Weißweinschorle im Cockpit. Später gehen wir zum Essen und brauchen das erste Mal im Urlaub Autan gegen die Mücken. Inci bekommt auch noch eine Mitfahrgelegenheit nach Göcek. Kurz nach 22 Uhr fährt sie in einem kleinen schwarzen Motorboot mit zwei Außenbordern im James Bond Style winkend davon – das war ein schöner Abend, auch wenn das Essen nicht besonders war, aber okay. An Bord nehmen wir noch einen Absacker und fallen nach dem langen Tag mit aller Aufregung am Morgen müde in die Kojen.

Ausfahrt aus Ekincik

auf nach Boynuz Bükü

auf nach Boynuz Bükü

auf nach Boynuz Bükü

auf nach Boynuz Bükü

auf nach Boynuz Bükü

My Marina Ekincik

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kurz vorm auslaufen

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