Samstag, 8. Juni 2019 | Marmaris – Ciftlik | 12,5 nm

Die Nacht war kurz, die Barstreet hat uns beschallt und erst morgens um 3.00 Uhr war Ruhe, wirklich zu schlafen. ZR kocht erst mal Kaffee und wir stellen entsetzt fest, dass der Kühlschrank nicht kühlt. Canan hat uns schon Simit mitgebracht und wir frühstücken an Deck. Dirk tankt nebenher Frischwasser und wir starten den Checkup. Dirk startet den Motor und die Drehzahlschwankungen im Leerlauf finden wir unspannend – die Andiamo vibriert so, dass die Tassen auf dem Cockpit-Tisch tanzen. Dirk findet das extrem unspannend und macht sich auf den Weg, die richtigen Leute an den Start zu bringen, hier schnellstmöglich Hand anzulegen. Nane und ZR wollen die Zeit effektiv nutzen und während Dirk den Technikern und dem Service-Personal als Supervisor erklärt, wo was zu tun ist, gehen sie einkaufen. Die Migros Yacht-Service-Crew freut sich uns zu sehen, der Geschäftsführer begrüßt uns mit Handschlag und wir kaufen ein. Der komplette Akmina-Vorrat landet in unseren Einkaufswägen und wir gehen systematisch durch die Gänge, um alles einzukaufen, was wir brauchen und auch ja nichts zu vergessen. Als wir Butter, Eier, Joghurt und Käse einkaufen, hoffen wir, dass Dirk das Kühlschrank-Problem mit dem Phönix-Team lösen konnte – „no risk – no fun“. Der Einkaufs-Service mit Mitarbeitern, die einem die ganze Arbeit abnehmen, die Waren auf das Band legen, in Tüten packen und in Gitterboxen zum Kühltransporter bringen, fasziniert uns immer wieder aufs Neue – das hätten wir gern auch bei uns zu Hause. Der Yacht-Service funktioniert einwandfrei und wir fahren mit dem Migros-Team vorne im Führerhaus des LKW Richtung Netsel Marina. Die Jungs fahren unsere Einkäufe Richtung Andiamo und bringen alles an Bord – dort wird es jetzt eng, denn 4 Techniker sind am Start aber Dirk sieht zufriedener aus, also hat die „Supervision“ geklappt. Wir verstauen alles an Bord. Der Kühlschrank kühlt – passt. Wir müssen jetzt nur noch die Türcell-Karte aufladen, Geld abheben und für Thomas in die Apotheke. Auf dem Rückweg gönnen wir uns einen Luxus-Döner an edel gedeckten Tischen auf weißem Porzellan im Pineapple-Restaurant, dass unser Skipper noch sein Schlafshirt an hat, fällt nicht weiter auf, dafür ist die Andiamo wieder am Start. Zurück am Ponton M bezahlen wir Transitlog und Starterpaket, bekommen noch einen Satz Handtücher und Laken für die 2. Woche mit und machen alles klar zum Auslaufen. 14:30 Uhr kommen wir los und wundern uns, dass wir trotz wenig Schlaf, einigermaßen fit sind. In der Bucht von Marmaris haben wir 18 Knoten Wind und setzen die Genua – wir wollen es gemütlich angehen lassen. Nane übergibt das Steuer an den Skipper und will die Navigation checken, als der Wind beschließt, er hat keine Lust mehr – aus. Naja dann halt unter Motor Richtung Ciftlik. Kaum abgelegt, kommen wir langsam an – der Tag gestern mit 16 Stunden Anreise, die kurze Nacht, die Technik und der Einkaufsmarathon haben uns noch nicht wirklich „ankommen“ lassen. Kaum unterwegs fühlt es sich jetzt langsam an wie Urlaub. Wir freuen uns auf die nächsten zwei Wochen und auf unsere zwei Crew-Mitglieder, die erst heute anreisen. In Ciftlik haben wir nicht reserviert, es ist ja Samstag – normalerweise nicht viel los. Als wir in die Bucht kommen, sind wir dann doch überrascht, dass so viele Yachten am Steg liegen – die Bayram-Ferien sind erst dieses Wochenende vorbei und so sind noch viele türkische Yachten unterwegs. Aber wir bekommen einen Platz mit Muring am Jetty und gehen nach einem Anleger-Drink und einem „vielen Dank liebe Crew für dieses schöne Anlegemanöver“ vom Skipper schwimmen. Das Wasser ist frisch, auch wenn das Bordthermometer 26,6 Grad anzeigt. Aber auch der Skipper kommt ins Wasser und das recht schnell. Auf dem Wasser schwimmt gelber Blütenstaub sieht nicht ganz so lecker aus, aber Hauptsache schwimmen – das erste Mal dieses Jahr. Im Anschluss gönnen wir uns einen Kaffee und ein paar Kremali-Kekse. Ciftlik hat sich nicht verändert, das Deniz Restaurant ist mit dem selben Team am Start wie in den letzten Jahren – Ibos Sohn hilft schon fleißig mit. Die Preise haben sich trotz Kursänderung nicht spürbar verändert, das schmeckt fantastisch. Ein paar Vorspeisen mit Cigara Börek, Tavuk Kavurma und Lamb Chops kommen auf den Tisch und nach dem Essen gibt es Cay – perfekt. Wir sind müde, warten aber auf unsere restliche Crew, die ca. 18:45 Uhr und 19:30 Uhr landen soll. Thomas hat Verspätung, so dass Micha und er erst kurz vor 21 Uhr im VIP-Shuttle des DM-Transfer sitzen. 23.15 Uhr fährt DM-Transfer beim Deniz-Restaurant vor und die Wiedersehensfreude ist groß. Noch ein Drink an Bord, ein paar Chips für die ausgehungerten Reisenden und kurze Updates über die Ereignisse der letzten Wochen und Monate zu Hause – ausführlich besprechen wir das morgen. Kurz vor 1.00 Uhr gehen wir in die Kojen.