27.08. Bozukkale – Sögüt | 13,74 nm

9.00 Uhr | Wir wachen auf und Dirk hatte in der Nacht Mücken-Besuch. Diese Mücke wollte ursprünglich Tätowierer werden, denn auf seinem Bauch sind mindestens 10 Stiche nah beieinander und Nane meint, sieht fast so aus, wie das Sternbild des großen Bären (würde ja zu Dirk passen). Etwas weiter Richtung Hüfte wurde auch noch der Polarstern platziert – witzig! Dirk schaut raus und glaubt seinen Augen kaum, die Schnellboote sind wieder am Steg. Der Italiener nebenan macht uns auch darauf aufmerksam und meint, ob wir was unternehmen wollen. Wir informieren den Eigner und die Charter-Basis – was sollen wir allein sonst tun. Außerdem haben wir vor den militärisch ausgebildet wirkenden Männern auch gehörigen Respekt. Die Charter-Basis will die Küstenwache informieren, aber aktuell ist den Männern ja nichts nachzuweisen – wir denken, es wäre besser, sie nachts auf frischer Tat zu ertappen, aber damit wollen wir besser nichts zu tun haben, denn unsere Ambitionen als 2 statt 3 Fragezeichen unterwegs zu sein, sind eher von ängstlicher Zurückhaltung geprägt.

10.45 Uhr | Wir laufen als letztes Boot in Bozukkale aus. Nur noch der Kat der Italiener liegt da. Am 9. September wollen wir wieder da sein. Der Mittwoch unserer letzten Woche, ein Tag vor Ciftlik, bevor es wieder in die Marina geht.

11.00 Uhr | Wir sind raus aus der Bucht von Bozukkale – kein Wind weit und breit. Das soll diese Woche auch erst mal so bleiben. Darum nehmen wir direkten Kurs Richtung Sögüt. Uns begegnen etliche Phoenix-Schiffe, die Luna, die White Pepper, die Swallow – alle auf der Rückreise Richtung Marmaris.

12.30 | Die Windsituation hat sich nicht verbessert, wir cruisen gemütlich mit 5 Knoten durch den Yesilova-Golf.

13.15 Uhr | Dirk erklärt Nane, dass sie bei wenig Wind auch mal anlegen könnte. Irgendwie will sie nicht, aber übernimmt trotzdem das Steuer. Dirk macht die Fender und die Achterleinen klar. Es gibt immer noch keinen Wind. Also versucht Nane es einfach mal mit dem Anlegen, ganz langsam und yavas yavas.

13.30 Uhr | Wir liegen am Steg von Captains Table – das Anlegemanöver hat super geklappt (es lag auch nur ein anderes Boot am Steg). Nane ist stolz und gönnt sich ihr erstes Efes als Anleger in diesem Urlaub.

14.00 Uhr | Wir gehen erst mal baden. Das Wasser hier ist angenehm warm. Wir schwimmen zur Boje und zurück – macht Spaß. Das wird nicht die letzte Schwimm-Aktion heute.

14.45 Uhr | Sabit kommt, um uns auf einen Tee einzuladen. Wir gehen vorher noch geschwind Dondurma für alle kaufen und die kleine Tochter von Sabit genießt ihr Eis sichtlich. Danach trinken wir Tee, schauen den beiden beim Fischernetz “weben” zu und unterhalten uns. Klein “Sweetie” sitzt bei Nane auf dem Schoß und sie malen “Kelebek” (Schmetterlinge) in ihr Malbuch.

16.15 Uhr | Wir gehen noch mal schwimmen und finden es schade, dass alle einlaufenden Yachten das Octopus Restaurant anlaufen – auch unsere Italiener sind vom Octopus nicht begeistert und würden das Restaurant nicht weiter empfehlen. Naja, vielleicht spricht sich die Qualität der Küche vom Captains Table noch besser rum, wenn wir das noch mehreren Menschen erzählen.

19.15 Uhr | Nane hat Hunger und will zum Essen gehen. Mal sehen, was es heute gibt.

19.30 Uhr | Wir entscheiden uns für Hunter Börek, und gefüllte Pilze als Vorspeise und teilen uns einen großen Fisch – Sabit kann’s einfach. Soooo lecker –  nur genial. Auch Dirk ist begeistert.

21.00 Uhr | Wir verkrümeln und nach einem Cay auf die Andiamo und genießen in aller Ruhe den Abend, lesen, chatten und relaxen. Morgen geht’s zu Sailors Paradise – wir haben bei Zerrin schon einen Platz reserviert.

