Donnerstag | 26.05.2016 | Bozukkale – Ciftlik | 16,59 nm

9.00 Uhr | Kaum einer rührt sich. Niemand hat wirklich Lust aufzustehen. Ganz langsam kommt Leben in die Crew. Ein Teil geht duschen. Nane schreibt Blog und Micha macht nach der Dusche erst mal Frühstück.

10.30 Uhr | Wir gehen Richtung Sailors House, um einen letzten Cay zu trinken und die Rechnung zu bezahlen. Mustafa erzählt uns die ein oder andere Geschichte und ruft bei der Charterfirma von Thomas und Özy an, um zu erzählen, dass die Vega hier in der Bucht havariert ist. Der arme Tolga am anderen Ende der Leitung bekommt fast einen Herzanfall – „just kidding“. Mit dem Anruf kann Özy klären, dass sie die Vega erst am Samstag früh um 10 Uhr wieder in die Marina bringen müssen, was aber auch nicht viel nützt für die Etappen nach Göcek. Trotzdem beschließen die beiden noch mit nach Ciftlik zu gehen und den letzten langen Schlag nach Göcek, dann auf einen Rutsch zu absolvieren. Wir bekommen noch einen türkischen Kaffee zum Abschied – „see you in summer“.

11.45 Uhr | Wir laufen aus. Nane beschließt nur die Genau zu setzen, denn der Wind kommt achterlich, das müsste reichen. Die Sundowner ist schon los, als wir noch beim Kaffee saßen.

12.00 Uhr | Nane und Sandra legen sich auf’s Vorschiff, um ein wenig Sonne zu tanken und Dirk übernimmt das Ruder. Wir kommen gut voran, denn der Wind frischt auf. Zwischenzeitlich haben wir 19 Knoten scheinbaren achterlichen Wind – in die entgegengesetzte Richtung wäre das heute sicher unangenehmer.

13.00 Uhr | Dirk übergibt Lorenz das Ruder und wir cruisen Richtung Ciftlik. ETA 15 Uhr.

14.45 Uhr | Die Vega schießt vor der Insel Ciftlik Adasi in den Wind und kommt uns wieder entgegen. T+Ö holen die Segel ein. Wir cruisen mit der Genua bis in die Bucht bevor wir sie einholen und Dirk legt die Andiamo sicher an den Steg. Direkt nach uns kommt die Vega rein, Hassan will wissen, ob das unsere Freunde sind „evet“ und so kommen die beiden auch gut an den Jetty.

15.00 Uhr | Wir gönnen uns einen Aperol als Anleger und Dirk hat Hunger auf Nudeln mit Gorgonzola-Soße. Thomas hat auch noch Gorgonzola und Krema, also geht Nane in die Küche und startet die Vorbereitungen. Micha kommt und hilft, auch Dirk ist am Start (er muss wirklich Hunger haben). Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis das Wasser endlich kocht. Ernst will wissen, warum in der Soße kein Knoblauch ist, najaganz einfach, weil Nane sie gekocht hat und zwar nach ihrem Rezept. Zusammen mit der kleinen Crew gönnen wir uns die Nudeln an Deck – nur Sandra mag keinen Gorgonzola und macht sich den Rest Eintopf bei Thomas auf dem Schiff in der Mikrowelle warm.

16.00 Uhr | Ernst, Lorenz und Micha haben den Spüldienst übernommen und starten ihre Wanderung durch die Bucht. Nane, Sandra und Dirk chillen an Bord. Wolfgang von der Sundowner kommt uns besuchen, weil er sich die Andiamo gern mal anschauen möchte – wir erzählen ihm, wie wir vom Mitsegeln zum selber Chartern gekommen sind.

17.00 Uhr | Die russische Crew neben uns macht alles klar zum Auslaufen. Sie wollen heute noch nach Marmaris und schrauben die GoPro an die Reeling. Nane will wissen, wie die Aufnahmen aus dieser Perspektive werden, aber sie probieren es heute auch zum ersten Mal.

18.20 Uhr | Dirk geht duschen, als er zurück kommt, kommt gerade eine Suncharter-Yacht rein, die komplette Crew in Feststoffwesten, draußen scheint der Wind noch zugenommen zu haben. Sie versuchen bei recht starkem Wind in die Lücke zu kommen, plötzlich kann der Skipper sein Lenkrad nicht mehr bewegen und hat das P im Gesicht. Dirk ruft ihm zu, ob er den Autopilot drin hat – genau das war’s aber sie müssen noch mal vor – denn jetzt hängen sie in der Muring der Nachbarn. Wir geben ihnen die Muring und nehmen schon vorne an unserem Bug die Achterleinen an und ziehen sie nach hinten an den Jetty.

19.15 Uhr | Jürgen geht mit seiner Crew schon zum Essen, wir lassen uns noch bisschen Zeit, denn wir hatte ja Makkaroni. So gehen 20 Uhr machen wir uns auch auf den Weg ins Restaurant. Nane, Dirk und Sandra teilen sich Sigara Börek, Tsatsik, Hühnchensalat, und Joghurt-Karotten-Creme – lecker. Nane gönnt sich noch mal Riesen-Garnelen und Dirk handelt sogar Indirim aus.

21.30 Uhr | Wir gehen auf die Vega und versuchen den letzten Abend zu genießen. Irgendwie gelingt uns das nicht so richtig. Die Stimmung ist eher schwermütig. Özy unterstützt mit seiner Playlist noch die melancholische Stimmung.

24.00 Uhr | Wir gehen in die Kojen und stellen unsere Wecker au 7.00 Uhr, um die beiden gebührend zu verabschieden.

Mittwoch | 25.05.2016 | Bozburun – Bozukkale | 21,21 nm

10.00  Uhr | Jürgen lässt Nane und Sandra noch in sein Wifi, um das Wetter zu checken. Der Wind ist aus SW mit max. 12 Knoten angesagt – die Wolken am Himmel ziehen sehr schnell und Nane und Jürgen trauen der Wettervorhersage nicht so ganz. Wir wollen alle Richtung Bozukkale, Jürgen aber nicht an den Jetty von Mustafa – das müssen die beiden aber untereinander klären. Die Gullet legt jetzt Gott sei Dank auch ab und wir haben genügend Platz um Abzulegen.

10.30 Uhr | Die Sundowner ist schon draußen, die Vega legt ab und holt die Kette ohne Probleme auf. Wir müssen zwischendurch immer mal wieder die Kettenhaufen entwurschteln, kommen aber gut los. Wir setzen das Groß nur zu 70% und die volle Genua. Sandra übernimmt heute das Ruder und muss einige Wenden fahren, bis wir im Yesilova-Golf sind.

11.00 Uhr | Mit Wind aus SW kommen wir mit schönem Am-Wind-Kurs mit 7 bis 8 Knoten voran. Sandra führt das Regatta-Feld an.

13.00 Uhr | Nane beschließt die Wraps von Özy nachzumachen und geht runter, um den Wrap-Inhalt vorzubereiten. In der Zwischenzeit beschließt Sandra, dass Speed without Target Spaß macht und gibt Gas. Micha und Nane halten in der Kombüse alles fest, damit es in der Schräglage nicht durch die Gegend fliegt. Es gibt Wraps mit einer Kombination aus Frischkäse, Schafskäse, Tomaten, Paprika und Petersilie und eine Variante mit Thunfisch, Curry, Schafskäse.

13.30 Uhr | Vor Symi schläft uns der Wind ein. Wir haben nur noch 3,5 Knoten Fahrt. Wir fahren wieder eine Wende Richtung türkisches Festland und schon bekommen wir wieder Speed. Unser Mittags-Snack hat uns ans Ende unserer kleinen Regatta verschlagen. Aber wir wollen ja segeln.

15.00 Uhr | Wir haben die Genua eingeholt und fahren in die Bucht von Bozukkale. Das Groß müssen wir noch einmal komplett raus holen, weil es zu viele Falten hat, um es wieder ordentlich einzuholen. Es liegt nur ein Boot am Jetty, die Vega. Özy gibt uns die Muring-Leine rum und wir machen fest.

15.15 Uhr | Ein englisches Pärchen kommt neben uns rein. Sie haben ihre Achterleinen und ihre Muring noch nicht fest, als eine BBS-Yacht reinprescht. Sandra und Dirk springen an Bord weil sie helfen wollen. Der Skipper der BBS-Yacht motzt Sandra an, warum sie an Steuerbord keine Fender ausgebracht hat und regt sich wahnsinnig über die Engländer auf. Später kommt er am Jetty vorbei und will sich bei Sandra entschuldigen, weil sie ja nicht zu der Crew gehört hat, die sich in seinen Augen nach Seemannschaft völlig falsch verhalten hat. Nane meint, dass er ja auch hätte warten können, bis die 2 auf ihrem Schiff fertig sind mit dem Anlegemanöver. Er hält daraufhin eine Rede, dass er mit über 30 Jahren Erfahrung genau weiß was er tut. Nane lässt es gut sein, denn genau dieser Skipper hat mit seiner Crew die Duschen und Toiletten im Adamik genutzt, ohne dort gegessen zu haben – das ist sicher auch gute Seemannschaft.