26.08. | Bozukkale

8.00 Uhr | Die Schnellboote sind wieder am Steg der Katamaran nicht. Wir legen uns noch mal hin.

10.00 Uhr | Wir haben keine richtige Lust zu frühstücken, aber Nane kocht das erste Mal Kaffee (Grüße an ZR) also essen wir Obst mit Joghurt und Dirk gönnt sich ein paar Schokopops mit Milch. Wir beschließen einen Tag gemütlich in Bozukkale zu verbringen, etwas ausspannen…

10.30 Uhr | Nane geht schwimmen, der Skipper weiß noch nicht so recht, was er mit sich anfangen soll, er muss irgendwie erst mal richtig ankommen. Danach genießen wir ein paar Cay mit Selami. Mustafa musste nach Marmaris, weil bei einem italienischen Boot der Keilriemen defekt ist. Wir chillen, lesen und Dirk geht dann doch mit Nane schwimmen.

15.00 Uhr | Ein Anruf des Kat-Eigners reißt uns aus der Nachmittags-Lethargie. Die Russen sind mit seinem Kat in der Nacht nach Serge Limani gefahren, haben 60 Flüchtlinge aufgenommen, wurden von der griechischen Küstenwache aufgegriffen und sind jetzt in Tilos im Gefängnis, sein Kat hängt an der Kette und ist von der griechischen Küstenwache beschlagnahmt. Meine Güte, unsere Spekulationen waren also richtig – Scheisse… Während des Anrufs laufen die beiden Schnellboote wieder aus. Wir gehen davon aus, dass sie bereits wissen, was mit Ihren Kollegen passiert ist.

15.30 Uhr | Wir werden von den Italienern auf den Kat zu einem echten italienischen Espresso eingeladen – welch ein Genuss.

16.00 Uhr | Am Steg sieht es aus wie Kraut und Rüben – ein Boot – eine Lücke, ein Boot eine Lücke. Eine Motoryacht mit deutscher Männer-Crew läuft ein und wird von der Mannschaft einfach mitten rein gelegt. Nane meint zu Selami, wenn Mustafa kommt, kriegt er die Krise, also legen wir alle Boote um, schön nebeneinander, so dass Neuankömmlinge beim Anlegen weniger Probleme haben.

16.30 Uhr | Neben uns kommt eine libanesische Yacht an den Steg eine Dufour 500 – traumschön. Der Eigner Libanese, seine Frau Kanadierin und kanadische Freunde an Bord. Ein lustiges Gespann.

17.00 Uhr | Dirk lässt für 1 Stunde den Motor laufen, um die Batterien aufzuladen. Wir drehen den Kühlschrank noch etwas weiter nach unten.

18.30 Uhr | Wir gehen noch mal schwimmen und anschließend gleich unter die Dusche. Dirk geht noch ein paar Bilder machen und danach gehen wir essen. Nane entscheidet sich wieder für Octopus und Dirk nimmt Tavuk-Schnitzel. Als Meze bekommen wir Salat mit Schafskäse und Chilli – prima.

21.30 Uhr | Wir sind trotz des Nichtstuns ein wenig müde und gehen zurück an Bord der Andiamo. Nane gönnt sich noch einen Raki mit Kirschsaft und dann gehen wir einfach ins Bett – URLAUB!

25.08. Marmaris – Bozukkale – neuer Versuch | 33 nm

7.45 Uhr | Nane ruft die Wetterdaten ab und der Skipper schläft noch ein bisschen. Heute Nacht war es Gott sei Dank nicht mehr so heiß, so dass man schlafen konnte. Jetzt steht das Thermometer schon bei 27°C. Gegen 8.30 Uhr will der Elektriker von Phoenix noch mal kommen, um das hoffentlich letzte Problem mit dem Drehzahlmesser zu lösen. Der Plan ist, dass wir spätestens um 10.00 Uhr auslaufen können. Hoffentlich. Gerade ist ein riesen Kreuzfahrtschiff (die Silver Spirit) eingelaufen und die Lautsprecher, über die die Passagiere zu einer Besichtigung von Marmaris aufgerufen werden, schallen über die ganze Marina – Skipper schläft trotzdem tief und fest 😉

8.15 Uhr | Nane weckt den Skipper, um ihn zu fragen, welche Teesorte er denn heute morgen bevorzugt. Danach muss er gleich mal Nanes tolino reparieren, der sich aufgehängt hat. Jetzt warten wir auf den “Melek elektrik” (Engel für die Elektrik) und hoffen, dass sich das Problem nun so schnell lösen läßt, wie gestern abend vermutet.

8.30 Uhr | Nane erwartet pünktlich den Techniker – nix zu sehen. Kurze Zeit später entdeckt man die Crew gemütlich beim Frühstücken – Nane ist kurz vor dem Kollabieren. Man hat uns versprochen, sich sofort zu kümmern, dass wir spätestens 9.30 Uhr auslaufen können – wieder mal Satz mit X – war wohl nix.

10.00 Uhr | Uns wird mitgeteilt, dass das Sensorkabel für den Drehzahlmesser nicht so schnell beschafft werden kann. Wir könnten aber ohne Drehzahlmesser raus. Das wollen wir dann auch tun. Wir machen die Andiamo klar zum Auslaufen.