15.30 Uhr | Nachdem alle von Bord gesprungen sind und die Tradition des Anlegers anscheinend keine mehr ist, trinken Nane und Sandra ein Efes.

16.00 Uhr | Wir gehen Cay trinken, der kleine Eren von Mustafa ist zuckersüß und freut sich über die Kekse, die wir mitbringen. Wir trinken Cay, aber der Wind ist frisch und so verkrümeln sich Sandra und Nane zurück auf die Andiamo. Micha, Ernst und Lorenz gehen wandern. Özy bekommt Hunger und Nane macht ihm die Manti warm, die er uns gestern gemacht hat. Dirk isst auch noch eine kleine Portion und wir chillen ein wenig in der Sonne.

17.00 Uhr | Wir hören ein Brummen und schauen uns um, es fliegt eine Drone mit GoPro über die Bucht. Trotz des starken Windes lässt sie sich anscheinend gut steuern. Dirk meint, Nane solle auf jeden Fall später checken, dass er den Film von dem Holländer bekommt, der die Drone steuert.

18.30 Uhr | Nane geht duschen, aber das Wasser ist kalt. Die englische Nachbarin kommt auch in die Dusche und bekommt von Nane den Tipp, das Haare waschen heute außen vor zu lassen. Aus der Nachbardusche kommen kleine spitze Schreie – ihr ist das Wasser sicher auch zu kalt. Jetzt warten wir noch auf unsere Wanderer, die irgendwann demnächst wieder auftauchen sollten.

20.00 Uhr | Wir gehen zum Essen. Nane schmeckt es heute nicht richtig – die Erkältung ist immer noch da. Der Wind pfeift so stark, dass wie lieber innen essen wollen. Nach dem Essen sind wir eigentlich müde und wollen nur noch einen kurzen Absacker an Bord der Vega nehmen. Thomas macht einen auf DJ und untermalt den Sternenhimmel mit Musik. Jeder darf abwechselnd Musikwünsche äußern – wir sitzen bis weit nach Mitternacht auf der Vega und genießen jede Sekunde zusammen.

Dienstag | 24.05.2016 | Sailors Paradise – Bozburun | 12,13 nm

9.00 Uhr | Heute haben wir etwas länger geschlafen. Micha ist schon schwimmen. Wir starten die Frühstücksvorbereitungen. Die Mama von Zerrin ist heute früh mit Mehmet nach Bozburun zum Markt, darum gibt es kein frisches Ekmek nur eines vom Vortag. Wir backen das Brot auf und frühstücken. So langsam wird auch das Nachbarschiff lebendig und wir vereinbaren, dass wir um 11 Uhr auslaufen, weil wir in Bozburun keinen Hafenplatz reservieren können. Jürgen möchte mit der Sundowner parallel segeln, dass wir gegenseitig ein paar schöne Fotos machen können.

11.15 Uhr | Nach dem letzten Cay und einem Abschied bis zum Sommer machen wir die Andiamo klar zum Ablegen. Diesmal wartet die Vega bis wir weg sind. Die Sundowner hat schon abgelegt. Es ist nicht viel Wind aus West zu erwarten, also setzen wir das Groß und die Genua zu 100% (gibt auch schönere Fotos). Wir segeln am Kap von Burun vorbei und gehen zwischen Festland und der Untiefentonne Atabol Adasi auf Kurs Richtung Yesilova Golf.

13.00 Uhr | Vorbei an Kizil Adasi nehmen wir Kurs auf Bozburun. Die Sundowner fährt als erstes Schiff in den Hafen. Eine Suncharter-Yacht kommt rückwärts raus. Wir rufen und wollen wissen, wie viele freie Plätze es noch hat. Sie meinen 2, also fahren wir in den Hafen und bekommen auf der Seite mit den Restaurants noch einen Platz zugewiesen. Micha macht den Anker, aber beim Kommando Anker fallen lassen, rauscht er nicht wie erwartet raus, sondern bleibt hängen und veheddert sich. Wir fahren noch mal vor und Micha versucht den Kettensalat zu entwirren. Bis die Kette dann doch ausrauscht.  Wir haben 40 Meter draußen und liegen zwischen einer Bavaria Cruiser 40 und einer HR 42.

13.40 Uhr | Wir liegen an der Hafenmauer und T+Ö kommen rein. Jürgen, Micha und Dirk stehen am Kai und nehmen die beiden in Empfang. Neben der Vega kommt noch eine Gullet rein, die ihren Anker quer über 3 Ankerketten schmeißt. Wenn die Gullet liegen bleibt, kommt die Vega nicht mehr raus und wir anderen kriegen ein Problem. Özy klärt mit dem Kapitän der Gullet, wann sie morgen auslaufen wollen. Das ist leider nicht klar, denn sie haben ein Motorproblem, dass sie erst noch lösen müssen. Nane und Sandra bereiten einen Thunfischsalat vor und laden die kleine Crew auf einen Anlegersnack mit ein. Thomas und Özy revanchieren sich mit Eis für alle. Ernst reagiert etwas unwirsch, er will keins. Danach wollen wir die Andiamo abspritzen und klar Schiff machen. Micha, Ernst und Lorenz gehen Cay trinken. Nane, Dirk und Sandra füllen den Kühlschrank wieder auf und räumen auf, bevor sie auch Richtung Cay auf den kleinen Platz bei der Moschee gehen. Micha und Lorenz spielen Backgammon und wir setzen uns dazu. Nane und Sandra spielen auch noch zwei Runden, Ernst und Micha gehen zum Barber, Dirk geht fotografieren. Özy war im Handy-Laden, aber leider sieht es so aus, als ob sein Handy wirklich tot wäre. Schade.

18.00 Uhr | Nane und Sandra gehen einkaufen und besorgen Gemüse und Obst sowie Wasser. Dirk findet es spannend, dass die Mädels immer alles schleppen – Team 2.0 ist angesagt (toll ein anderer macht’s). Wir starten mit den Vorbereitungen für das Abendessen, während Ernst Teppich-Preise verhandelt.

18.30 Uhr | Micha kommt mit der Nachricht, dass Özy Manti für uns alle macht als Vorspeise. Wir haben unseren Gemüseeintopf am Start, den gibt’s dann für alle als Hauptgang.

19.00 Uhr | Der Wasserstand im Hafen von Bozburun ist so stark abgesunken, dass die Passerella von der Vega fast einen 40°-Winkel hat. T beschließt an Bord zu bleiben und Özy jongliert die Manti mit der Joghurt-Soße und der Paprikabutter über die Passerella zu uns an Bord. Es schmeckt grandios. Wir sind alle total begeistert. Die Joghurt-Soße hat es in Sachen Knoblauch in sich, aber schmeckt einfach genial. Cok cok lezettli Özy!!!! Der Eintopf von Sandra ist auch mega lecker und Lorenz bringt einen großen Topf auf die Vega. Unsere Nachbarn, die zwischen uns liegen, finden das lustig. Jürgen von der Sundowner hatten wir angeboten, dass er mit seiner Crew bei diesem Dinner-Konzept mitmachen kann und sich um den Nachtisch kümmert, aber die drei wollten lieber essen gehen.

20.30 Uhr | Micha, Ernst und Lorenz wollen noch einen Cay und die Teppich-Verhandlungen vorantreiben. Sandra, Dirk und Nane gehen auf die Vega . Thomas und Nane nehmen Özy in ein kurzes Boot-Camp  in Sachen UNO, bis die anderen zurück sind. Sandra und Dirk gehen lieber auf die Sundowner zum Klönen und der Rest spielt UNO. Özy und Nane sind weit abgeschlagen und kassieren Punkte um Punkte. Aber Pech im Spiel heißt ja auch Glück in der Liebe 😉 Die Technik-Probleme der Gullet scheinen sich lösen zu lassen – den Strom für das Licht zum Reparieren, haben sie sich über die Vega geholt, weil ihr eigenes Stromkabel zu kurz ist.

22.00 Uhr | Özy lässt sich von Dirk ablösen, damit er für ihn einen besseren Spielstand erreicht, was ihm aber nicht gelingt. Micha liegt ganz weit vorn und zum Ende macht Özy mit Dirk als Stellvertreter den letzten und Nane den vorletzten Platz. Gegen 23 Uhr verabschieden wir uns und gehen schlafen.