10.25 Uhr | Wir haben die Marina verlassen und fahren mit 5,9 Knoten in die Bucht von Marmaris. Wieder haben wir uns als Ziel Bozukkale gesetzt, aber erst wenn wir Ciftlik passiert haben, werden wir anrufen, sonst macht sich Mustafa wieder Sorgen, wenn wir nicht kommen. Nane hatte zwar bei Selami abgesagt, aber das hatte er nicht wirklich verstanden. Hoffen wir, dass die Aufregungen jetzt vorüber sind und wir endlich mit Verspätung in den Urlaub starten können.

11.15 Uhr I der Motorstundenzähler zeigt noch immer 3487,3 an – geht also auch nicht (wie denn auch ohne Impuls?)

12.00 Uhr | Wir haben mal voller Hoffnung das Groß gesetzt, dass Wind aufkommt ab circa 12.00 Uhr soll er laut Windfinder mit 10 Knoten aus West kommen, im Moment kommen 6 Knoten aus SW also genau gegenan.

12.30 Uhr I Wir setzen die Genua…probieren zu segeln. Es läuft, wir haben mit 6,5 Knoten gute Fahrt. Der Wind nimmt langsam zu leider müssen wir kreuzen. Dirk sieht uns schon in Rhodos.

14.30 Uhr | Wir haben über 20 Knoten Wind und das Handling wird schwierig. Wir reffen die Genua. Mit gereffter Genau kommt die Andiamo nur schwer in Schwung, wir müssen nach den Wenden zu stark abfallen und die ETA rückt in unerreichbare Ferne. Wir überlegen, was zu tun ist und bergen das Groß. An Pfingsten haben wir gelernt, dass die Andiamo auch nur mit Genua super läuft. Das probieren wir jetzt. Nur mit der Genua kommen wir auf 6,5 Knoten Fahrt und wir sind ohne Schräglage unterwegs. Fühlt sich besser an, v.a. da wir nur zu zweit unterwegs sind.

16.25 Uhr I Haben fertig – Wind schläft ein.. . Jockel an ETA 17.00 Uhr

16.50 | Wir liegen sicher am Steg des Sailors House. Neben uns liegt ein Katamaran mit einer russischen Crew. Selami begrüßt uns. Wir machen alle Luken auf und gehen erst mal Cay trinken. Dort treffen wir die netten Italiener und unterhalten uns in der „Skipper Lounge“ über dies und das – Nane kann ihr eingeschlafenes italienisch mal wieder an den Mann bringen. Das Dinghi von des Katamaran liegt am Strand mit offener Motorabdeckung. Wir fragen Mustafa und er meint, das sind komische Leute – zur Crew gehören noch 2 Schnellboote mit 225 PS-Außenborder, die jeden Tag Sprit über Serge Limani bunkern und nachts unterwegs sind, das kommt ihm nicht ganz legal vor – wenn man die aktuelle Flüchtlingslage und die Nähe zur griechischen Küste in Betracht zieht, ist das komisch.

18.00 Uhr | Wir gehen schwimmen – gefühlt ist das Wasser so kalt wie an Pfingsten – dieses Jahr stimmt das Wetter irgendwie nicht so ganz.

19.30 Uhr | Wir gehen essen und bekommen als Meze Salat mit Schafskäse und die leckere Chilli-Paste. Nane entscheidet sich für gegrillten Oktopus und Dirk für Adana Kebap. Lecker. Zwischen dem Octopus in Ciftlik und hier liegen Welten – einfach lecker im Sailors House.

21.00 Uhr | Wir beobachten das Treiben auf dem Nachbar-Kat und auf den Schnellbooten. Im Dunkeln wird Sprit per Schüttelventil getankt. Es wird Wasser auf die Schnellboote gepackt und Schwimmwesten wandern vom Katamaran auf eines der Schnellboote. Ein Propeller wird noch ausgetauscht und wir fragen uns, warum die Crew das nicht gemacht hat, als es hell war. Uns kommt das extrem spanisch vor. Wir informieren den Eigner, des Katamaran, den wir kennen.

22.00 Uhr | Wir gehen schlafen.

03.15 Uhr | Wir werden wach, weil der Katamaran neben uns ausläuft und sich in der Muring verheddert. Das die Crew des Nachbarschiffs, die Saadett II von Star-Yachting, ist auch an Deck, weil der Kat quer kommt. Ein Russe will von Nane, dass sie ihre Muring löst, damit er besser raus kommt. Diesen Wunsch schlägt sie ihm nicht sehr freundlich ab.

03.30 Uhr | Die Schnellboote verlassen ebenfalls den Steg und wir sind wirklich hin und hergerissen, was wir tun sollen, aber ohne jeden Beweis die Küstenwache rufen?